Lewis Holtby (l.) absolvierte gegen die Niederlande sein drittes Länderspiel © getty

Deutschland und Holland zeigen im Klassiker wenig. Notstürmer Götze kommt fast gar nicht zum Zug, Reus trifft den Pfosten.

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar

Amsterdam - Die deutsche Nationalmannschaft hat das Länderspieljahr zumindest mit einem Teilerfolg beendet.

In einem Spiel auf äußerst schwachem Niveau kam das Team von Bundestrainer Joachim Löw vor 51.000 Zuschauern in der Amsterdam Arena gegen die Niederlande zu einem 0:0. ( 639285 DIASHOW: Bilder des Spiels )

Dabei hatte die nach acht Absagen komplett umgebaute DFB-Auswahl in der müden Partie zwar die besseren Torchancen, am Ende war das Ergebnis aber durchaus leistungsgerecht.

Erst das zweite 0:0 gegen Holland

Im 40. Prestigeduell mit dem Nachbarn war es erst das zweite torlose 0:0, zuletzt gab es dieses Resultat im Oktober 1988 in München.

Immerhin stand vier Wochen nach dem 4:4 gegen Schweden dank der aufmerksamen deutschen Defensive gegen die Mannschaft von Ex-Bayern-Coach Louis van Gaal wieder die Null.

Debüt für Holtby

In seiner runderneuerten Anfangself gab Löw überraschend Lewis Holtby den Vorzug vor Lukas Podolski.

Als einzige Spitze lief unerwartet Mario Götze auf, der sich als Vertreter der beiden verletzten Torjäger Miroslav Klose und Mario Gomez aber schwer tat.

Die fehlende Abstimmung war dem EM-Halbfinalisten über weite Strecken anzumerken. Doch auch die Niederländer waren vor allem darauf bedacht, hinten sicher zu stehen und keine Fehler zu machen.

Rasenschach und Tempoarmut

[image id="f654f4eb-63ea-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

So erinnerten große Teile der tempoarmen ersten Hälfte eher an Rasenschach. Gefährlich wurde es entsprechend dann, wenn es schnell ging.

Dabei nutzte Benedikt Höwedes als Rechtsverteidiger immer wieder den Platz, den ihm die Gastgeber ließen. Bei seiner ersten guten Vorlage scheiterte Götze aus kurzer Distanz zweimal an Oranje-Keeper Kenneth Vermeer (21.).

Sechs Minuten später flankte Höwedes nach herrlichem Pass von Ilkay Gündogan auf den in der Mitte lauernden Marco Reus, doch dessen schwacher Schuss wurde abgeblockt.

Robben mit der besten Oranje-Chance

Noch mehr Probleme, sich Chancen herauszuspielen, hatten die Niederländer. Bei der besten Möglichkeit stand Arjen Robben nach Zuspiel von Ibrahim Afellay eigentlich im Abseits, Schiedsrichter Pedro Proenca aus Portugal ließ aber weiterspielen.

Der Bayern-Stürmer konnte den Ball auch an seinem Münchner Teamkollegen Manuel Neuer vorbei legen, rutschte dann aber beim Schuss aufs leere Tor aus und zog vorbei (30.).

Dann waren wieder die Deutschen an der Reihe: Erst prallte Reus' Direktabnahme von halblinks an den Außenpfosten (39.), dann kratzte Johnny Heitinga den Schuss aus zwölf Metern von Gündogan für den bereits geschlagenen Vermeer gerade noch von der Linie (45.).

Nach der Pause noch schwächer

Zur zweiten Halbzeit blieb die deutsche Elf unverändert, während van Gaal gleich drei neue Spieler brachte. Besser wurde die Begegnung allerdings nicht, eher im Gegenteil. Zum langsamen Spielaufbau gesellten sich nun auch noch zahlreiche Fehlpässe.

Gefahr ging auf beiden Seiten fast nur noch von Standards aus, und auch hier hatte die deutsche Elf die besseren Chancen. Bei der besten köpfte der auffällige Höwedes nach Holtby-Freistoß knapp vorbei (63.).

Ansonsten aber sank das Niveau der Begegnung immer weiter, so dass nach etwas mehr als einer Stunde erste Pfiffe durch das Stadion hallten.

Auch Podolski ohne Durchschlagskraft

Nach 71 Minuten rückte Podolski für den wirkungslosen Götze in die Sturmspitze, doch auch dem Arsenal-Stürmer fehlte die Durchschlagskraft.

Stattdessen konnten sich die Gäste bei Neuer bedanken, der nach 76 Minuten einen gefährlichen Flachschuss des eingewechselten Daryl Janmaat von der Strafraumgrenze noch um den Pfosten lenkte.

Löw brachte Sven Bender (81.) und Andre Schürrle (84.), doch die Elftaal besaß in der Schlussphase plötzlich Oberwasser. Zu einem Treffer reichte es allerdings nicht mehr, zumal im Schalker Debütanten Roman Neustädter (87.) noch ein zusätzlicher defensiver Mann ins Spiel kam.

Reus, der danach gegen Julian Draxler vom Feld ging, hätte in der Nachspielzeit sogar fast noch das Siegtor erzielt, doch der Ball rutschte ihm aus bester Position über den Spann.

Weiterlesen