Eli Guttmann arbeitet seit 2011 als Nationaltrainer von Israel © getty

Den letzten Vergleich mit dem DFB-Team verlor Israel vor elf Jahren. Nun hat man sich gesteigert und träumt von der WM 2014.

Leipzig/München - Seinen Spitznamen hat sich Eli Guttmann hart erarbeitet.

"Der Deutsche" wird der israelische Nationaltrainer in seiner Heimat genannt. Akribie, Fleiß und Pünktlichkeit zeichnen die Arbeit des 54-Jährigen aus.

Damit erfüllt er aus Sicht seiner Landsleute wohl die typisch deutschen Tugenden.

Und mit Hilfe dieser will er der deutschen Nationalmannschaft beim Länderspiel in Leipzig (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) bei deren EM-Generalprobe das Leben schwer machen. (DATENCENTER: Der EM-Spielplan)

"Wir dürfen keine Sekunde die Konzentration verlieren, die Deutschen bestrafen das sofort. Sie werden dir keine Zeit zum Nachdenken geben", sagt Guttman.

Und der Coach muss es wissen, denn er kennt die DFB-Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw besser als viele andere. Guttman hospitierte Ende vergangenen Jahres mehrere Tage beim DFB und lernte das Team dabei genau kennen. 564701 (DIASHOW: Der DFB-Kader) .

"Wir haben ein gutes Verhältnis"

Unter anderem besuchte der langjährige Coach von Hapoel Tel Aviv auch das Training der Nationalmannschaft, die sich in Hamburg auf das Prestigeduell gegen den Erzrivalen Niederlande (3:0) vorbereitete.

"Wir haben ein gutes Verhältnis. Er hat alles gesehen und kennt die Mannschaft sehr gut", sagte Löw mit einem Augenzwinkern.

[kaltura id="0_488riza7" class="full_size" title="Angeknockt zur EM"]

Guttmann wartet auf ersten Sieg

Guttman, der noch auf seinen ersten Sieg als Nationaltrainer wartet, lobt die DFB-Auswahl als "aktuell wohl beste Mannschaft der Welt" und sagt: "Es ist eine große Ehre, dass sie ihre Generalprobe vor der EM gegen uns bestreiten." (SERVICE: Der EM-Rechner)

Von einer Teilnahme an einem großen Turnier kann das Team um Mittelfeldstar und Kapitän Yossi Benayoun vom FC Arsenal selbst weiter nur träumen.

1970 in Mexiko waren die Israelis letztmalig bei der WM dabei, mussten sich allerdings als Gruppenletzter nach der Vorrunde wieder verabschieden.

Ziel ist die WM 2014

"Wir haben natürlich Ziele und arbeiten an ihrer Erfüllung. Dazu gehört ganz klar die Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien. Mit Gottes Hilfe können wir das schaffen", sagte Guttman, der in Almog Cohen (Nürnberg) und Itay Shechter (Kaiserslautern) zwei in Deutschland spielende Profis in seinem Kader hat.

In ihren letzten Testspielen präsentierten sich die Israelis ordentlich, verloren zuletzt mit 1:2 (Tor: Shechter) gegen EM-Teilnehmer Tschechien und mit 2:3 gegen EM-Co-Gastgeber Ukraine.

Doch vor allem das letzte Spiel gegen die Nationalelf beschäftigt die Israelis noch heute. 1:7 verlor man im Februar 2002 in Kaiserslautern - es war die bislang höchste Niederlage der Verbandsgeschichte.

Lauterns Shechter als einzige Spitze

"Natürlich wollen wir es jetzt besser machen", sagte Guttman, der mit seiner Mannschaft am Dienstagabend aus dem Trainingslager in Österreich nach Leipzig reiste.

In der WM-Arena wird der Coach derweil auf Überraschungen verzichten und gab seine Aufstellung schon weitgehend bekannt. Die Israelis wollen in einem 4-1-4-1-System spielen, wobei Kaiserslauterns Shechter als einziger Stürmer auflaufen soll.

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