Philipp Lahm (2.v.l.) ist seit Juni 2011 offiziell Kapitän der deutschen Nationalmannschaft © getty

Nach dem Österreich-Sieg spricht Philipp Lahm die Fehler der DFB-Elf an, freut sich aber über den optimalen Start in die WM-Quali.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Wien - Philipp Lahm spielte wie die meisten seiner Mannschaftskollegen.

Der Kapitän der DFB-Auswahl leistete sich Ballverluste, stand häufig nicht gut zum Gegner und leitete mit einem Fehlpass eine Großchance des Gegners ein. ( 611023 DIASHOW: Die Bilder des Spiels )

"Wir haben einen Gegner, der eigentlich schon am Boden lag, wieder aufgebaut und sind wieder unter Druck geraten, weil wir sie eingeladen haben?", räumte Lahm ein.

Zudem sah der Münchner, wie schon beim 3:0 gegen die Färöer, die Gelbe Karte und ist somit für das nächste Spiel in Irland am 12. Oktober gesperrt. (DATENCENTER: WM-Qualifikation)

Nach dem glücklichen 2:1-Erfolg in Österreich freute sich Lahm über die optimale Punktausbeute in der WM-Qualifikation, sprach aber auch die Fehler des deutschen Teams an. 611039 (DIASHOW: Die DFB-Einzelkritik)

Frage: Herr Lahm, wie lautet Ihr Fazit zum Spiel?

Philipp Lahm: Wir hatten zwei Qualifikationsspiele und gehen hier mit sechs Punkten weg. Von daher können wir sehr, sehr zufrieden sein. Mit der Art und Weise wie wir heute gespielt haben, kann man natürlich nicht zufrieden sein. Wir haben einen höheren Anspruch.

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Frage: Was ist konkret falsch gelaufen?

Lahm: In den ersten 20 Minuten haben wir gegen das Pressing der Österreicher keine Lösung gefunden. Bei uns hat die Raumaufteilung nicht funktioniert. Dann gerät man unter Druck. Ich glaube, dass alle Torchancen daraus resultiert sind, dass wir Fehler gemacht haben und Ballverluste hatten. Dass Österreich stark gespielt hat, steht außer Frage.

Frage: Sie haben nach dem 2:0 noch einmal zittern müssen. Was haben Sie sich vorzuwerfen?

Lahm: Dass wir einen Gegner, der eigentlich schon am Boden lag, wieder aufgebaut haben. Wir haben nach dem 2:0 sofort das Gegentor bekommen und sind wieder unter Druck geraten, weil wir sie eingeladen haben.

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Frage: Österreich hat energisches Pressing gespielt. Das hatte man eigentlich von der deutschen Mannschaft eigentlich auch erwartet. Warum war davon nichts zu sehen?

Lahm: Wir wollten nach Ballverlust sofort draufgehen, ansonsten wollten wir nicht vorne angreifen. Das war unsere Marschroute, weil wir in unserem Spiel gerne ein bisschen Raum haben. Das war aber nicht das Problem, sondern dass wir keine Lösung gefunden haben, schlecht hinten raus gespielt haben und eine schlechte Raumaufteilung hatten.

Frage: Waren Sie überrascht von den Österreichern?

Lahm: Dass sie eine gute Mannschaft haben, wussten wir vorher auch. Wir kennen ja die meisten Spieler aus der Bundesliga. Von daher war es für uns nichts Neues. Wir sind nicht davon ausgegangen, dass sie so früh pressen.

Frage: Spürt man bei der deutschen Mannschaft trotz der beiden Siege noch ein bisschen die Nachwehen der Europameisterschaft?

Lahm: Wir stehen am Anfang einer Saison. Es ist normal, dass da noch nicht alles funktioniert. Wichtig ist trotzdem, dass wir mit sechs Punkten nach Hause fahren.

Frage: Was bleibt hängen: ein gutes oder ein nachdenkliches Gefühl?

Lahm: Ein sehr, sehr gutes, weil wir optimal in die WM-Qualifikation gestartet sind. Wenn vorher jemand gesagt hätte, wir gehen mit sechs Punkten nach Hause, wäre alles in Ordnung gewesen.

Frage: War es einer der glücklichsten siege in Ihrer Karriere?

Lahm: Das spielt für mich überhaupt keine Rolle. Es gab auch Niederlagen, die sehr, sehr bitter waren.

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