Der Gladbacher Max Kruse (r.) steht vor seinem vierten Länderspiel-Einsatz © getty

Klose und Gomez fehlen. Wer spielt gegen Irland im Angriffszentrum? Fest steht: Löws Elf funktioniert mit und ohne echte Neun.

Vom DFB-Team berichten Thorsten Mesch und Jochen Stutzky

Köln - Mario Götze hat es getan. Mesut Özil ebenfalls. Und auch Thomas Müller ist schon fremdgegangen.

Alle drei gehören nominell zur Kategorie der Mittelfeldspieler, sind hinter der Spitze oder auf dem Flügel zuhause.

Doch alle haben sie schon einmal - ob in der Nationalmannschaft oder im Verein - als falsche Neun ausgeholfen (DATENCENTER: WM-Quali).

Beim 3:1-Sieg des FC Bayern in der Champions League bei Manchester City müllerte es im Sturmzentrum, Götze lief im März beim 3:0 gegen Kasachstan als Spitze auf, und Özil gab beim 2:1 in Frankreich im Februar den Aushilfsstürmer.

Die Facharbeiter Miroslav Klose und Mario Gomez sind bekanntermaßen verletzt. Wer wird also im vorletzten WM-Qualifikationsspiel gegen Irland (ab 20.15 Uhr LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) den Platz im Angriffszentrum ausfüllen?

Löw lobt Newcomer Kruse

Ein Mittelfeldmann - oder doch Max Kruse, der einzige nominelle Stürmer.

Bundestrainer Joachim Löw ließ durchblicken, dass Kruse sich berechtigte Hoffnungen machen darf.

"Kruse hat mich mit seiner Spielweise auf der Amerika-Reise überzeugt", meinte Löw: "Er ist ballsicher, unglaublich laufstark und torgefährlich."

Mit Sam und Lewandowski gleichauf

Mit fünf Toren und fünf Vorlagen ist der Mönchengladbacher zusammen mit seinem Leverkusener Nationalmannschaftskollegen Sidney Sam und Dortmunds Robert Lewandowski aktuell Top-Scorer der Bundesliga.

Auf der USA-Reise feierte Kruse beim 4:2 gegen Ecuador sein Länderspiel-Debüt, beim 3:4 gegen die USA erzielte er seinen ersten Treffer für das DFB-Team.

Nun steht er vor seinem ersten Pflichtspiel von Beginn an - auch wenn sich noch niemand offiziell festlegen wollte.

"Die Überlegungen sind noch nicht abgeschlossen", mauerte Löws Assistent Hansi Flick auf der Abschluss-Pressekonferenz.

Auch Müller eine Option für vorne

Also vielleicht doch Müller im Zentrum?

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"Ich habe ihn zuletzt beobachtet, er hat das bei den Bayern ganz hervorragend gemacht", lobte Löw den Münchner jüngst, betonte aber am Mittwoch: "Ich finde ihn bei uns rechts sehr gut."

Müller habe "enorm viel Qualität, auf außen oder im Zentrum und wäre deshalb auch eine Option", sagte Flick am Donnerstag.

Ja was denn nun?

Ur-Bayer in Torlaune

Er wolle sich für die Position im Sturmzentrum "nicht aufdrängen oder bewerben", sagte Müller im "kicker".

Muss er auch gar nicht. Denn er trifft ja auch so. Die Zahlen sprechen für den WM-Torschützenkönig von 2010: Zwei Tore erzielte der Bayer beim 3:0 in Kasachstan, jeweils eins beim 3:0 gegen Österreich und beim 3:0 auf den Färöern.

Dazu traf er in den Testpielen gegen Parguay (3:3) und beim 2:1 in Frankreich. Sechs Treffer - kein anderer Nationalspieler hat 2013 mehr auf seinem Konto.

Stürmertore eine Seltenheit

"Thomas ist ein ständiger Unruheherd, er ist unberechenbar und sucht als letzten Schritt immer den Abschluss", lobt DFB-Teammanager Oliver Bierhoff den 24-Jährigen.

Stürmertore sind dagegen mittlerweile eine Seltenheit im DFB-Team. Kloses 1:0 gegen Österreich war das einzige im laufenden Kalenderjahr.

Im Hinspiel in Dublin gab es im vergangenen Oktober übrigens ein 6:1. Klose, Marco Reus (2), Toni Kroos (2) und Özil trafen.

Özil eine echte Option

Also vielleicht doch eher Özil? Eine große Überraschung wäre es nicht, würde Löw den neuen Arsenal-Star ganz nach vorne beordern.

Im Mittelfeld könnte schließlich auch Julian Draxler auf die Zehn rücken und Andre Schürrle links außen beginnen.

Schlechte Neuigkeiten sind das nur für alle "echten" Stürmer Deutschlands hinter Klose und Gomez. Die Not kann offenbar gar nicht so groß werden, das ein "Notnagel wie Stefan Kießling zum Thema wird.

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