Joachim Löw ist seit 2006 Trainer der deutschen Nationalmannschaft © getty

Nach dem Pflichtsieg gegen die Färöer gilt es für die DFB-Elf nachzulegen. Für Joachim Löw ist die WM-Quali kein Selbstläufer.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Wien - Auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2014 will die deutsche Nationalmannschaft den nächsten Schritt machen und nach dem lockeren Auftaktsieg gegen die Färöer den ersten Härtetest bestehen.

"Wir haben die Pflichtaufgabe gewonnen, jetzt heißt es nachzulegen", sagte Bundestrainer Joachim Löw am Montag in Wien vor dem Nachbarduell gegen Österreich am Dienstag (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER). (DATENCENTER: WM-Qualifikation)

"Auf dem Papier sind wir natürlich der Favorit, aber das zählt heute nicht mehr so. Man darf keinen Gegner unterschätzen", betonte Löw.

Österreich habe sich "enorm weiterentwickelt", sei "absolut konkurrenzfähig" und er "erwarte Spiel auf Augenhöhe", meinte der Bundestrainer und ergänzte:

"Sie haben in Organisation und Struktur sehr viel dazugelernt und alle Voraussetzungen, alle Gegner in der Gruppe zu besiegen."

Löw: "Positive Stimmung"

Er erwarte auch von den anderen Mannschaften in der Gruppe C großen Widerstand und bezeichnete die WM-Qualifikation als einen "Langstreckenwettbewerb".

"Es macht keinen Sinn, heute darüber zu reden, wer 2014 im Finale stehen könnte", Löw und betonte: "Bei uns denkt im Moment niemand an Brasilien."

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Die volle Konzentration des Bundestrainers gilt dem Spiel im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion, auf das er mit Respekt vor dem Gegner und großer Vorfreude angeht.

"Es wird eine unglaublich positive Stimmung herrschen. Österreich versucht schon lange, Deutschland in die Knie zu zwingen. Ich gehe von einem starken und aggressiven Abnutzungskampf aus", meinte Löw, der personell aus dem Vollen schöpfen kann.

Schmelzer und Kroos melden sich fit

Auch die zuletzt angeschlagenen Marcel Schmelzer und Toni Kroos meldeten sich wieder fit. "Alle sind einsatzfähig, Marcel hatte heute keine weiteren Probleme. Ich gehe davon aus, dass er einsatzfähig ist", berichtete Löw.

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Eine Startelf-Garantie stellte er aber weder dem Dortmunder Linksverteidiger noch dem Mittelfeldspieler von den Bayern aus.

"Ich warte noch das Abschlusstraining ab", meinte Löw. Schmelzer sei "eine Option, eine andere ist mit Badstuber auf links zu spielen."

Andere Mittelfeld-Variante

Im Mittelfeld wird das DFB-Team in Wien wohl mit einer etwas defensiveren Variante agieren als gegen die Färöer. Ob Kroos, Lars Bender oder Ilkay Gündogan den Platz im zentralen Mittelfeld einnehmen wir, ließ Löw noch offen.

"Ich habe immer gesagt, dass es keine Doppelsechs gibt, ich möchte keine so starre Anordnung im zentralen Mittelfeld", erklärte er. Egal, wer spielt, er muss seine Aufgaben erfüllen können."

Auf jeden Fall besser werden muss die Chancenverwertung. Gegen die Färöer ließ die deutsche Auswahl reihenweise gute Möglichkeiten aus.

"Wir haben uns viele Chancen erarbeitet, aber zu wenige Tore gemacht. Da können wir uns verbessern", meinte Löw.

Fahrlässiger Umgang mit Torchancen

Der fahrlässige Umgang mit Torchancen war einer der Gründe für das Aus im EM-Halbfinale gegen Italien.

"Emotional waren wir kurz in einem Loch, aber ich stelle nicht fest, dass die Mannschaft eine starke Verunsicherung mitgenommen hat", sagte Löw und betonte: "Eine Niederlage wirft uns nicht aus der Bahn."

Wenn man Nummer zwei der Welt sei und noch weiter nach vorn kommen wolle, "werden die Schritte kleiner", meinte Löw.

Den nächsten Schritt in Richtung Brasilien will er mit seinem Team in Wien machen.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Österreich: Almer - Garics, Prödl, Pogatetz, Fuchs - Baumgartlinger, Kavlak - Arnautovic, Junuzovic, Ivanschitz - Harnik

Deutschland: Neuer - Lahm, Mertesacker, Hummels, Badstuber (Schmelzer) - Khedira, Kroos - Müller, Özil, Reus - Klose

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