Per Mertesacker (l.) absolvierte bisher 80 Länderspiele und erzielte ein Tor © getty

Im letzten Test gegen Israel will Bundestrainer Joachim Löw seine Elf für die EM einspielen, aber auch etwas ausprobieren.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Leipzig - In neun Tagen startet die deutsche Nationalmannschaft gegen Portugal in die Europameisterschaft. (SERVICE: Der EM-Rechner)

Das Spiel gegen Israel (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) ist der letzte Test, in dem sich die DFB-Auswahl mit einer guten Leistung und einem Sieg für das 3:5 in der Schweiz rehabilitieren und von den deutschen Fans verabschieden will. (DATENCENTER: Der EM-Spielplan)

Für Bundestrainer Joachim Löw ist die Partie die Partie eine letzte Gelegenheit, noch einmal einzelne Spieler unter Wettkampfbedingungen zu beobachten und seine Elf für die EM einzuspielen. 564701 (DIASHOW: Der DFB-Kader)

Doch hier liegt schon das erste Problem, denn nicht alle Stammspieler sind fit. Bastian Schweinsteiger laboriert noch an einer Wadenverletzung, Per Mertesacker fehlt nach einer langen Verletzungspause noch Spielpraxis, und Miroslav Klose zwickt es immer noch leicht im Rücken.

Der Torjäger trainierte in der Vorbereitung in Südfrankreich sehr dosiert und absolvierte mehrere individuelle Übungseinheiten.

Beim 3:5 in der Schweiz zeigte Klose zumindest körperlich ansteigende Forn, Mertesacker lief der Musik fast immer hinterher, leistete sich einige folgenschwere Fehler und muss in dieser Verfassung um einen Platz in der Startaufstellung kämpfen.

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Wie könnte die erste Elf bei der EM aussehen, welche Mannschaft wird Löw gegen Israel auf den Rasen des Leipziger Zentralstadions schicken?

SPORT1 geht die Mannschaftsteile durch.

TOR:

Manuel Neuer ist die unangefochtene Nummer eins für die EM. Höchstwahrscheinlich wird er gegen Israel über 90 Minuten spielen, denn Löw weiß, wie wichtig es für einen Torwart ist, sich mit seinen Vorderleuten blind zu verstehen. Zudem erklärte der Bundestrainer zuletzt, er wisse, was Tim Wiese können. Eigentlich gibt es für ihn keinen Grund, Wiese oder Ron-Robert Zieler noch einmal zu testen.

ABWEHR:

Nicht nur Mertesacker, sondern auch Mats Hummels, Benedikt Höwedes und Marcel Schmelzer leisteten sich in der Schweiz viele Patzer. Schmelzer wird gegen Israel auf der linken Außenposition durch Philipp Lahm ersetzt, rechts wird aller Voraussicht nach Jerome Boateng beginnen.

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Das große Fragezeichen ist hier: Auf welcher Seite wird Lahm bei der EM spielen?

"Ich weiß, dass ich auf beiden Seiten absolutes Top-Niveau habe", sagte der Kapitän vor der Abreise aus dem Trainingslager in Tourrettes selbstbewusst. Er sei in dieser Hinsicht "ganz locker".

Spielt Lahm links, muss sich Löw für rechts zwischen Höwedes und Boateng entscheiden - oder er zieht einen Joker und lässt Lars Bender aushelfen.

In jedem Fall gibt es auf dieser Position keinen Spezialisten - im Gegensatz zur linken Seite mit Lahm und Schmelzer. Der habe "Herz und Tempo nach vorn", lobte Löw den Dortmunder im "kicker".

Für das Israel-Spiel und die EM dürfte Holger Badstuber nach den Auftritten seiner Konkurrenten in der Innenverteidigung gesetzt sein. Bleibt die Frage, wer neben ihm spielt.

Mertesacker braucht Spielpraxis, was zumindest heute für den Arsenal-Profi spricht. Sollte er aber noch einmal schwächeln, könnte sich der Routinier am übernächsten Samstag auf der Bank wiederfinden. Sollte Hummels seine Form, die er in Dortmund hatte, nicht finden, könnten auch Höwedes oder Boateng aushelfen. Aber wohl nur, wenn alle Stricke reißen.

MITTELFELD:

Schweinsteiger, Sami Khedira, Mesut Özil und Lukas Podolski gehören mit Sicherheit zu Löws Wunschformation. Auch Thomas Müller dürfte beim Bundestrainer wesentlich bessere Chancen auf einen Stammplatz haben als in der abgelaufenen Saison beim FC Bayern unter Jupp Heynckes.

Fällt Schweinsteiger aus, wäre Toni Kroos sein erster Ersatzmann - und wird es wohl gegen Israel sein.

In der Schweiz testete Löw Mario Götze auf der Sechs, der Dortmunder überzeugte aber nicht und ist noch nicht topfit. Besser machte es sein Vereinskollege Ilkay Gündogan. Der Überraschungsmann der Vorbereitung könnte es mit seiner Spielintelligenz, Ruhe und Ballsicherheit sogar bis zu einem Einsatz bei der EM schaffen.

Auch Lars Bender hat durch seine Vielseitigkeit zumindest gute Chancen auf Kurzeinsätze. Wenn Özil sich nicht verletzt, wird auch Götze bei der EM wohl nur gelegentlich zum Einsatz kommen.

Andre Schürrle hat zwar eine mäßige Saison in Leverkusen hinter sich, im DFB-Team hat er aber immer gezeigt, dass Löw auf ihn setzen kann.

Marco Reus bewegt sich zwischen Mittelfeld und Sturm. Er ist Löws Ass im Ärmel, weitaus mehr als ein Joker. In der Schweiz überzeugte er als einziger und erzielte sein erstes Länderspieltor. Er könnte anstelle Müllers auch auf rechts auflaufen.

ANGRIFF:

Miroslav Klose ist als Sturmspitze genauso gesetzt wie Neuer im Tor. In der Vorbereitung hatte er noch leichte körperliche Defizite, doch er versteht es wie kaum ein anderer, sich auf den Punkt in Form zu bringen.

Gegen Israel wird er sich wohl mit Mario Gomez abwechseln. Der Münchner wird bei der EM aber nur in der Startelf stehen, wenn sich Klose verletzt, oder wenn in einem Spiel wirklich Not am Mann ist. Eine Doppelspitze wäre sein "Plan B", erklärte Löw.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Deutschland: Neuer - Boateng, Mertesacker (Hummels), Badstuber, Lahm - Kroos, Khedira - Müller (Reus), Özil, Podolski - Gomez

Israel: Harush - Scheimann, Spungin, Ben-Haim, Tibi, Gershon - Natkho, Zahavi, Melikson, Benayoun - Shechter

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