Benedikt Höwedes (l.) absolvierte sein erstes Länderspiel im Mai 2011 gegen Uruguay © imago

Trotz des müden 0:0 in den Niederlanden zeigt sich Benedikt Höwedes im SPORT1-Interview keineswegs unzufrieden,und zieht Bilanz.

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar

Amsterdam - So viel Schalke gab es lange nicht in der Nationalmannschaft:

Gleich vier königsblaue Profis, darunter Debütant Roman Neustädter, kamen beim 0:0 gegen die Niederlande (Spielbericht) in der DFB-Auswahl zum Einsatz, zudem noch Ibrahim Afellay auf Seiten der Gastgeber.

Entsprechend zufrieden konnte S04-Kapitän Benedikt Höwedes nach dem letzten Länderspiel des Jahres sein, zumal der 24-Jährige zu den besten Deutschen gehörte. ( 639390 DIASHOW: Die Einzelkritik )

Im SPORT1-Interview zeigt sich der zehnfache Nationalspieler alles andere als unzufrieden mit dem müden Testkick von Amsterdam, lobt die Defensive und zieht seine Bilanz des EM-Jahres. ( 639285 DIASHOW: Bilder des Spiels )

SPORT1: Fünf Schalker im Einsatz, einer auf der Bank - für Sie als S04-Kapitän muss es ein tolles Erlebnis gewesen sein?

Benedikt Höwedes: Ich habe mich natürlich darüber gefreut. Ich weiß gar nicht, ob überhaupt mal vier Schalker für Deutschland gespielt haben. Das zeigt, dass unsere Arbeit im Verein Früchte trägt und wir auf einem guten Weg sind. Jetzt hoffe ich nur, dass sich Ibrahim Afellay nicht schwerer verletzt hat.

SPORT1: Wie haben Sie das Spiel gesehen?

Höwedes: Es war sicher kein Spektakel. Defensiv haben wir gut gestanden und keine Chance zugelassen. Offensiv hatten wir wenige, aber sehr gute Möglichkeiten, die wir leider nicht genutzt haben. Wir sind dennoch nicht unzufrieden.

SPORT1: Warum haben beide Teams so abwartend gespielt?

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Höwedes: Man hat ja gesehen, dass beide Mannschaften gut verteidigen. Deshalb war allen klar, dass es umso schwieriger wird, wenn man einmal in Rückstand gerät. Trotzdem hatten wir gute Chancen, haben sie nur leider nicht reingemacht.

SPORT1: Sie selber haben phasenweise als Rechtsverteidiger einen verkappten Rechtsaußen gespielt.

Höwedes: Ich habe meine Chance gesehen, weil rechts viel Platz war und Robben die Defensivarbeit etwas vernachlässigt hat. Zweimal hat das gut geklappt, nur leider haben Mario Götze und Marco Reus die Vorlagen nicht ins Tor geschossen.

SPORT1: Wie sehr hilft es der Mannschaft, dass nach dem Schweden-Spiel wieder die Null stand?

Höwedes: Für das Gefühl ist so ein Ergebnis natürlich gut, wenn man im Spiel zuvor nach einer 4:0-Führung noch vier Tore kassiert hat. Wir haben defensiv gut gegen den Ball gearbeitet, zumal die Holländer ja keine schlechte Offensive besitzen.

SPORT1: Kann man sonst etwas aus so einem Spiel mitnehmen?

Höwedes: Wir haben auf viele Stammkräfte verzichten müssen, so dass einige Nachrücker ihre Chance bekommen haben. Ich denke, dass wir insgesamt die Ausfälle recht gut kompensiert haben.

SPORT1: Wie fällt Ihre Bilanz des Länderspieljahres 2012 aus?

Höwedes: Das war mein zehntes Länderspiel, von daher kann ich ganz zufrieden sein. Auch wenn ich natürlich gerne noch mehr Einsatzzeiten hätte, aber ich hatte auch einige Verletzungspausen. Ich suche weiter meine Chance, vor allem auch als Innenverteidiger, wo ich meine größten Stärken sehe.

SPORT1: Und wie fällt Ihr generelles Fazit aus?

Höwedes: Wir haben bis zum Halbfinale eine gute EM gespielt. Das Spiel gegen Italien hatten wir uns natürlich auch anders vorgestellt, aber da hat die Tagesform gegen uns entschieden. Ich denke, das Team ist weiter in der Entwicklungsphase und verbessert sich Schritt für Schritt weiter. Ich sehe unsere Aussichten sehr positiv.

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