Manuel Neuer (r. mit Pogatetz) wechselte 2011 vom FC Schalke 04 zum FC Bayern München © getty

Das DFB-Team ist vor dem WM-Qualifikationsspiel in Österreich gewarnt. David Alabas Ausfall kommt Deutschland sehr entgegen.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Wien - Im Wiener Ernst-Happel-Stadion stand es in der EM-Qualifikation zwischen Österreich und Deutschland 1:1.

Mario Gomez hatte die DFB-Auswahl unmittelbar vor der Halbzeitpause in Führung gebracht.

Nach dem Wechsel unterlief Arne Friedrich ein Eigentor, Österreich drängte auf das zweite Tor, doch in der Nachspielzeit erzielte Gomez den Siegtreffer.

"Wir haben damals nicht unser bestes Spiel gezeigt, aber glücklich gewonnen. Ein Unentschieden wäre sicher das gerechtere Ergebnis gewesen", erinnert sich Manuel Neuer im Gespräch mit SPORT1 an jenen Abend des 3. Juni 2011.

Neuer fordert einen Sieg

Heute (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) kehrt der Nationaltorwart mit seinen Mannschaftskollegen an den Ort des Geschehens zurück.

Einen Sieg hat er sich vorgenommen - doch nicht nur das. (DATENCENTER: WM-Qualifikation)

"Dieses Mal wollen wir auch die bessere Mannschaft sein und die Partie verdient gewinnen. Diesen Anspruch haben wir", sagt Neuer.

Doch er weiß, dass dieses Vorhaben nicht leicht umzusetzen sein wird, denn Österreichs Team hat in den vergangenen 15 Monaten einen großen Entwicklungsschub gemacht.

Respekt vor Österreich

Das Spiel sei "auf jeden Fall ein echter Härtetest" und er habe "großen Respekt vor den Österreichern", sagte Neuer und stellte den Gegner sogar über die EM-Teilnehmer Schweden und Irland.

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"Wir sind Favorit auf den Gruppensieg, danach schätze ich die Österreicher am höchsten ein."

Das ÖFB-Team sei in der Qualifikation für die EM 2012 nur gescheitert, "weil es überraschend Probleme mit den so genannten kleinen Gegnern hatte", glaubt Neuer:

"Die letzten Duelle mit Ihnen waren hart und sie haben in den vergangen Jahren viele junge Spieler in ihre Mannschaft integriert. Viele haben sich in der Bundesliga etabliert, das sagt doch schon alles."

Alaba fehlt verletzt

Neun Bundesligaprofis werden aller Voraussicht nach am Abend in Österreichs Startelf stehen. (BERICHT: Kein Gedanke an Brasilien)

Und wenn Neuers Münchner Vereinskollege David Alaba nicht verletzt fehlen würde, wären es vielleicht sogar zehn.

"Es ist wirklich sehr schade, dass er verletzt fehlt. Bei uns, beim FC Bayern, und natürlich auch bei Österreich", findet Neuer.

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Klose: "Wir kennen ihre Stärken"

Dass so viele Österreicher in Deutschland spielen, könne aber auch ein Vorteil für die DFB-Elf und vor allem für ihn selbst sein, glaubt Neuer:

"Es ist für einen Torwart besser, wenn man die Gegner kennt. Es ist etwas einfacher, den Gegner einzuschätzen."

"Wir kennen ihre Stärken, aber auch die Schwächen", blies Miroslav Klose ins gleiche Horn. (BERICHT: Wer kommt nach Klose und Gomez?)

Löw warnt

Joachim Löw dürfte es ganz recht sein, dass Alaba, mit 19 schon zu Österreichs Fußballer des Jahres gewählt, nicht spielt.

"Wir hatten hier schon größere Probleme", sagte Löw am Montag auf der Abschluss-Pressekonferenz im Stadion.

Dabei dachte er nicht nur an das äußerst schmeichelhafte 2:1 im vergangenen Jahr, sondern auch an den hart erkämpften 1:0-Erfolg im entscheidenden Gruppenspiel während der EM 2008.

"Österreich versucht schon lange, Deutschland in die Knie zu zwingen", meinte Löw.

Lob für Koller

"Die Grundordnung bei Österreich war zuletzt sehr gut, sie sind auch in der Lage, wahnsinnig schnell umzuschalten", erklärte der Bundestrainer und lobte die Arbeit seines Gegenübers Marcel Koller und die Entwicklung beim Gegner.

"Sie hatten einige Achtungserfolge in den U-Mannschaften, die Ausbildung ist sehr gut", meinte Löw.

"Dieses Mal spürt man bei allen, dass sie es ernst meinen wenn sie sagen, sie seien in der Lage, uns zu schlagen. Wir nehmen jeden Gegner ernst und respektieren sie, aber Angst haben wir keine."

Vorfreude bei Lahm

Philipp Lahm kann es kaum erwarten, wieder im Ernst-Happel-Stadion aufzulaufen.

Am Abend werden wieder zigtausende Fans rot-weiß-rote Fähnchen zur Walzermusik schwenken und die heimliche Nationalhymne "I am from Austria" von Rainhard Fendrich singen. (EXKLUSIV: Rainhard Fendrich im SPORT1-Interview)

"Die Vorfreude ist riesig", meinte Lahm, "für mich als Bayer sowieso."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Österreich: Almer - Garics, Prödl, Pogatetz, Fuchs - Baumgartlinger, Kavlak - Arnautovic, Junuzovic, Ivanschitz - Harnik

Deutschland: Neuer - Lahm, Mertesacker, Hummels, Badstuber (Schmelzer) - Khedira, Kroos - Müller, Özil, Reus - Klose

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