Die DFB-Elf feierte ihren achten Sieg in der laufenden WM-Qualifikation © getty

Das DFB-Team kommt gegen Irland zu einem lockeren Sieg und qualifiziert sich für die Weltmeisterschaft. Khedira, Schürrle und Özil treffen.

Vom DFB-Team berichten Martin Volkmar, Thorsten Mesch, Jochen Stutzky und Markus Höhner

Köln - Die deutsche Nationalmannschaft hat ihren ersten Matchball genutzt und kann nun den ersehnten WM-Titel in Angriff nehmen.

Mit dem achten Sieg im neunten Spiel qualifizierte sich die DFB-Elf schon vor dem letzten Gruppenspiel am Dienstag in Schweden für die Endrunde 2014 in Brasilien.(DATENCENTER: WM-Quali)

Beim 3:0 (1:0) gegen Irland brannte das Team von Bundestrainer Joachim Löw im Gegensatz zum 6:1 im Hinspiel zwar kein Feuerwerk ab, schaffte aber letztlich souverän den benötigten Pflichtsieg.(790620DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

"Es war eine sehr gute Qualifikation, die Mannschaft hat ihre Pflicht erfüllt. Natürlich muss noch etwas passieren, zum Beispiel müssen wir noch die Defensive verbessern, auch wenn heute wieder kein Gegentor gefallen ist", sagte Löw am "ARD"-Mikrofon nach Abpfiff.

"Die Mannschaft hat ein Jahr lang gut gearbeitet. Heute haben wir von Anfang an Druck gemacht und wenig zugelassen. Wichtig war das frühe Tor", meinte Kapitän Philipp Lahm.

Khedira und Schürrle treffen

Die Tore vor den 46.237 trotz der phasenweisen Probleme begeisterten Zuschauern im ausverkauften Kölner RheinEnergie-Stadion erzielten die Legionäre Sami Khedira (12.), Andre Schürrle (58.) und Mesut Özil (90.).

Somit hat der WM-Dritte von 2010 zum insgesamt 18. Mal ein WM-Turnier erreicht, bei dem im nächsten Jahr der vierte Titel nach 1954, 1974 und 1990 das erklärte Ziel ist.

Im neunten Qualifikationsspiel verzichtete Löw nach den Ausfällen von Miro Klose und Mario Gomez gleich ganz auf einen echten Stürmer und schickte stattdessen Arsenal-Star Özil als "falsche Neun" aufs Feld.

Schürrle erhält den Vorzug vor Draxler

Damit schuf er im zentralen Mittelfeld Platz für den zuletzt formstarken Toni Kroos, rechts spielte Thomas Müller und links erhielt Chelsea-Legionär Schürrle den Vorzug vor Julian Draxler. Links hinten ersetzte Marcell Jansen den verletzten Marcel Schmelzer.

Und schon nach zwölf Minuten nahm die Partie den erwarteten Verlauf. Zuvor allerdings wackelte die DFB-Elf einmal kurz, als Per Mertesacker erst in letzter Minute Anthony Stokes abgrätschte und Kevin Doyle kurz danach knapp vorbei schoss.

Clark fälscht unhaltbar ab

Kurz darauf aber die Führung: Stokes verlor den Ball in der eigenen Hälfte, Kapitän Philipp Lahm passte auf Khedira und dessen Schuss aus 18 Metern wurde von Ciaran Clark unhaltbar abgefälscht.

Das vierte Tor im 43. Länderspiels des Profis von Real Madrid.

Diese kalte Dusche führte bei den Gästen keineswegs zu verstärkten Offensivbemühungen, sondern zu noch tieferem Rückzug in die eigene Hälfte. Phasenweise erinnerte die Partie eher an Handball.

[image id="4bb6b9df-6374-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Allerdings fand das deutsche Team meist kein Mittel, um aus ihrer Überlegenheit Kapital zu schlagen. Hohe Bälle gegen die langen Gäste-Verteidiger blieben ertraglos und bei den Distanzschüssen fehlte die Präzision.

Lahm stark

Am gefährlichsten wurde es immer, wenn der äußerst agile Lahm seinen vielen Raum auf rechts zu Flankenläufen nutzte. Eine dieser Hereingaben hätte Schürrle zum 2:0 nutzen müssen, köpfte aber freistehend direkt auf Irland-Keeper David Forde (35.).

Wesentlich mehr strecken musste sich der Mann vom FC Millwall zwei Minuten später, als er den 22-Meter-Hammer von Müller nach schöner Vorarbeit von Özil und Kroos gerade noch über die Latte lenken konnte.

Fast der irische Ausgleich

Diese anhaltende Fahrlässigkeit wäre beinahe in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit bestraft worden, als Clark einen Freistoß an die Latte köpfte.

Unverändert kamen beide Mannschaften aus der Pause - und auch der Eindruck der letzten Aktion hielt an: Die Iren begannen mutig, die DFB-Elf wackelte.

Neuers Patzer ohne Folgen

Keine 60 Sekunden nach Wiederanpfiff schoss Doyle freistehend von der Strafraumgrenze knapp vorbei, kurz darauf leistete sich der bis dahin fast beschäftigungslose Manuel Neuer einen beinahe folgenschweren Patzer.

Nach einem Befreiungsschlag kam der herausgeeilte Torhüter 40 Meter vor seinem Gehäuse zwar eher als Stokes an den Ball, schlug aber ein Luftloch. Der 30-Jährige schoss danach vom Flügel aber übers leere Tor (52.).

Herrliche Vorarbeit von Kroos

Danach nahm der EM-Halbfinalist das entgleitende Heft jedoch wieder in die Hand und kam nach 58 Minuten zum vorentscheidenden 2:0. Einen herrlichen Lupfer von Kroos nahm Schürrle mit dem Rücken zum Tor gut mit und vollstreckte.

Es war sein achter Treffer im DFB-Dress.

In der Folgezeit dominierte Deutschland wieder klar die Begegnung, verpasste aber den endgültigen K.o.-Stoß. So wäre es nach 73 Minuten beinahe nochmal spannend geworden, als Neuer und Jansen hintereinander mit größter Mühe das Anschlusstor verhinderten.

Zu mehr reichte es für die wackeren Iren jedoch nicht, vielmehr hatte die deutsche Elf mehrfach den dritten Treffer auf dem Fuß. Bei der besten Chance traf Jerome Boateng aus 20 Metern aber nur das Lattenkreuz (83.).

Auf der Gegenseite verhinderte Neuer mit einem Reflex in der Nachspielzeit das 1:2. Und dann sorgte Özil im Gegenzug nach schönem Konter für den umjubelten Schlusspunkt.

Brasilien kann kommen.

Weiterlesen