Franck Ribery trägt seit 2007 das Trikot des FC Bayern München © getty

Die Top 3 der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres stehen fest. Mit Bayerns Franck Ribery ist auch ein Bundesliga-Profi dabei.

Nyon - Freude bei Franck Ribery, lange Gesichter bei Thomas Müller und Bastian Schweinsteiger:

Die Nominierung des französischen Superstars Ribery für die Wahl zu Europas bestem Fußballer der Saison 2012/13 und die gleichzeitige Streichung der deutschen Nationalspieler Müller und Schweinsteiger aus dem zuvor zehnköpfigen Kreis der Kandidaten sorgte am Dienstag im Lager von Champions-League-Sieger Bayern München für gemischte Gefühle.

Riberys Konkurrenten bei der unter Fachjournalisten durchgeführten Wahl um die Nachfolge des Spaniers Andres Iniesta am 29. August sind der argentinische Weltfußballer Lionel Messi (FC Barcelona) und der portugiesische Champions-League-Torschützenkönig Cristiano Ronaldo (Real Madrid).

Ribery stolz und überglücklich

"Das macht mich stolz, ich bin so glücklich - für mich, die ganze Mannschaft, den ganzen Verein", kommentierte Ribery die Kunde von seiner Nominierung in einer ersten Reaktion auf der Bayern-Homepage.

Die Chancen stünden nach einer "perfekten letzten Saison" sicherlich nicht schlecht, sagte Ribery weiter: "Wir haben alles gewonnen. Warum nicht auch diesen Titel? Aber auch so bin ich schon glücklich."

Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenige wertete die Auswahl als Anerkennung für seinen Superstar: "Der ganze FC Bayern freut sich mit Franck Ribery. Er hat sich das absolut verdient. Nun wünschen wir ihm natürlich, dass er die Wahl gewinnt."

Beckenbauer glaubt an Ribery

Ein Erfolg des 30 Jahre alten Technikers bei der Wahl steht für Bayern-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer aus sportlicher Sicht außer Frage.

"Messi hat die letzten vier oder fünf Male die Nase vorn gehabt, Ronaldo will es auch einmal werden, aber wenn es wirklich einer verdient hat, dann ist es Ribery", sagte der "Kaiser" bei der Geburtstags-Gala der Deutschen Fußball Liga am Dienstag in Berlin.

Letzter deutscher Sieger vor 17 Jahren

Durch die Streichung von Müller und Schweinsteiger, die den Sprung in die Top 3 der Europäischen Fußball-Union (UEFA) ebenso verpassten wie Münchens niederländischer Champions-League-Held Arjen Robben und der polnische Torjäger Robert Lewandowski von Champions-League-Finalist Borussia Dortmund, verlängerte sich die Durststrecke des deutschen Fußballs bei der traditionellen Wahl auf 17 Jahre ( 745603 DIASHOW: Die Top Ten ).

Als bislang letzter Deutscher hatte Münchens heutiger Sportvorstand Matthias Sammer 1996 nach dem Gewinn des EM-Titels mit der Nationalmannschaft die Auszeichnung als herausragender Spieler des europäischen Kontinents erhalten.

Lewandowski und Bayern-Trio verpassen Top 3

Robben kam mit 57 Punkten als zweitbester Bundesliga-Spieler unmittelbar vor Lewandowski (39 Punkte) und Müller (38) auf den vierten Platz unter den zehn verbliebenen Anwärtern auf die Auszeichnung.

Schweinsteiger belegte mit 32 Zählern den siebten Rang.

Vier Münchner unter den besten Zehn hatte Rummenigge Anfang Juli bei der Bekanntgabe der Top 10 als "Ausdruck und Beweis" dafür genommen, "dass die Mannschaft im vergangenen Jahr viel gewonnen hat".

Zugleich schätze der Ex-Nationalspieler die Shortlist als ein Zeichen ein, "dass auch die einzelnen Spieler Außergewöhnliches geleistet haben. Die Liste ist Ausdruck der Qualität, die unsere Mannschaft hat", sagte Rummenigge.

Weitere Champions-League-Finalisten raus

Ursprünglich waren 26 Spieler für die von Journalisten durchgeführte Wahl nominiert worden.

Im ersten Wahlgang fielen jedoch die Münchner Philipp Lahm, Javier Martinez, Mario Mandzukic und Manuel Neuer ebenso aus der Wertung wie Ilkay Gündogan und Mario Götze, die beide in der vergangenen Saison für Dortmund spielten.

Bei der Wahl in Prag treffen wiederum Journalisten die entscheidende Wahl zwischen den drei verbliebenen Kandidaten, von denen Messi die Auszeichnung 2011 schon einmal gewonnen hat.

Die Medienvertreter stimmen dabei live auf elektronischem Weg ab.

Zwei deutsche Frauen in Top 3

Bei der erstmals stattfindenden Frauen-Wahl (5. September) sind die Aussichten auf den Erfolg einer deutschen Europameisterin groß.

Einzige ausländische Rivalin für Torhüterin und Final-Matchwinnerin Nadine Angerer (Frankfurt/Brisbane) sowie Triple-Gewinnerin Lena Goeßling (VfL Wolfsburg) ist die schwedische EM-Torschützenkönigin Lotta Schelin (Olympique Lyon).

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