Sven Bender (l.) verletzte sich am Samstag beim Spiel in Gladbach © getty

Auch Sven Bender und Marco Reus fehlen Bundestrainer Löw in der WM-Qualifikation. In München regt sich Unmut wegen Götze.

Düsseldorf - Die Absage der Bender-Zwillinge sowie von Marco Reus besorgte Joachim Löw mehr als die Diskussion über die Nominierung von Mario Götze.

Festen Willens, mit einem Sieg am Freitag in Köln gegen Irland endgültig das WM-Ticket zu buchen, trafen der Bundestrainer und seine 21 Profis am Montag in Düsseldorf ein.

Kurzfristig fehlten Reus wegen eines Anriss des Innenbandes im linken Sprunggelenk sowie sein Dortmunder Kollege Sven Bender.

Für ihn checkte Heiko Westermann im Hyatt ein.

Sven Bender (Muskelverhärtung im Adduktoren- und Lendenwirbelbereich) musste wie schon tags zuvor sein Bruder Lars (Muskelfaserrisses im Oberschenkel) für die Partien gegen die Iren und am kommenden Dienstag zum Quali-Abschluss in Stockholm gegen Schweden absagen.

Westermann kehrt zurück

Und so darf Westermann auf sein Pflichtspiel-Comeback nach drei Jahren und ein wenig sogar wieder auf die WM-Teilnahme hoffen. Sein letztes Pflichtspiel bestritt der 26-malige Nationalspieler am 12. Oktober 2010 in Kasachstan.

Nach dem folgenden 0:0 in Schweden im Oktober 2010 war er nur noch bei der US-Reise im Einsatz, als Löw auf die Stars von Bayern München und Borussia Dortmund verzichten musste.

Westermann ist bereits der dritte HSV-Profi im Aufgebot nach Torhüter Rene Adler und Marcell Jansen, der im März selbst erst nach zweieinhalb Jahren zurückgekehrt war.

In Abwesenheit des etatmäßigen Linksverteidigers Marcel Schmelzer darf er sogar auf zwei Einsätze hoffen.

Wirbel um Götze-Nominierung

Auch ein Einsatz Götzes wäre ein kleines Comeback, schließlich trug der Mittelfeldspieler von Bayern München zuletzt vor knapp sieben Monaten das DFB-Trikot und fiel danach wegen gleich zweier schwerer Verletzungen aus.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß äußerte deshalb öffentlich sein persönliches Unverständnis über Götzes Nominierung.

"Für alle Beteiligten wäre es besser, er würde zwei Wochen voll trainieren, dann wäre er körperlich da, wo er sein müsste", sagte er dem "kicker", ergänzte allerdings: "Aber das ist meine private Meinung, ich mische mich da nicht ein."

Da er nicht mehr im operativen Geschäft ist, hat Hoeneß in solchen Fragen auch kein Mitspracherecht.

Guardiola: "Götze braucht Zeit"

Und Münchens Sportvorstand Matthias Sammer, zuletzt ohnehin nicht immer einer Meinung mit Hoeneß, stellte klar: "Die Kommunikation mit dem Bundestrainer war ganz hervorragend."

Richtig fit ist der 21 Jahre alte Götze zweifellos noch nicht. Bei Manchester City in der Champions League (3:1) und bei Bayer Leverkusen in der Liga (1:1) kam er jeweils nur für fünf Minuten zum Einsatz.

Bayern-Coach Pep Guardiola betonte, dass Götze "noch Zeit braucht" und auch der Spieler selbst beteuert, er habe "noch nicht die Kraft für 90 Minuten".

Individuelles Training

Dass er dennoch für die Nationalmannschaft nominiert wurde, ist zwischen Löw und den Bayern abgesprochen.

Man kam darüber überein, dass der 37-Millionen-Man beim DFB ein individuelles Programm mit den DFB-Fitnesstrainern absolvieren wird und nach Lage der Dinge auch zu kurzen Einsätzen kommen soll.

Dies nutzt wohl auch dem Spieler, denn bei den Bayern sind wegen der zahlreichen Abstellungen kaum mehr als eine Handvoll Profis im Training.

Kroos als Sechser?

Durch die Ausfälle beider Benders hat Löw inzwischen drei verletzte "Sechser" zu beklagen, nachdem auch Ilkay Gündogan fehlt.

Die beiden wichtigsten, der in Schweden vor dem 100. Länderspiel stehende Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira, sind jedoch dabei.

Zudem hatte sich zuletzt Toni Kroos mit zwei starken Auftritten auf dieser Position als Alternative angeboten.

Durch Reus fällt neben Lukas Podolski die zweite Alternative für die linke Offensivseite aus. Die Wahl dürfte nun zwischen Julian Draxler und Andre Schürrle fallen.

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