Joachim Löws vorzeitige Benennung des EM-Kaders hat gute Gründe. Für Cacau dürfte auch der Traum von der Heim-WM geplatzt sein.

Die Entscheidung des Bundestrainers, aus seinem vorläufigen Aufgebot für die Europameisterschaft Cacau, Sven Bender, Julian Draxler und Marc-Andre ter Stegen zu streichen, ist keine Überraschung, sondern konsequent und fair. ( 565388 DIASHOW: Der endgültige DFB-Kader )

Sie ist bei jedem der vier betroffenen Spieler nachvollziehbar.

Cacau hat beim VfB Stuttgart keine gute Saison hinter sich. Dass Löw ihn dennoch in die Vorauswahl genommen hatte, war von vielen Experten damit begründet worden, dass Bundestrainer ein Faible für den gebürtigen Brasilianer habe.

Doch "Löws Liebling" konnte sich in den beiden Trainingslagern nicht empfehlen. Und weil beim Bundestrainer die Überlegung gereift war, Marco Reus im Sturm einzusetzen, stand Cacau unter Beobachtung.

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Im Test in der Schweiz machte Reus ein gutes Spiel und erzielte ein Tor, Löw war überzeugt und strich Cacau. Eine fachlich richtige und faire Entscheidung.

Bitter für Cacau, denn für den 30-Jährigen dürfte es schwer werden, noch einmal zurückzukommen und sich den Traum von der WM 2014 in seinem Geburtsland zu erfüllen.

Im Fall von ter Stegen von einer möglichen Demontage zu sprechen, wäre schlichtweg falsch.

Der Gladbacher spielte zwar bei seinem Länderspieldebüt nicht fehlerfrei, doch Löw hat nicht gegen ter Stegen, sondern für Ron-Robert Zieler entschieden. Der Hannoveraner hat gut trainiert und dem Bundestrainer keinen Grund gegeben, ihn zu streichen.

Ter Stegen ist vielleicht der Mann für die Zukunft im deutschen Tor. Er wird nach der EM seine Chance bekommen.

Sven Bender hatte einfach das Pech, zu viele Spieler auf seiner Position vor sich zu haben. Dass Löw seinem Bruder Lars und Ilkay Gündogan den Vorzug gegeben hat, war am Ende wohl eine Frage von Nuancen und vielleicht darin begründet, dass Sven während der abgelaufenen Saison lange verletzt war. Gündogan hatte ihn auch schon beim BVB ersetzt.

Und für Julian Draxler war wie für ter Stegen allein die Teilnahme an den beiden Trainingslagern ein großer Erfolg. Ihm gehört, genau, wie dem Torwart, die Zukunft.

Dass Löw sich schon am Montag festgelegt hat, ist nur konsequent. So hat er einen Tag mehr Zeit, mit seinem tatsächlichen EM-Kader im Detail zu trainieren. Und die ist auch nötig.

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