Mesut Özil (l.) erzielte zwei Treffer gegen die Färöer, Mario Götze einen © getty

Die Löw-Elf fertigt den Fußball-Zwerg zum Start der WM-Qualifikation sicher ab und feiert den 500. Sieg der DFB-Geschichte

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Hannover - Die erhoffte Tor-Gala war es nicht, aber immerhin eine ordentliche spielerische Leistung:

Die deutsche Nationalmannschaft ist mit dem erwarteten Pflichtsieg in die Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien gestartet, es war der 500. Sieg in der Geschichte der DFB-Elf.

Das Team von Bundestrainer Joachim Löw bezwang den Außenseiter Färöer souverän mit 3:0 (1:0), doch blieben in der Offensive noch Wünsche offen.(DATENCENTER: WM-Qualifikation)

Mario Götze (28.), und zweimal Mesut Özil (54. und 71.) erzielten vor 32.769 Zuschauern die Tore für die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw, die sich am Dienstag in Wien gegen Österreich vor allem in der Chancenverwertung steigern muss.

"Nicht nur in diesem Spiel haben wir zu viele Möglichkeiten benötigt, um Tore zu erzielen. Die Färöer waren nicht der spielerische Maßstab für die anderen Gegner, gegen die wir in der Gruppe spielen müssen", resümierte Coach Löw nach seinem 85. Spiel auf der Bank des Nationalteams.

"Wir haben die eine oder andere Torchance ausgelassen - wie auch schon in den letzten Spielen. Wichtig war, dass wir uns keine Blöße gegeben haben. In Österreich wartet ein weitaus härterer Brocken", meinte der Münchener Thomas Müller

Schmelzer muss passen

Löw hatte seine Elf gegenüber dem 1:3 gegen Argentinien Mitte August auf vier Positionen verändert.

Manuel Neuer kehrte für Ron-Robert Zieler ins Tor zurück, Philipp Lahm spielte rechts in der Abwehrkette.

Per Mertesacker kam etwas überraschend in der Mitte zum Einsatz, weil Holger Badstuber auf der linken Außenverteidiger-Position Marcel Schmelzer ersetzen musste.

Der Dortmunder, von Löw eigentlich für die Partie und die kommenden drei Spiele als Linksverteidiger gesetzt, hatte sich im Abschlusstraining eine Fußprellung zugezogen.

Im Mittelfeld entschied sich Löw für eine offensive Variante und gab Mario Götze den Vorzug gegenüber Lars Bender und Ilkay Gündogan.

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Podolski auf der Bank

Lukas Podolski, vor dem Spiel nachträglich für sein 100. Länderspiel geehrt, saß auf der Bank, Marco Reus begann auf der linken Angriffsseite.

Der Dortmunder hatte in der 8. Minute die erste gute Tormöglichkeit, scheiterte aber an Keeper Gunnar Nielsen.

Es begann ein Spiel auf ein Tor mit Chancen fast im Minutentakt. Zweimal schoss Sami Khedira knapp am Tor vorbei (11., 12.), dann köpfte Miroslav Klose nach einer Lahm-Flanke drüber (19.).

[kaltura id="0_1ftmpte3" class="full_size" title="Die Reaktionen zum Spiel"]

Klose geht leer aus

Klose lief in seinem 123. Länderspiel viel, war beweglich und setzte seine Mitspieler ein, doch ein Tor wollte dem 34-Jährigen nicht gelingen.

Auch Müller (20.) und Reus (22.) vergaben beste Gelegenheiten gegen die Insel-Kicker, die nur auf Konter lauerten, dabei aber teilweise sogar Torgefahr andeuteten.

Deutschland drängte weiter, belohnte sich aber nicht. Löw hielt es längst nicht mehr auf der Bank - erst in der 28. Minute entspannten sich seine Gesichtszüge.

Götze brach mit einer feinen Einzelaktion den Bann. Von halblinks dribbelte der Dortmunder gegen vier, fünf Verteidiger in die Mitte und zog von der Strafraumgrenze ab. Der Ball landete flach neben dem linken Pfosten im Tor.

Starke Leistung von Nielsen

Das DFB-Team wollte schnell nachlegen, scheiterte aber immer wiederan Nielsen, der Färöer-Abwehr - und der eigenen Nachlässigkeit.

Nach dem Seitenwechsel das unveränderte Bild: Deutschland schnürte die Fähringer ein, blieb aber immer wieder am Strafraum hängen.

Özil trifft per Volleyschuss

Nach einem Eckball der Färöer ging es in der 54. Minute aber ganz schnell. Über zwei Stationen kam der Ball zu Müller, der von rechts auf Özil flankte. Der Real-Profi traf gekonnt mit einem Volleyschuss zum 2:0.

Das Spiel war schon so gut wie gelaufen, doch die DFB-Auswahl hielt die Schlagzahl hoch.

Löw brachte in der 68. Minute Andre Schürrle für Müller, der es versäumte hatte, seine gute Vorstellung mit einem Tor zu krönen.

Für die Entscheidung sorgte wieder Özil. Lahm fing einen Fehlpass der Färöer ab und passte auf Reus, der genau im richtigen Moment auf den Deutsch-Türken passte.

Draxler mit Pflichtspieldebüt

Aus elf Metern schob der Spielmacher eiskalt zwischen zwei grätschenden Verteidigern hindurch ein. Für Özil waren es im 40. Länderspiel die Tore zehn und elf.

Ab der 75. Minute durfte dann auch noch Podolski ran, der den stark abbauenden Klose in der Sturmspitze ersetzte.

In der 88. Minute kam Julian Draxler für Götze. Der Schalker konnte sich über seinen zweiten Einsatz im DFB-Team, sein erstes Pflichtländerspiel und den 3:0-Sieg freuen.

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