Ilkay Gündogan (l.) hat im Oktober 2011 sein Länderspieldebüt gegen Belgien gefeiert © getty

Sollte Bastian Schweinsteiger seine Wadenverletzung nicht bis zur EM auskuriert haben, könnte der Dortmunder übernehmen.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Tourrettes/Leipzig - Ilkay Gündogan ist durchgestartet.

Vom 1. FC Nürnberg zu Borussia Dortmund. Vom Ersatzspieler zum Leistungsträger. Vom Wackelkandidaten zum EM-Teilnehmer. (DATENCENTER: Der EM-Spielplan).

Und der nächste Schritt auf der Karriereleiter könnte schon bald folgen:

Sollte Bastian Schweinsteiger seine Wadenverletzung nicht bis zum Turnierstart auskuriert haben, könnte Gündogan im defensiven Mittelfeld den Platz des Münchners einnehmen. (BERICHT: Alles im Soll - bis auf Schweinsteiger).

Der Bundestrainer schwärmt

Zwischen beiden liegen sechs Jahre und etliche Länderspiele, doch Bundestrainer Joachim Löw sieht durchaus Ähnlichkeiten zwischen dem Bayern-Star und dem BVB-Hoffnungsträger.

Gündogan sei ein sehr guter Fußballer, spielintelligent und "ein bisschen so wie der junge Schweinsteiger", beschreibt Löw die Spielweise des 21-jährigen.

"Er ist gewandt am Ball, holt und fordert Bälle, hat ein gutes Positionsgefühl, geht in den Abschluss und ist auch torgefährlich", führt Löw aus: "Das waren meine Erkenntnisse in Dortmund, und das hat sich bei uns im Training bestätigt." (SERVICE: Der EM-Rechner).

Krise im Herbst

Vor ein paar Monaten noch hätte kaum jemand für möglich gehalten, dass Gündogan den Sprung zur EM schaffen könnte.

Er war mit einer Verletzung von Nürnberg nach Dortmund gewechselt und musste kämpfen, zum Saisonstart fit zu sein.

[image id="82dfe9b5-6448-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

In den ersten zehn Spielen gehörte er zur Startelf von Coach Jürgen Klopp, der Bundestrainer nominierte den U-21-Nationalspieler für die A-Mannschaft.

Am 11. Oktober gab er beim 3:1 gegen Belgien sein Debüt. Doch auf den rasanten Aufstieg folgte ein Tief. Gündogan war beim BVB nur noch zweite Wahl, Klopp setzte ihn sogar auf die Tribüne.

Gündogan ist Klopp dankbar

Der BVB-Coach habe ihm damit geholfen, versichert Gündogan ohne Groll. Er habe die Zurückstufung nicht als negativ empfunden.

"Es war gut, dass der Druck mal weg war", meint er heute. Alles in allem sei es eine gute Erfahrung gewesen.

Auch in der Nationalmannschaft machte er einen Schritt zurück, spielte wieder in der U 21.

[kaltura id="0_pbqu1jlt" class="full_size" title="Lahm Wir sind hei "]

Bender aus Startelf verdrängt

Doch Gündogan kämpfte sich zurück. Und als sich in Dortmund Sven Bender verletzte, vertrat er ihn und verdrängte ihn sogar aus der Stammelf.

Gündogan war in der Endphase der Saison einer der Leistungsträger beim Double-Gewinn des BVB, im Pokalfinale gegen den FC Bayern gehörte er zu den Besten.

Mit breiter Brust reiste er mit seinen Dortmunder Kollegen zur Nationalmannschaft, wo er erneut Sven Bender hinter sich ließ, den Sprung in den EM-Kader schaffte und keinerlei Startschwierigkeiten hatte. 564701 (DIASHOW: Der DFB-Kader) .

DFB-Spielsystem ähnelt BVB

"Wir spielen hier, wie in Dortmund, ein 4-2-3-1-System und es wird großen Wert auf vertikale Kurzpässe und schnelles Direktspiel nach vorne gelegt", erklärt Gündogan. "Ich muss nicht viel ändern sondern kann das, was ich beim BVB gelernt habe, zum großen Teil übernehmen."

In Dortmund wohnt er in einem Haus mit Ivan Perisic und Shinji Kagawa. Dass Kagawa wohl bald den BVB verlassen wird, mache ihn sehr traurig, gibt Gündogan zu, denn mit dem Japaner hat er abseits des Platzes viel unternommen.

Privat ist seine ehemaliger Nürnberger Teamkollege Mehmet Ekici der erste Ansprechpartner.

Im Nationalteam ist Mesut Özil "ein Spieler, an dem ich mich orientiere und zu dem man hinaufschauen und sich etwas abgucken kann", bekennt Gündogan im SPORT1-Interview. (EXKLUSIV: Gündogan: "Mesut ist ein großes Vorbild")

Einsatz gegen Israel möglich

Beim Spiel in der Schweiz standen beide noch nicht zusammen auf dem Platz. Özil wurde zur Pause ausgewechselt, Gündogan kam in der zweiten Halbzeit zum Einsatz.

In Basel zeigte er eine ordentliche Leistung, jetzt hofft er bei der EM auf seine Chance.

Weiterlesen