Mesut Özil hat beim FC Arsenal einen Vertrag bis 2018 © getty

Özil läuft gegen Irland zum 50. Mal für das DFB-Team auf. S04-Nachwuchschef und Özil-Entdecker Menze blickt bei SPORT1 zurück.

Vom DFB-Team berichten Thorsten Mesch und Jochen Stutzky

Köln - An das erste Aufeinandertreffen mit Mesut Özil erinnert sich Bodo Menze noch ganz genau.

"Mesut spielte in der B-Jugend mit Rot-Weiss Essen bei Rot-Weiß Oberhausen", berichtet der Leiter des Nachwuchszentrums von Schalke 04 im Gespräch mit SPORT1:

"Das Spiel war auf roter Asche und bei Regen, sehr schwere Bedingungen also. Und doch war Mesut sofort so auffällig durch seine Technik und Kreativität, dass ich gedacht habe: Wow!"

Menze holte Özil, der in der Jugend schon bei verschiedenen Gelsenkirchener Vereinen gespielt hatte, zurück in seine Heimatstadt.

Bei S04 ging sein Stern auf, in Bremen entwickelte er sich weiter, bei Real Madrid wurde er zum Star - und dennoch verkauften ihn die Spanier im August an den FC Arsenal.

Özil stolz auf 50. Länderspiel

In London trumpft der 24-Jährige nun richtig auf und in der Nationalmannschaft wird er am Freitag gegen Irland (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) sein 50. Länderspiel absolvieren. (DATENCENTER: WM-Quali)

"Ich bin sehr stolz auf diese Zahl und danke dem Bundestrainer für sein Vertrauen", sagt Özil.

Auf der Pressekonferenz in Köln musste er am Donnerstag allerdings mehr Fragen zu seinem neuen Verein beantworten als zum DFB-Team, was ihn doch etwas irritiert.

"Ich dachte, wir wären hier bei der Nationalmannschaft", protestiert er kurz, um dann aber doch artig vom Linksverkehr in London, seinem Einstand bei Arsenal und seinen Teamkollegen bei den "Gunners" zu berichten.

"Ich dachte, der Linksverkehr ist viel schwieriger, aber Per Mertesacker hat mir dabei geholfen. Ich beherrsche das schon ganz gut", verrät er.

Türkischer Song zum Einstand

Singen ist hingegen nicht so sein Fall. Wie in englischen Verein üblich, musste auch Özil zum Einstand vor versammelter Mannschaft ein Liedchen trällern.

"Ich habe einen türkischen Song gesungen. Keiner hat mich verstanden, aber alle haben mich gefeiert. Das hat mir gefallen", erzählt er grinsend: "Aber mit meiner Stimme möchte ich das nicht wiederholen."

Vielmehr will der Deutsch-Türke mit starken Leistungen auf dem Platz überzeugen. Und da beeindruckte der Edel-Techniker bisher mit einigen Torvorlagen und einem tollen Treffer in der Champions League beim 2:0 gegen Neapel.

Die englische Premier League hält er für "die stärkste Liga der Welt, weil sie so ausgeglichen ist. Ich glaube, dass mir die Liga guttut."

Özil wehrt sich gegen Vorwürfe

Özil fühlt sich in England gemocht und gut aufgehoben. Anders als zuletzt in Madrid, wo ihm Reals-Präsident Florentino Perez indirekt Unprofessionalität vorgeworfen hatte.

"Ich hatte drei schöne Jahre in Madrid, mehr will ich nicht sagen", erklärt Özil und betont: "Wenn man meine Statistiken betrachtet, dann sieht man, dass ich professionell bin."

Dass findet auch Menze, der seinen ehemaligen Zögling als ruhigen Vertreter beschreibt, der keineswegs ein Schönwetterfußballer sei, sondern "auch mal die Drecksarbeit auf dem Platz gemacht hat."

Für Menze ist Özils steile Karriere "kein Wunder. Er war immer hoch talentiert und schon in seiner A-Jugendzeit überragend."

Auch wenn Özil schon ein paar Jahre nicht mehr bei Schalke spielt, hat der Nachwuchschef ihn nie aus dem Auge verloren.

Köln-Tipps von Podolski

"Ich bin in gutem Kontakt und kann sagen, dass er bei Arsenal mit Trainer Arsene Wenger und den dortigen Bedingungen allerbeste Voraussetzungen hat", sagt Menze: "Das Trainingsgelände in London mit allerfeinsten Rasenflächen - das ist Mesut auf den Leib zugeschnitten."

Özil selbst ist in London "sehr glücklich. Ich liebe die Stadt und Arsenal. Der Trainer gibt mir das Vertrauen, die Mannschaft steht hinter mir", sagt er.

Vor dem Spiel gegen Irland hat ihn sein momentan verletzter Arsenal-Teamkollege Lukas Podolski schon auf die tolle Stimmung in Köln vorbereitet.

"Ich habe mit Poldi darüber geredet. Er schwärmt ja davon", erzählt Özil: "Ich freue mich auf das Spiel und die Stadt."

In Köln und Gelsenkirchen hofft man natürlich auf eine Özil-Gala gegen Irland. Wie damals in Oberhausen.

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