Horst Hrubesch ist seit dem 21. Juni 2013 Trainer der U-21-Nationalmannschaft © getty

Horst Hrubesch sieht die deutsche U21-Nationalmannschaft trotz des EM-Debakels in Israel im Juni für die Zukunft gut gerüstet.

Frankfurt/Main - Mit "etwa 50 Spielern im Dunstkreis" strebt der neue Trainer der deutschen Nachwuchs-Auswahl die Titel bei der Europameisterschaft 2015 in der Tschechischen Republik und bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro an.

"Die Vorbereitung auf Länderspiele ohne ein großes, übergeordnetes Ziel macht aus meiner Sicht keinen Sinn. Natürlich ist die Qualifikation für die Olympischen Spiele eine Riesenaufgabe, schließlich waren wir seit 1988 nicht mehr qualifiziert", sagte Hrubesch der verbandseigenen Homepage.

"Es wird ein schwerer Weg, den wir Schritt für Schritt bewältigen wollen", so Hrubesch weiter.

Qualität verbessern

"Wir müssen die Qualität der Mannschaft von Spiel zu Spiel verbessern und vor Augen haben, was wir erreichen wollen. Das bedeutet, dass wir nach der Gruppenphase in den Play-offs die Teilnahme an der EM in der Tschechischen Republik erreichen wollen", sagte Hrubesch.

"Und dann werden wir dort nicht antreten, um uns mit dem dritten Platz irgendwie für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Sondern wir werden auf den Titel spielen. Und für Rio de Janeiro gilt das gleiche."

Der Europameister von 1980 ist grundsätzlich davon überzeugt, dass seine neuformierte Mannschaft an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen kann.

"Keine Frage, in den betreffenden Jahrgängen steckt eine Menge Qualität. Aber wie schnell findet sich die Mannschaft zusammen?", fragte Hrubesch, der am Donnerstag das Aufgebot für das Länderspiel des DFB-Junioren gegen Frankreich am 13. August in Freiburg bekanntgibt.

Potenzial im Team

"Einige Spieler kenne ich aus den jüngeren Jahrgängen. Dazu kommen weitere, die ich aus der Vergangenheit im Hinterkopf hatte, weil sie großes Potenzial haben. Dann haben sie aber vielleicht den Verein gewechselt oder kommen noch nicht so zum Zug. Für die neue U21 sind etwa 50 Spieler in unserem Dunstkreis", sagte er.

Hrubesch war nach dem Vorrundenaus der U21 vom DFB als Nachfolger von Rainer Adrion berufen worden und soll den Unterbau der A-Nationalmannschaft wieder in eine bessere Zukunft führen, nachdem er die U21 mit den heutigen Topstars Mesut Özil, Sami Khedira und Manuel Neuer bereits 2009 zum EM-Titel geführt hat.

Erfahrene sollen Verantwortung übernehmen

Die Talente, die bei der EM in Israel bereits Erfahrungen sammeln konnten, sollen möglichst auch das Gerüst der neuen Mannschaft bilden: "Natürlich spielen Jungs wie Bernd Leno oder Kevin Volland schon an der oberen Grenze in der U21", erklärte Hrubesch.

"Aber es gibt auch einige Spieler, deren Potenzial wir weiterentwickeln wollen. Die erfahrenen Spieler werde ich in die Verantwortung nehmen, wenn sie sich anbieten. Das kann dann als Führungsspieler oder Mannschaftsspieler sein", befindet der Bundestrainer.

Überraschungen für die Nominierung schloss Hrubesch aber nicht aus: "Es ist aber nun mal eine Sisyphus-Arbeit, sich einen Überblick zu verschaffen. Schließlich beobachten wir die Bundesliga, die Zweite Liga und die Dritte Liga."

Eigenes Mitarbeiterteam

Hrubesch hat sich für sein zweites Engagement bei der U21 auch ein eigenes Mitarbeiterteam zusammengestellt:

"Ich bringe meinen langjährigen Assistenten Thomas Nörenberg mit, der auch schon bei den Titelgewinnen mit der U 19 im Jahr 2008 und bei der U21 in Schweden 2009 an meiner Seite war", meinte Hrubesch.

"Dazu habe ich Ralf Peter aus der Riege der DFB-Trainer vor allem fürs Scouting ins Team geholt, weil er ein unglaublich akribischer Fußball-Lehrer mit großem Fachwissen ist, der uns entscheidend unterstützen kann. Dazu kommt noch Uwe Gospodarek, der ja bereits in Israel der Torwarttrainer bei der U21 war."

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