Miroslav Klose (l.) und Mesut Özil erzielten gegen Schweden drei der vier deutschen Tore © imago

Auch Özil und Klose sagen für den Test gegen die Niederlande ab ab. Manager Bierhoff berichtet dennoch von großer Vorfreude.

Von Andreas Kloo

München/Amsterdam - Zumindest Oliver Bierhoff ist hochmotiviert, in Amsterdam die Fußballschuhe zu schnüren:

"Ich würde mich freuen, ich warte vor jeden Training auf Hansi Flicks Anruf", sagte der Teammanager auf der DFB-Pressekonferenz am Montag in Amsterdam mit einem Augenzwinkern.

So weit wird es zwar doch nicht kommen, dass der frühere Nationalstürmer in die Startelf gegen die Niederlande (Mi., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) rückt.

Aber langsam gehen Bundestrainer Joachim Löw doch die Spieler aus.

In den Klassiker geht er mit einem Rumpfteam.

Auch Özil und Klose fehlen

Sechs kurzfristige Absagen musste er inzwischen hinnehmen.

Am Montag meldeten sich Mesut Özil wegen muskulärer Probleme und Miroslav Klose wegen einer Grippe für die Partie in Amsterdam ab.

Zuvor hatten bereits Jerome Boateng (Muskelfaserriss), Marcel Schmelzer (Mittelfußprellung), Bastian Schweinsteiger (Infekt) und Toni Kroos (Magen-Darm-Virus) abgesagt. Holger Badstuber und Sami Khedira hatten ohnehin wegen Verletzungen auf das Spiel gegen den Erzrivalen verzichten müssen.

Jung als Neuling

Als Ersatz nominierte Löw am Montag den Schalker Lewis Holtby nach. 636514 (DIASHOW: Der deutsche Kader)

Am Sonntag hatte er bereits den Dortmunder Sven Bender und Neuling Sebastian Jung von Eintracht Frankfurt in den Kader berufen.

Und bei den verbliebenen Spielern hält sich die Motivation ohnehin in Grenzen: "Das ist ein Klassetermin, auf den wir uns alle freuen. Da werden wir mit voller Leidenschaft unser Land vertreten und das tun, wofür wir alle geboren wurden: Für Deutschland Fußball spielen", hatte Müller mit der ihm eigenen beißenden Ironie angekündigt.

Bierhoff sieht unheimliche Freude

Den Verdacht, dass die Krankheiten oder Verletzungen der Spieler nur vorgeschoben Alibis seien, wollte Bierhoff nicht stehen lassen: "Uns ärgert, dass wir die Spieler nicht hier haben. Aber wir haben so viel Vertrauen in die Spieler und die Vereine. Wir haben klare Rückmeldungen."

Ein wenig zeigte er auch Verständnis für die Spieler: "Jeder fragt sich: Wieviel kann ich riskieren für ein solches Länderspiel?"

Von fehlender Motivation bei den anwesenden Akteuren wollte er überhaupt nichts wissen: "Ich habe hier viele Spieler gesehen, die sich unheimlich gefreut haben."

Adler und Hummels heiß

Einer davon ist Rückkehrer Rene Adler, dem gegen die Niederlande der erste Einsatz im DFB-Team nach zwei Jahren winkt.

"Ich freue mich wieder hier sein zu dürfen, es ist eine Riesen-Auszeichnung für mich. Das macht mich stolz", sagte der Hamburger Torhüter.

Auch der Dortmunder Mats Hummels, der gegen Schweden und in Irland verletzt fehlte, sehnt den Anpfiff gegen die Oranje-Elf herbei: "Es ist extrem schön, weil ich die letzten beiden Länderspiele absagen musste."

Bierhoff verteidigt Termin

Bierhoff verteidigte nochmal die Ansetzung des Testspiels: "Ich weiß, dass diese November-Termine regelmäßig diskutiert werden, aber es ist wichtig, dass wir solche Tests haben".

Er fügte hinzu: "Es ist ein wichtiger und starker Gegner. Wir wollen gegen eine sicherlich motivierte holländische Manschaft ein Prestigeduell gewinnen und das Schweden-Spiel vergessen machen."

Der Teammanager reagierte damit auf Kritik aus der Bundesliga. Zuletzt hatte Bayer-Manager Rudi Völler die Ansetzung der Partie zuletzt heftig kritisiert und gefragt:

"Warum findet es überhaupt statt?" Die Spieler seien aktuell im "Vollstress": "Was zu viel ist, ist zu viel", moserte der Ex-Teamchef.

Löw kann testen

Der Bundestrainer kann nun jedenfalls einige neue Varianten testen.

Nach der Absage von Klose wird nun wohl der Dortmunder Marco Reus in vorderster Front auflaufen. Holtby winkt ein Einsatz als Spielmacher.

Kapitän Philipp Lahm dürfte links verteidigen, für die Position rechts in der Vierekette kommen Jung, Benedikt Höwedes und Heiko Westermann in Frage.

Das defensive Mittelfeld-Tandem bilden aller Voraussicht nach Ilkay Gündogan vom BVB und der Leverkusener Lars Bender.

"An der fehlenden Qualität wird es auf keinen Fall scheitern. Wir haben in Deutschland das Glück, dass wir viele gute Spieler haben", wischte Hummels die Personalsorgen beiseite.

Van Persie sagt ab

Löws Gegenüber Louis van Gaal muss ohne seinen Torjäger Robin van Persie verzichten.

Der Star-Angreifer von Manchester United laboriert an einer Oberschenkelverletzung und sagte am Montag ab.

Der Bondscoach nominierte dafür den Wolfsburger Bas Dost nach. Außerdem wurden nachträglich noch Jeroen Zoet, Jordy Clasie, Ruben Schaken und Stefan de Vrij in die Elftal berufen.

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