Christian Fuchs (2.v.l.) wurde mit Schalke vergangene Saison Dritter in der Bundesliga © imago

Österreich geht selbstbewusst ins Duell mit dem großen Nachbarn Deutschland. Kapitän Fuchs fordert aber: "Vergesst Cordoba!"

Wien - Mit neun Legionären aus der deutschen Bundesliga träumt Österreich 34 Jahre nach Cordoba von einem erneuten Fußball-Wunder gegen den Lieblingsfeind.

"Es gibt keine größere Rivalität. Es gibt bei uns keinen Spieler, den das nicht kitzelt. Wir wollen ihnen ein Haxl stellen", sagt Kapitän Christian Fuchs von Schalke 04 vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen den Erzrivalen Deutschland am Dienstag (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) in Wien.

"Wir dürfen uns nicht zu klein machen. Wir haben einige Qualitäten, auf die wir uns berufen können", fügt der 26 Jahre alte Abwehrspieler hinzu.

"Da bekommt man feuchte Hände"

Das sei eine Partie, "da bekommt man feuchte Hände. Alle Österreicher werden sich heiser schreien", meint Österreichs Nationaltrainer Marcel Koller. (DATENCENTER: WM-Qualifikation)

1978 bei der WM in Argentinien hatten die kleinen "Ösis" den Weltmeister durch einen 3:2-Erfolg blamiert.

"Vergesst Cordoba", fordert Fuchs aber: Die aktuelle Generation ist wild entschlossen, mit dem ersten Pflichtspielsieg gegen die "Piefkes" seit danmals ihr eigenes Märchen zu schreiben.

"Cordoba? Ich weiß nicht mal, wo das ist. In Kolumbien?", spöttelt Bremens Marko Arnautovic. Am 21. Juni 1978 war von allen nominierten Spielern nur der Deutsche Miroslav Klose schon geboren - und gerade einmal zwölf Tage alt.

Sieben Pleiten in Folge

Seit Cordoba gab es für Österreich nur noch ein 4:1 bei einem Freundschaftsspiel 1986, zuletzt aber sieben Niederlagen in Folge. Das soll sich am Dienstag im mit 47.000 Zuschauern ausverkauften Ernst-Happel-Stadion ändern.

"Die Deutschen sind auch nur Menschen mit zwei Beinen. Man kann ihnen weh tun, wir wollen die ganze Nation glücklich machen", sagt Arnautovic, und fügt mit einem Schmunzeln an: "Der Schlüssel zum Erfolg für uns ist: Ich mache ein Tor, und unser Keeper hält alles."

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Der "Keeper" ist Robert Almer - und bei Fortuna Düsseldorf nur die Nummer 2. "Ich muss nicht Stammspieler sein, um Top-Leistungen zu bringen. Auf mich ist Verlass", sagt Almer.

Skepsis in Österreich

Die Öffentlichkeit ist dennoch skeptisch. Die "Kleine Zeitung" sieht Deutschland als "schier unbezwingbar" und "in einer anderen Dimension".

Verbandspräsident Leo Windtner meinte, man werde alles tun, "um das Unmögliche vielleicht möglich zu machen. Aber wir sind krasser Außenseiter."

Auch wenn Österreichs Stürmer-Legende Hans Krankl, der "Held von Cordoba", meint, dass das DFB-Team "ein wenig schwächelt" und ein erneutes 3:2 voraussagt, glaubt Windtner: "Deutschland agiert auf einem Niveau, von dem wir weit entfernt sind."

Austria 2012 noch ungeschlagen

Damit sich dies ändert, nahmen die 2012 in vier Spielen noch ungeschlagenen Österreicher (drei Siege, ein Remis) im vergangenen Jahr den früheren Bundesliga-Coach Koller (Köln und Bochum) unter Vertrag.

"Wir haben jetzt einen der besten Trainer. Ich glaube, dass er unsere Stärken gut zusammenführt", sagt der Stuttgarter Martin Harnik über den 51 Jahre alten Schweizer.

"Wir haben eine gewisse Konstanz reingebracht. Das gefällt mir schon, dass sie etwas Respekt haben", meinte Fuchs, "aber so wie ich unsere deutschen Freunde kenne, gehen sie von einem Sieg aus".

"Nicht nur hinten drin stehen"

Österreich müsse "konsequent sein, nicht nur zehn, sondern 90 Minuten. Wenn wir das hinkriegen, werden wir auch im Spiel sein", sagte Koller am Montag und hat für das Duell einen "genauen Plan in meinem Kopf".

Das gilt sowohl für die Aufstellung als auch die Ausrichtung.

Alle neun "Deutschen" werden wohl beginnen, und: "Wir müssen auch in der Offensive etwas machen, dürfen nicht nur hinten drin stehen."

Alabas Ausfall wiegt schwer

Alle Spieler müssten "ihr Optimum bringen. Die Deutschen sind trotz all der hausgemachten Probleme immer noch eine Top-Mannschaft."

Schwer wiegt der Ausfall des verletzten David Alaba von Bayern München. "Ihn kann man nicht eins zu eins ersetzen", sagt Harnik über "Österreichs Fußballer des Jahres".

Die voraussichtliche Mannschaftsaufstellung:

Almer - Garics, Prödl, Pogatetz, Fuchs - Baumgartlinger, Kavlak - Arnautovic, Junuzovic, Ivanschitz - Harnik

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