Joachim Löw führte die deutsche Nationalmannschaft 2008 ins EM-Finale © getty

Der Test gegen die Schweiz ist das letzte DFB-Casting vor der endgültigen Kader-Benennung. Bundestrainer Löw wird genau hinschauen.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Tourrettes/Basel - Nur noch dieses eine Spiel bleibt Joachim Löw, um die Kandidaten zu beobachten.

Spätestens am 29. Mai muss der Bundestrainer den endgültigen EM-Kader benennen.

Auch wenn Löw den Gegner Schweiz als "das kleine Holland" bezeichnete, wird der Test in Basel (ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER) aber wohl nur bedingt Aufschluss über den Leistungsstand des DFB-Teams geben.

Gesucht werden die vier Spieler, die noch gestrichen werden. Doch bevor es soweit ist, sollen möglichst viele noch einmal vorspielen dürfen.

Der Bundestrainer sieht die Partie "nicht als absoluten Härtetest", aber dennoch als "gutes Testspiel", für die EM-Endrunde, in der die deutsche Mannschaft zunächst am 9. Juni auf Portugal, und dann noch auf die Niederlande und Dänemark trifft.

SPORT1 hat die Fakten zum Testspiel:

Wechsel:

Sechs Mal darf Löw wechseln, bis auf zwei der 19 Akteure, die in Basel dabei sind, könnten also alle zum Einsatz kommen.

Direkter Vergleich:

Die Länderspiel-Bilanz des DFB gegen die Schweiz ist positiv. In 50 Begegnungen gab es für Deutschland 36 Siege und acht Niederlagen. Sechs Spiele endeten remis.

Im bislang letzten Vergleich am 26. März 2008 setzte sich die DFB-Elf, ebenfalls in Basel, 4:0 durch. Damals trafen Mario Gomez (2), Lukas Podolski und Miroslav Klose. Die Tordifferenz aus allen 50 Länderspielen lautet 135:60.

[image id="f57e4fe5-6448-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Für "Nati"-Trainer Ottmar Hitzfeld, der die Schweizer seit Juli 2008 trainiert, ist es das erste Spiel gegen die Auswahl seines Heimatlandes.

Spieler im Fokus:

Kurz vor einer EM steht jeder Spieler unter Beobachtung, aber bei einigen wird Löw besonders aufmerksam zuschauen. Julian Draxler und Ilkay Gündogan versprach der Bundestrainer, Einsatzzeit zu bekommen.

Die übrigen "Wackelkandidaten" sind die Torhüter Ron-Robert Zieler und Marc-Andre ter Stegen, die Mittelfeldspieler Lars und Sven Bender sowie im Sturm Cacau.

Miroslav Klose steht vor seinem 115. Einsatz im DFB-Team.

[kaltura id="0_is3finub" class="full_size" title="L w bastelt am Kader"]

Personalsituation:

Hitzfeld muss auf den verletzte Wolfsburger Ricardo Rodriguez verzichten. Löw hat bis auf die acht Spieler des FC Bayern, die erst nach der Partie zur Mannschaft stoßen, alle Mann an Bord.

Hinter Klose, der zuletzt nur sehr dosiert trainierte, steht noch ein kleines Fragezeichen. Mesut Özil und Sami Khedira werden nach einer anstrengenden Saison mit Real Madrid, "45 bis 60, maximal 70 Minuten" zum Einsatz kommen, so der Bundestrainer.

Löw legte sich bereits auf seine Abwehrkette fest: Benedikt Höwedes, Per Mertesacker, Mats Hummels und Marcel Schmelzer werden in der Startelf stehen.

Das sagen die Trainer:

Joachim Löw: "Die Schweiz ist für uns jetzt ein sehr guter Gegner, sie sind so etwas wie das kleine Holland. Sie können sehr gut verteidigen, sind sehr schwer auszuspielen. Wir werden auf einen Gegner treffen, der uns sehr viel abverlangen wird."

Ottmar Hitzfeld: "Natürlich ist es für mich ein besonderes Spiel, als deutscher Trainer der Schweizer Nationalmannschaft gegen Deutschland anzutreten. Das ist sicherlich ein Highlight, das ich hoffentlich genießen werde. Aber wir werden alles versuchen, den Deutschen ein Bein zu stellen."

Voraussichtliche Aufstellungen:

Schweiz: Benaglio (VfL Wolfsburg/28 Jahre/42 Länderspiele) - Lichtsteiner (Juventus Turin/28/46), Senderos (FC Fulham/27/45), Djourou (FC Arsenal/25/30), Ziegler (Fenerbahce Istanbul/26/28) - Inler (SSC Neapel/27/55), Dzemaili (SSC Neapel/26/18) - Shaqiri (FC Basel/20/18), Xhaka (FC Basel/19/7), Mehmedi (Dynamo Kiew/21/8) - Derdiyok (Bayer Leverkusen/23/38)

Deutschland: Wiese, Höwedes, Mertesacker, Hummels, Schmelzer - Khedira, Gündogan ? Reus (Schürrle), Özil, Podolski - Klose

Schiedsrichter: Gautier (Frankreich)

Weiterlesen