Özil (r.) machte gegen die Färöer sein 41. Länderspiel, Götze sein 18. © getty

Götze und Özil brillieren beim 3:0 gegen die Färöer - anders als bei bisherigen gemeinsamen Auftritten. Löw lobt beide.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Hannover -Hinter Mario Götze stand schon DFB-Medienmann Uli Voigt - das übliche Zeichen an die Journalisten, dass es an der Zeit ist, die letzte Frage zu stellen.

Doch Götze, blaue Baseballkappe und dicker Kopfhörer um den Hals, antwortete in aller Ruhe und ließ sich auch von Marco Reus nicht aus dem Konzept bringen, als der Dortmunder seinen Vereinskollegen aus Flachs leicht anrempelte.(DATENCENTER: WM-Qualifikation)

"Für mich war es wichtig, dass ich heute von Anfang an spielen durfte. Das hat für mich persönlich Priorität", sagte der 20-Jährige, "dass es mit einem Tor geklappt hat, ist umso schöner."

Mit seinem Treffer in der 28. Minute hatte Götze die deutsche Mannschaft beim 3:0 gegen die Färöer auf die Siegerstraße gebracht. (BERICHT: Jubiläumssieg für DFB-Team)

Bundestrainer Joachim Löw hatte ihn zusammen mit Doppel-Torschütze Mesut Özil im zentralen offensiven Mittelfeld aufgeboten, um so von Beginn an den Druck auf den defensiv eingestellten Gegner hochzuhalten.

"Im Zentrum fühle ich mich wohl"

"Gerade gegen so einen Gegner wollten wir absolut offensive Spieler", erklärte Löw.

"Das war eine Acht, eine halbe Zehn sollte ich spielen. Das ist im Zentrum, da fühle ich mich wohl", meinte Götze.

Özil, Götze, Reus und Thomas Müller zeigten schnellen Kombinationsfußball und kreierten viele Chancen, im Abschluss haperte es aber zum Teil gewaltig.

"In der einen oder anderen Situation hätten wir konsequenter sein müssen", räumte Götze ein.

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Unglückliche gemeinsame Auftritte

Ob er mit Reus und allen anderen gut harmoniere, wollte ein Fragesteller wissen. "Mit allen anderen auf jeden Fall", scherzte er.

Es war mehr als nur ein Gag. Götze und Özil standen sich nicht auf den Füßen, wie zum Beispiel beim 3:3 in der Ukraine im vergangenen November, als beide ebenfalls zusammen in der Startelf gestanden hatten.

Auch beim 3:5 in der Schweiz kurz vor der EM spielten sie von Beginn an zusammen, Götze allerdings auf der ungewohnten Sechser-Position.

Das Experiment misslang.

[kaltura id="0_1ftmpte3" class="full_size" title="Die Reaktionen zum Spiel"]

"Dieses Spiel hat ihm gutgetan"

Bei der EM kam Götze nur im Viertelfinale gegen Griechenland zu einem Kurzeinsatz, genau wie im August beim 1:3 gegen Argentinien.

"Mario ist noch nicht wieder vollständig in seinem Rhythmus, aber dieses Spiel hat ihm gutgetan. Er braucht Spielpraxis", sagte Löw: "Ich glaube, jeder konnte seine Spielfreude und seinen Tatendrang sehen."

Auferstehung nach langer Durststrecke

Die vergangenen Monate waren nicht einfach für den von Experten und dem Bundestrainer als "Jahrhunderttalent" gepriesenen Götze.

Im Verein fiel er wegen einer Schambein-Verletzung fast die gesamte Rückrunde aus. Als seine BVB-Kollegen Meisterschaft und Pokal gewannen, war er größtenteils zum Zuschauen verdammt.

"Mario ist jetzt so langsam wieder der Spieler, der er vor der Verletzung war", fand Reus. "Jeder hat an ihn geglaubt. Er auch. Es freut mich unheimlich für ihn, dass er getroffen hat."

Sonderlob für Özil

Bei allem Lob für Götze, für den Bundestrainer war Özil "der überragende Spieler auf dem Platz, er hat mir ausgesprochen gut gefallen", meinte Löw.

"Alles hatte Hand und Fuß. Von ihm gingen sehr viele offensive Aktionen aus und er hatte Zug zum Tor."

In Österreich wohl defensiver

Einen Doppelpack von Özil und ein Tor durch Götze gab es schon einmal in einem Spiel der DFB-Auswahl: im September 2011 in der EM-Qualifikation beim 6:2 gegen Österreich.

Das Tor gegen die Färöer war Götzes erstes im DFB-Dress seit jenem Abend in Gelsenkirchen. Am Dienstag in Wien wird er aber vermutlich zunächst auf der Bank sitzen.

Es ist anzunehmen, dass Löw auf die 4-2-3-1-Variante mit zwei defensiven Mittelfeldspielern setzen wird, Lars Bender oder Ilkay Gündogan kämpfen um den Platz neben Sami Khedira.

"Erst einmal regenerieren"

"Wir werden jetzt erst einmal regenerieren, alles Weitere werden wir in den nächsten Tagen sehen", sieht Götze die Situation völlig gelassen - genau wie Reus:

"Ich werde mich im Training anbieten und dann sehe ich, ob ich am Dienstag zum Einsatz komme, vielleicht ja zusammen mit Mario."

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