Joachim Löw ist seit 2006 Bundestrainer © getty

Vor dem Schlussspurt in der WM-Quali nimmt Bundestrainer Joachim Löw Stellung zur Lage beim DFB-Team. Die PK im LIVE-TICKER.

München - Nur noch ein Sieg, dann ist die erste Hürde auf dem langen Weg zum vierten WM-Titel für die deutsche Nationalmannschaft geschafft.

Gegen Irland (Freitag, ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) will Bundestrainer Joachim Löw in Köln das Ticket für die WM-Endrunde in Brasilien vorzeitig buchen. Bei einer Niederlage droht hingegen ein Endspiel um den Gruppensieg am Dienstag bei Verfolger Schweden (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) (DATENCENTER: WM-Quali).

Vor dem wegweisenden Duell mit den kampfstarken Iren stellt sich der Bundestrainer auf der Pressekonferenz den Fragen der Journalisten.

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+++ Respekt vor Irland +++

Löw betont noch einmal die irische Kampfstärke.

"Die Iren fighten immer bis zum Umfallen. Es ist ihnen egal, wie es steht. Aufgeben gibt es nicht", warnt der Bundestrainer: "Irland wird hier nichts verschenken. WEnn man das denkt, ist man auf dem Holzweg. Das wird kein Selbstläufer."

Mit Blick auf die WM spricht Löw noch von vielen Fragezeichen, personell könne es "immer Überraschungen" geben.

Erst einmal aber stehe das Irland-Spiel und die Qualifikation für die WM an.

"Wenn wir die geschafft haben, ist das eine große Freude für uns alle", sagt Löw: "Was danach passiert, ist nicht so einfach, das klar zu sehen."

+++ Löw wehrt sich gegen Götze-Kritik +++

Die Kritik an der Nominierung von Mario Götze, der lange verletzt war, kann Löw nicht verstehen.

"Ich wollte Mario Götze einfach gerne dabei, den können wir immer gebrauchen, auch wenn er mal verletzt war", sagt der Bundestrainer.

Er habe mit Matthias Sammer und Guardiola gesprochen. "Mario kann beim DFB-Team mehr trainieren und auch Spielpraxis sammeln. Ich wollte ihn unbedingt dabei haben. Es ist immer noch meine Entscheidung, wer bei der Nationalmannschaft dabei ist."

+++ Tür für Kießling nicht zu +++

Auch mit Leverkusens Kießling hat der Bundestrainer gesprochen. Momentan sei der Bayer-Stürmer kein Thema, vielleicht aber in der Zukunft.

"Man sollte nicht immer wie das Fähnchen im Winde sein und seine Entscheidungen unabhängig von Umfragen treffen. Ich habe klare Vorstellungen und entscheide unabhängig", sagt Löw zu den Diskussionen um Kießling:

Der Mittelstürmer sei ein guter Spieler, aber er setze erst einmal auf Klose und Gomez: "Wenn es Bedarf gibt, können Sie davon ausgehen, dass ich die Nummer von Kießling habe.

+++ "Keine Probleme" mit Hummels +++

Löw sagt, dass er mit Mats Hummels gesprochen habe, um mögliche Unstimmigkeiten auszuräumen.

"Dass man beim DFB keine Kritik üben kann, ist mir neu. Mit konstruktiver Kritik gehen wir immer gut um, die ist sogar erwünscht", sagt Löw:

"Wir haben festgestellt, dass wir keine Probleme haben. Es ist mein Recht als Trainer, nach einem Spiel Kritik zu üben. Mats ist ein überragender Innenverteidiger, der im Detail noch das eine oder andere verbessern muss. Er ist einer der besten Innenverteidiger überhaupt."

"Es gibt keine Bevorzugung oder Benachteiligung einzelner Vereine oder Spieler. Wir haben übergeordnete Ziele."

+++ "Baustellen gibt es immer" +++

Auf dem Weg zum angestrebten WM-Titel sieht der Bundestrainer noch einige Veränderungen auf ihn zukommen.

"Baustellen hat man als Bundestrainer immer irgendwelche", sagt Löw. Es sei nichts Ungewöhnliches, wenn in den nächsten Monaten noch Spieler aufgrund von Verletzungen ausfallen:

"Ich will bedingungslos offensiv spielen, aber wir müssen auch am Limit verteidigen. Das ist noch eine wichtige Aufgabe. Und personell gibt es immer Veränderungen."

+++ Noch kein Gedanke an Schweden +++

Löw will sich noch nicht mit irgendwelchen Rechenspielen und einem möglichen "Endspiel" gegen Schweden am letzten Spieltag beschäftigen.

"Wir müssen gegen Irrland gewinnen, dann sind wir qualifiziert", sagt der Bundestrainer. Und mit Blick auf Schweden, das im Hinspiel in Berlin noch ein 0:4 aufholte, sagt er: "Da haben wir noch eine kleine Rechnung offen."

+++ Arsenal-Wechsel gut für Özil +++

Löw ist mit der Entwicklung von Mesut Özil seit dessem Wechsel zu Arsenal zufrieden.

"Arsenals Spielweise kommt Mesut Özil sehr entgegen. Sie haben eine hohe Spielkultur, da ist Mesut noch mehr im Spiel drin, als das bei Real der Fall war."

Außerdem lobt Löw, dass Özil immer schon Verantwortung übernommen habe: "Er spielt bei Arsenal eine wichtige Rolle, und bei uns sowieso."

+++ Müller nicht im Sturmzentrum+++

Thomas Müller wird wohl nicht als Mittelstürmer beginnen.

"Er kann im Sturmzentrum speilen, das ist für mich aber auch nur eine Lösung, wenn ich sonst keine andere Möglichkeit habe. Ich sehe ihn rechts auf der Postion als sehr wertvoll und gefählich."

Auch Max Kruse sei kein klassischer Mittelstürmer, so Löw: "Max Kruse hat mich mit seiner Spielweise überzeugt. Er ist ballsicher, sehr agil, torgefährlich. Er hat über die USA-Reise einen großen Schritt gemacht."

+++ Lahm beim DFB-Team als Außenverteidiger +++

Anders als beim FC Bayern wird Philipp Lahm in der Nationalmannschaft wohl nicht im Mittelfeld spielen.

"Philipp Lahm ist der einzige Spieler in Deutschland, der mehrere Positionen spielen kann. Den stellt man auf eine Position, die Position führt er immer zu aller Zufriedenheit aus. Ich plane erst einmal mit ihm als Rechtsverteidger. Er ist unheimlich flexibel und anpassungsfähig. Er ist wahrscheinlich der beste Außenverteidiger der Welt. Ich mache jetzt nicht eine andere Baustelle auf."

+++ "Wir sind immer gierig"+++

Im Hinspiel gewann Deutschland in Irland klar mit 6:1, ein derartiges Ergebnis erwartet Löw diesmal nicht gegen die irischen "Defensivkünstler".

Der undseverspricht aber: "Wir sind immer gierig in Qualifikationsspielen."

Irland zeichne "maximaler Körpereinsatz" und ein hohes Tempo nach vorne und nach hinten aus: "Sie sind nicht Weltmeiste rim Ball halten

+++ Löw will Heimsieg+++

Frisch geduscht nach der morgendlichen Trainingseinheit eröffnet der Bundestrainer die Pressekonferenz mit einem Bericht zur Lage beim DFB-Team.

Die Belastung sei im Oktober immer hoch, die Spieler seien stark belastet. Daher müsse er die richtige Balance zwischen Belastung und Entspannung finden.

Personell hätten alle Spieler am Training teilgenommen, auch der zuletzt angeschlagene Andre Schürrle. "Alle Speiler sind an Bord, deshalb habe ich ein gutes Gefühl für Freitag", sagt Löw: "Es ist unser Ziel, uns hier zu Hause zu qualifizieren. Ich habe unheimlich gute Erinnerungen an das Stadion in Köln."

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