Miroslav Klose hat bisher 67 Länderspiel-Tore erzielt © imago

Klose fehlt dem DFB-Team gegen Frankreich. Ein BVB-Trio sagt ab, Bundestrainer Löw nominiert einen Dortmunder nach.

Von Tom Vaagt

München/Frankfurt/Main - Am Stock nach Paris: Ohne sechs Leistungsträger reist die deutsche Nationalmannschaft zum Testspiel gegen Frankreich.

Neben den Münchnern Bastian Schweinsteiger und Holger Badstuber stehen Bundestrainer Joachim Löw am Mittwoch (ab 20.30 Uhr im LIVE-TICKER) auch die Dortmunder Mario Götze, Marco Reus und Marcel Schmelzer nicht zur Verfügung (News).

Am Montagnachmittag musste zudem Miroslav Klose wegen eines Außenband-Teilabriss im rechen Knie passen ? und die Liste der Ausfälle könnte sich weiter verlängern.

Sollten die angeschlagenen Lars Bender und Ilkay Gündogan ebenfalls ausfallen, wären acht Spieler nicht dabei.

Schon beim letzten DFB-Test im vergangenen November beim 0:0 in den Niederlanden hatten neun Profis abgesagt. 636514 (DIASHOW: Der DFB-Kader für das Frankreich-Spiel)

"Man muss das so akzeptieren"

"Am liebsten würden wir mit dem kompletten Kader antreten, aber das muss man nun so akzeptieren", sagt Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff trotzig: "Wenn uns ein Sieg gelingen würde, wäre das ein guter moralischer Aspekt für die Mannschaft. Die Statistik muss gebrochen werden."

Im Stade de France soll der erste Sieg über die Equipe Tricolore seit 1987 und der erste Triumph in Frankreich seit 1935 glücken.

Zudem startete die DFB-Elf zuletzt 2008 erfolgreich in ein Länderspieljahr. Folglich betont auch Löw im Vorfeld der Partie nachdrücklich, dass der Test "keine Spaß-Veranstaltung" wird.

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Merkel auf der Tribüne

"Der Auftakt ist natürlich wichtig", sagt Bierhoff, dessen Team auf der Tribüne von Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützt wird.

Zuletzt wurde Löws Mannschaft den Ansprüchen nicht immer gerecht. Die EM mit dem Aus im Halbfinale verlief unglücklich, das 4:4 in der WM-Qualifikation gegen Schweden war denkwürdig.

Nach den Ausfällen ist das Duell in Frankreich nach Ansicht Bierhoffs nun "eine Gelegenheit für andere, sich zu präsentieren und das ein oder andere weiterzuentwickeln".

Man wolle "diesen Konkurrenzkampf", betonte der Europameister von 1996.

Als wirklicher Härtetest taugt das Spiel aber kaum. Um die gröbsten Personalprobleme abzufedern, nominierte Löw am frühen Montagabend den Dortmunder Sven Bender nach.

Aufstellung wird zur Baustelle

Götze und Reus hätten sicher ihre Bewährungschance bekommen.

Der angeschlagene Gündogan hätte sich nach seinen starken Leistungen in Dortmund eventuell als Schweinsteiger-Ersatz profilieren dürfen. Die Problemzone links hinten ist durch Schmelzers Ausfall wieder akut.

Und im Sturm hat Löw nach der beharrlichen Missachtung des Leverkuseners Stefan Kießling einzig den in München zum Bankdrücker degradierten Mario Gomez zur Verfügung.

Adler gibt Comeback im Tor

Im Tor kommt der Hamburger Rene Adler 812 Tage nach seinem zehnten zu seinem elften Länderspiel.

Doch der Einsatz des Hamburgers ist eher eine Belohnung als eine echte Bewährungsprobe.

"Ich sehe das nicht als Chance, die Nummer eins zu werden. Das eine Spiel wird an der Rollenverteilung nicht viel ändern, da brauche ich mir nichts vorzumachen", sagt Adler.

Neuer, der an Adler erst durch dessen Verletzung kurz vor der WM 2010 vorbeigezogen war, sieht in der einstigen Nummer eins aber anscheinend einen echten Rivalen und äußerte sich kritisch über seine vorübergehende Degradierung zum Bankdrücker. Beim DFB beurteilt man dies jedoch gelassen.

"Es ist nicht nur legitim, es freut mich sogar, dass er gerne spielen will. Ich wäre traurig, wenn ein Spieler sagen würde, es sei ihm egal", sagt Bierhoff.

Löw wieder voller Tatendrang

Ein anderer Bayern-Profi, nämlich Gomez, soll die Tage bei der Nationalelf nutzen, um Selbstvertrauen zu tanken.

"Die vergangenen Jahre habe gezeigt, dass die Nationalmannschaft schon einigen Spielern geholfen hat, durch schwere Zeiten im Verein durchzugehen", erklärt der darin selbst erfahre Ex-Nationalstürmer Bierhoff und hofft auf eine Trotzreaktion bei Gomez, der verletzungsbedingt seit der EM nicht mehr im DFB-Kader stand.

Bundestrainer Löw strotzt nach einer kurzen Frustphase derweil wieder vor Tatendrang.

"Nach der Enttäuschung bei der EM habe ich ein wenig Zeit gebraucht, um zu analysieren und mir Gedanken zu machen", sagte er der "Sport Bild": "Nun gilt mein Fokus wieder den Zielen, die vor uns liegen. Ich spüre erneut eine große Motivation für die Zukunft."

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