Stadt der Liebe - eigentlich sollte man sich in Paris so richtig wohl fühlen. Doch richtig gemütlich ist es im PSG-Fanshop nicht.

50 Jahre Elysees-Vertrag, deutsch-französische Freundschaft, Stadt der Liebe - eigentlich sollte man sich in Paris so richtig wohl fühlen.

Doch die Lieben sind zu Hause in München, und Frankreichs Hauptstadt präsentiert sich Anfang Februar ziemlich ungemütlich. Zwar liegt kein Schnee wie in Deutschland, aber es ist kalt und windig.

An den Bahnhöfen werden Patrouillen mit Maschinengewehren eingesetzt - Frankreich hat seit dem Militäreinsatz in Mali die Sicherheitsstufe erhöht.

Am Dienstagabend beim Abschlusstraining im Stade de France regnet es leicht, und am Mittwochvormittag werden die Deutschen so richtig nass gemacht: 2:8 verliert die Journalisten-Auswahl im Fußballspiel gegen die Franzosen. Gastfreundschaft sieht anders aus...

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Beim 3:3 vor einem Jahr in Bremen hieß es immerhin noch 3:3, damals spielte bei Frankreich "nur" der ehemalige Werder-Star Johan Micoud mit.

Dieses Mal laufen die Franzosen mit dem Ex-Bayern Bixente Lizarazu, der im Weltfußball von der Champions League bis zur WM alles gewonnen hat, und dem ehemaligen Arsenal-Star Robert Pires auf.

"Nächstes Mal holen wir uns auch Verstärkung", heißt es im deutschen Lager. Scholl, Strunz und Helmer: bitte übernehmen Sie!

Auch ich fehle beim Kick - eine alte Knieverletzung macht Probleme - und vertrete mir stattdessen die Beine bei einem Spaziergang auf den Champs-Elysees. Plötzlich eine Menschentraube vor der Nummer 32. Doch das ist nicht die Hausnummer, sondern die Rückennummer von David Beckham.

Kleine Jungs und erwachsene Männer stehen vor dem Fanshop von PSG, dem neureichen Scheichklub aus St. Germain.

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Beckham zu verpflichten hatte sicher mehr mit Marketing als mit sportlichen Gründen zu tun.

Die Kasse klingelt jedenfalls. 110 Euro kostet das Beckham-Trikot mit Nummer. "Non, merci" heißt es für mich. Ich gebe mein Geld lieber woanders aus.

Im Marais, dem historischen ehemals jüdischen Viertel zwischen Hotel de Ville und Bastille, gibt es viele kleine Läden, die zum Bummeln und Essen einladen. Besonders lecker: "L'As du Fallafel" mit seiner gleichnamigen Spezialität.

"Recommended by Lenny Kravitz" steht neben der Eingangstür, wie schon vor 14 Jahren, als ich zum ersten Mal hier war. Lenny habe ich zwar auch dieses Mal nicht getroffen, doch das kann ich verschmerzen. Das Essen ist mir ohnehin lieber als seine Musik.

Im "AS" zu sitzen ist fast wie nach Hause zu kommen. Liebe geht eben durch den Magen.

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