Joachim Löw ist seit 2006 Cheftrainer der Deutschen Nationalmannschaft © getty

Der Bundestrainer bleibt bei seiner Defensivstrategie, zeigt sich einsichtig und hält Kritik keinesfalls für abwegig.

München - Bundestrainer Joachim Löw stellt sich der wachsenden Kritik am spielerischen Niveau der Nationalmannschaft.

"Ich halte es nicht für abwegig, dass wir jetzt kritischer gesehen werden", hält Löw im Interview mit der "Bild" fest.

Seinem Team fehle "derzeit die Leichtigkeit, es läuft nicht alles rund. Wir müssen uns im spielerischen Bereich stabilisieren."

Es sei aber "vielleicht gut, wenn die Defizite offenkundig werden. Dann weiß man, wo man konkret ansetzen muss".

"Die EM ist verarbeitet"

Einen Zusammenhang der zuletzt durchwachsenen Auftritte mit der Niederlage im EM-Halbfinale gegen Italien (1:2) schließt Löw aus. "Wir weinen dem Italien-Spiel nicht hinterher, die EM ist verarbeitet", sagte er.

Löw warnt allerdings auch vor überzogenen Erwartungen: "Es ging sechs Jahre lang nur bergauf, mit riesigen Schritten. Die Schritte nach ganz oben können also gar nicht mehr so groß sein, werden jetzt zwangsläufig kleiner."

Löw: Khedira und Lahm haben recht

Die widersprüchlichen Aussagen von Kapitän Philipp Lahm und Sami Khedira zur Zielsetzung bei der WM in Brasilien sieht Löw nicht als Problem.

"Philipp ist der Kapitän, er hat gesagt, dass der Titel das Ziel sein muss. Er hat aber auch ergänzt, dass es keine Garantie geben kann. Da hat er recht", erklärt der Trainer: "Und Sami hat gesagt, dass wir uns erst mal auf die Qualifikation konzentrieren sollen. Auch er hat recht." (DATENCENTER: WM-Qualifikation)

Er selbst habe der Mannschaft gesagt: "Lasst uns jetzt über die Gegenwart sprechen. Die WM in Brasilien ist aktuell nicht das Thema."

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