Stuttgarts Stürmer Cacau (l.) erzielte bisher in 23 Länderspielen sechs Tore © getty

Cacau, ter Stegen, Draxler und Sven Bender müssen die Heimreise angetreten. Draxler verrät SPORT1, was er jetzt vorhat.

Aus dem DFB-Trainingslager berichtet Thorsten Mesch

Tourrettes - Am Trainingsplatz kam Unruhe auf. Nur 22 Spieler standen am Montagnachmittag auf dem Rasen in Tourrettes. Es fehlten fünf.

Einer von ihnen war Bastian Schweinsteiger, der im Fitnesszelt auf dem Radergometer saß. (BERICHT: Die Bayern sind da)

Die anderen waren Cacau, Sven Bender, Julian Draxler und Marc-Andre ter Stegen.

Die vier Spieler hätten bereits die Heimreise angetreten, informierte Nationalmannschaftssprecher Harald Stenger die Medienvertreter, von denen die meisten sofort ihre Handys zückten, um die Nachricht nach Deutschland zu übermitteln.

Überraschender Zeitpunkt

Der Zeitpunkt der Kader-Bekanntgabe für die Europameisterschaft war überraschender als die Namen der Streichkandidaten. 565388 (DIASHOW: Der endgültige DFB-Kader)

Bundestrainer Joachim Löw hätte erst am Dienstagmittag seinen 23-er Kader bei der UEFA einreichen müssen, und viele Beobachter hatten die vier Unglücklichen sowieso auf ihrer Liste gehabt.

Cacau hatte sich in den beiden Trainingslagern auf Sardinien und in Südfrankreich nicht aufdrängen können.

Der Stuttgarter, der lange als eine Art Liebling von Löw galt, hatte beim Testspiel in der Schweiz nur zwölf Minuten Einsatzzeit bekommen, schon das konnte als Hinweis gedeutet werden.

Reus besiegelt Cacaus Schicksal

Als am Samstagabend Marco Reus, vom Bundestrainer zuletzt als mögliche Alternative für das Sturmzentrum ins Spiel gebracht, in Basel als einziger DFB-Akteur überzeugte und auch noch ein Tor erzielte, war Cacaus Schicksal besiegelt.

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"Es war mein großes Ziel, nach der WM in Südafrika auch bei der EM 2012 für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen zu dürfen", sagte der Stuttgarter, dessen Zukunft im DFB-Team ungewiss ist.

Wie die jüngeren Spieler sei auch er "enttäuscht, aber ich fühle mich weiterhin als Teil der Mannschaft und wünsche ich ihr von ganzem Herzen, dass sie eine tolle EM spielt." (DATENCENTER: Der EM-Spielplan)

"Eine interessante Erfahrung"

Ter Stegen, der bei seinem Länderspieldebüt fünf Treffer kassiert hatte, war "natürlich enttäuscht", aber die etwas mehr als zwei Wochen im Kreis der Nationalmannschaft seien für ihn "eine interessante Erfahrung" gewesen, meinte der 20-Jährige von Borussia Mönchengladbach.

Auch Bender erklärte, er nehme "wichtige Eindrücke mit, die für meine sportliche Entwicklung wertvoll sein werden. Gleichzeitig freue ich mich für meinen Bruder Lars, dass er bei der EM dabei sein wird", ergänzte der Dortmunder.

"Riesenerfolg" für Draxler

Draxler meinte, allein die Einladung in den erweiterten Kader sei für ihn "schon ein Riesenerfolg" gewesen. (SERVICE: Der EM-Rechner)

"Ich war sehr glücklich, überhaupt dabei zu sein und natürlich habe ich im Trainingslager alles versucht, um dem Bundestrainer zu zeigen, dass ich für die EM wichtig sein kann", hatte der Schalker nach seinem Debüt im DFB-Team in der Schweiz im Gespräch mit SPORT1 erklärt.

Mit Lukas Podolski und Andre Schürrle hatte Draxler jedoch zwei Spieler, die im DFB-Team etabliert sind, vor sich. "Ich habe mir einiges abgucken können, vor allem von Poldi, der über eine sehr große Erfahrung verfügt", meinte Draxler.

Urlaub statt EM

Wenn es mit der Nominierung "nicht klappt, fahre ich in den Urlaub", hatte der 18-Jährige angekündigt.

Nun hat Draxler, der auch noch für seine Abiturprüfung lernen muss, mehr Zeit für seine Freundin.

Auch Cacau kann sich trösten. Der gebürtige Brasilianer und Hobbymusiker kann während der EM seine Fähigkeiten am Cavaquinho verbessern.

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