Ottmar Hitzfeld hat mit Dortmud und Bayern die Champions League gewonnen © imago

Der Schweizer Nationaltrainer sagt dem Team von Joachim Löw eine starke EM vorher. Deutschland sieht er zu offensiv aufgestellt.

Basel - Nach der 3:5-Pleite im Test in der Schweiz (Spielbericht) haben die deutschen Nationalspieler nur milde Selbstkritik geübt und Zuspruch vom Siegertrainer erhalten.

Die DFB-Kicker sind trotz der ersten Pleite gegen die Eidgenossen seit 56 Jahren zuversichtlich gestimmt, die Probleme im Defensivverhalten noch vor der EM zu lösen. 564707 (DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

Ottmar Hitzfeld, Nationaltrainer der Schweiz, glaubt sogar, dass die Niederlage für die Deutschen ihr Gutes habe. (DATENCENTER: Der EM-Spielplan)

SPORT1 fasst die Stimmen zum Spiel zusammen:

Joachim Löw: Das hätten wir nicht gedacht. Über das Ergebnis kann man sich nicht freuen. Es war eine gefährliche Phase in der Vorbereitung. Nach vielen intensiven Einheiten hat die Konzentration gefehlt. Wir wollten einige Dinge sehen. Es sind viele Fehler passiert. Da können wir den Spielern Einiges aufzeigen. Wir haben noch zwei Wochen Zeit, die Abstimmung wird besser werden - ich habe keine Bedenken. Die Bayern steigen am Montag ins Training ein. Einige Spieler haben gefehlt, die unser Spiel prägen. Mit den Bayern-Spielern gehen wir zur Normalität über. Ab Montag beginnt die Vorbereitung auf die EM. Ich werde mit keinem Spieler über das verlorene Spiel (Champions-League-Finale, d. Red.) sprechen. Ich habe keine Bedenken, dass da etwas hängen bleibt.

Ottmar Hitzfeld: Wir hatten Glück, dass wir die erste Viertelstunde ohne Gegentor überstanden haben. Wir standen mit dem Rücken zur Wand. Ich glaube nicht, dass Jogi Löw bei der Euro zu Beginn so offensiv spielen lässt. Aber das war ja ein Testspiel, da kann man Einiges ausprobieren. Ich glaube, das ist ein gutes Omen. Wir haben bei der WM in Südafrika als einziges Team gegen Spanien gewonnen, und die sind dann Weltmeister geworden. So kann es Deutschland bei der EM jetzt auch gehen. Mann muss daraus die Lehren ziehen. Jetzt kann man immer noch einiges korrigieren. Ich habe keine Bedenken.

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Miroslav Klose: So eine Leistung ist nicht erklärbar. Wir sollten nicht nach Ausreden suchen. Das ist reine Kopfsache. Wir haben mit der ganzen Mannschaft nicht gut gestanden. Die Beine waren schwer, es war warm. Da muss man sich überwinden. Wir haben es nicht geschafft, die Schweizer unter Druck zu setzten. Ich hatte keine Probleme, läuferisch war es gut. (SERVICE: Der EM-Rechner)

Mats Hummels: Es hat recht wenig gepasst in der Defensive. Das Spiel war geprägt von Unsicherheiten. Man hat gesehen, dass das keine eingespielte Mannschaft war. So etwas passiert leider, aber besser jetzt als am 9. Juni gegen Portugal. Beim ersten Tor sehe ich nicht gut aus.

Per Mertesacker: Man muss weiter hart an sich arbeiten, sonst wird das nichts mit der EM, aber ich bin guter Dinge. Körperlich ist bei mir noch Luft nach oben. Das war ein wertvoller Test. Man hat gesehen, dass noch nicht alles läuft. Die gesante Mannschaft hatte große Probleme. Wir haben zum Glück noch ein wenig Zeit. Das ist die beste Erkenntnis aus diesem Spiel.

Julian Draxler:Ich habe mir mein Debüt sicher anders vorgestellt. Damit hat niemand gerechnet, dass wir fünf Tore kassieren. Aber wir dürfen jetzt nicht den Teufel an die Wand malen, sondern müssen an unsere Stärken glauben. Ich bin für die EM zuversichtlich. (GAMES: Das EM-Tippspiel)

Oliver Kahn:

An Deutschlands Favoritenrolle hat sich nichts geändert. Löw wird Rückschlüsse ziehen, die Bayern-Spieler kommen auch noch.
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