Bei der EM verloren die Niederlande mit Huntelaar (l.) 1:2 gegen Deutschland © getty

Hollands Torjäger spricht bei SPORT1 über das Prestigeduell gegen Deutschland, den Bondscoach und seinen Schalker Vertragspoker.

Von Thorsten Langenbahn

Gelsenkirchen - Diesmal will's der "Hunter" endlich wissen.

Zwei Spiele, zwei Niederlagen, kein Treffer - so lautet Klaas-Jan Huntelaars persönliche Nationalmannschaftsbilanz gegen Deutschland.

Im November 2011 in Hamburg wurde der Mittelstürmer des FC Schalke 04 nach 76 Minuten gegen Roy Beerens von AZ Alkmaar ausgewechselt - Endstand: 0:3.

Im Juni 2012 kam er im EM-Gruppenspiel in Charkow dann nach der Pause für seinen jetzigen Vereinskollegen Ibrahim Afellay ins Spiel ? Endstand: 1:2.

Diesmal hofft der 29-Jährige auf einen besseren Ausgang. "1:0 für die Niederlande", tippt der Schalke-Angreifer und amtierende Bundesliga-Torschützenkönig für das Prestigeduell in Amsterdam (Mi., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER).

Huntelaar darf dabei mit ziemlicher Sicherheit von Beginn an auflaufen, weil Konkurrent Robin van Persie wegen einer Oberschenkelverletzung passen muss.

Im SPORT1-Interview spricht der S04-Torjäger über das direkte Duell mit seinen Klub, Bondscoach Louis van Gaal, den Konkurrenzkampf im Oranje-Team und seine Vertragsverlängerung auf Schalke.

SPORT1: Herr Huntelaar, Schalke-Trainer Huub Stevens hat Ibrahim Afellay und Sie gegen Bremen zuerst ausgewechselt. Wollte Ihr Landsmann Sie beide fürs Länderspiel schonen?

Klaas-Jan Huntelaar: (lacht) Das weiß ich nicht. Das müssen Sie den Trainer fragen.

SPORT1: War das 2:1 gegen Werder am Ende ein glücklicher Erfolg?

Huntelaar: Wir haben gut angefangen, dann das Gegentor bekommen, aber am Ende verdient gewonnen. Der Sieg war ganz wichtig. Wir haben in den vergangenen Wochen viele Spiele gemacht, da war auch ein bisschen Müdigkeit zu spüren. Aber wenn man 2:1 führt, ist es einfacher, als wenn man 1:2 hinten liegt.

[kaltura id="0_drywnyci" class="full_size" title="Absagenflut beim DFB-Team"]

SPORT1: In Benedikt Höwedes, Roman Neustädter, Julian Draxler und Lewis Holtby stehen gleich vier Schalker im DFB-Kader. Haben die Kollegen Sie schon vorgewarnt, dass es für die Niederlande nicht leicht wird?

Huntelaar: Nein. Wir haben uns nach Arsenal erst mal nur auf Bremen konzentriert und nicht viel darüber gesprochen. Erst mit dem Treffen bei der Nationalmannschaft fing die Vorbereitung auf das Länderspiel richtig an.

SPORT1: Also gibt's auch keine Wette? Zum Beispiel dass Sie bei einer Niederlage im Deutschland-Trikot trainieren müssen?

Huntelaar: Nein, wir haben nichts gewettet.

SPORT1: Vor einem Jahr in Hamburg hieß es 0:3 gegen die deutsche Elf, bei der EM 1:2. Hat die Elftal gegen das DFB-Team noch eine Rechnung offen?

Huntelaar: Das ist ein neues Spiel. In diesen beiden Spielen hatten wir keine Chance zu gewinnen. Seitdem haben wir viel gewechselt, viele neue Leute und junge Spieler in der Mannschaft. Wir besitzen viel Potenzial, und wir können in diesem Spiel sehen, wo wir mit der Nationalmannschaft stehen. Für uns ist es ein guter Test, gegen so eine gute Mannschaft wie Deutschland zu spielen.

SPORT1: Unter dem neuen Bondscoach van Gaal gab es seit August vier Siege aus fünf Spielen. Welchen Anteil hat der neue Trainer an den jüngsten Erfolgen?

Huntelaar: Er hat viele neue Spieler mit viel Potenzial in die Mannschaft geholt. Das ist sein Verdienst und seine Philosophie. Bis jetzt läuft das super für uns.

SPORT1: Kommen Sie gut mit ihm zurecht, obwohl Sie keinen Stammplatz haben?

Huntelaar: Ja. Ich mag es, wenn Leute direkt sagen, was sie denken. Dann weiß man, woran man ist und was passiert. Ich freue mich immer, zur Nationalmannschaft zu fahren und zu trainieren. Einen Tag vor dem Spiel sehe ich dann, ob ich auch spielen darf.

SPORT1: Was für eine Atmosphäre erwartet die deutsche Mannschaft bei diesem Prestigeduell in der Amsterdam-Arena?

Huntelaar: Niederlande gegen Deutschland, das ist immer ein schönes und ein besonderes Spiel. Die Fans werden voll da sein. Es wird in Amsterdam eine richtig gute Fußballatmosphäre herrschen. Natürlich wollen wir jedes Spiel gewinnen, auch dieses.

SPORT1: In Amsterdam spielen Sie gegen Deutschland. Wie lange spielen Sie noch in Deutschland?

Huntelaar: Ich bin voll konzentriert auf Schalke und auf nichts anderes. Mein Vertrag läuft bis zum Ende der Saison. Wir müssen gucken, was alles passieren kann.

SPORT1: Spielt das Abschneiden in der Champions League eine Rolle für eine Vertragsverlängerung?

Huntelaar: Natürlich ist das Weiterkommen in der Champions League wichtig - für den Verein und die Spieler. Für mich ist es natürlich auch wichtig, aber es ist nicht das Wichtigste.

SPORT1: Abschließend: Ihr Tipp fürs Spiel gegen Deutschland?

Huntelaar: Ich sage: 1:0 für die Niederlande.

Weiterlesen