Marcell Jansen gab 2005 sein Debüt für die deutsche A-Nationalmannschaft © getty

Marcell Jansen spricht über die geschaffte WM-Qualifikation, seinen Weg zurück ins DFB-Team und das Spiel gegen Schweden.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Stockholm - Zwei Weltmeisterschaften und eine EM hat er schon hinter sich. Nun träumt Marcell Jansen von der dritten WM mit dem DFB-Team.

Fast drei Jahre fehlte er in der Nationalmannschaft, doch dann holte ihn Bundestrainer Joachim Löw zurück, nahm ihn mit auf die USA-Reise und setzte ihn am Freitag gegen Irland erstmals seit September 2010 in einem Pflichtspiel von Beginn an ein.

Jansen spielte beim 3:0-Sieg, mit der sich Deutschland für das Turnier in Brasilien qualifizierte, durch. (DATENCENTER: Die WM-Qualifikation)

Beim Sommermärchen dabei

2006 war der heute 27-Jährige übrigens der jüngste Spieler im WM-Kader von Jürgen Klinsmann, heute ist er einer von nur noch sechs Spielern, die noch vom viel zitierten Sommermärchen übrig sind.

Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm, Per Mertesacker, Lukas Podolski und Miroslav Klose sind bei Löw für die WM in Brasilien gesetzt, Jansen hat gute Chancen, zumal Marcel Schmelzer auf der linken Abwehrseite keineswegs unantastbar ist.

Im SPORT1-Interview spricht Jansen über die geschaffte WM-Qualifikation, seinen Weg zurück ins DFB-Team und das Spiel gegen Schweden (Di., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER).

SPORT1: Herr Jansen, Sie haben gegen Irland erstmals seit September 2010 (1:0 in Belgien) wieder in einem Pflicht-Länderspiel in der Startelf gestanden. Wie haben Sie es empfunden?

Marcell Jansen: Es war eine tolle Erfahrung für mich, in diesem Spiel aufzulaufen, in dem wir den Sack zumachen konnten.

SPORT1: Der Bundestrainer beklagt, dass die Gegner immer defensiver gegen Deutschland spielen, fast nicht mehr fürs Spiel tun und nur das deutsche Spiel verhindern wollen. Haben Sie das gegen Irland auch so gesehen?

Jansen: Es war ein verrücktes Spiel, weil der Gegner mit fast der gesamten Mannschaft am Strafraum stand. Es war schon extrem. Es ist wichtig, die Geduld zu bewahren, immer wieder die Seiten zu wechseln. Das haben wir geschafft. Wir haben es aber insgesamt ganz gut gemacht.

SPORT1: Seit 2010 haben Sie viel mit Verletzungen gekämpft und waren lange raus aus der Nationalmannschaft. Was war ausschlaggebend dafür, dass Sie den Weg zurück ins DFB-Team geschafft haben?

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Jansen: In Belgien habe ich mich verletzt. Danach folgte eine schwierige Zeit in Hamburg. Ich habe dort eine andere Position gespielt, aber das hat sich vor eineinhalb Jahren wieder geändert. Ich konnte mich auf meiner Lieblingsposition hinten links wieder sehr gut empfehlen und habe Gas gegeben. Das hat mir den Startschuss gegeben, um wieder auf 100 Prozent zu kommen.

SPORT1: Marcel Schmelzer ist verletzt, Sie konnten sich wieder zeigen, wie schon auf der USA-Reise, als Dortmunder und Bayern fehlten. Wie sehen Sie die Konkurrenzsituation im Team?

Jansen: Wir haben einen super Kader. Die hohe Qualität auf allen Positionen fördert den Leistungsstand der Mannschaft. Das ist sehr positiv. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, endlich mal wieder ein Länderspiel von Beginn an zu machen. Da gibt man natürlich Gas und da bleibt man dran.

SPORT1: Wie wichtig war die USA-Reise für Sie persönlich?

Jansen: Dass ich auf der Amerika-Reise dabei war und zwei Spiele von Beginn an gemacht habe, hat mir sehr, sehr gut getan. Gerade auch, weil ich mit dem HSV nicht international gespielt habe. Die USA-Reise war super, um Spielpraxis zu sammeln und sich zu empfehlen.

SPORT1: Wie sehen Sie die Chancen, nach 2006 und 2010 zum dritten Mal an einer WM teilzunehmen?

Jansen: Das ist mein großes Ziel, mein Traum. Dafür werde ich jeden Tag hart arbeiten, aber ich werde sehr kurzfristig denken. Denn man muss auch das Glück haben, von Verletzungen verschont zu bleiben. Ich habe seit eineinhalb bis zwei Jahren das Glück gesund zu sein. Das ist für mich das Entscheidende, um mich gut präsentieren zu können.

SPORT1: Beim HSV haben Sie mal wieder einen neuen Trainer. Wie läuft es unter Bert van Marwijk?

Jansen: Wir haben mit dem HSV in zwei Spielen zuletzt vier Punkte geholt. Beim 5:0 in Nürnberg haben wir gezeigt, wozu wir in der Lage sind. Aber das müssen wir im nächsten Spiel bestätigen.

SPORT1: Was nehmen Sie sich für das Match in Schweden vor?

Jansen: Wir wollen in Schweden unbedingt wieder ein gutes Spiel machen und gewinnen.

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