Ottmar Hitzfeld gewann mit Borussia Dortmund und Bayern Mücnhen die Champions League © getty

Der Schweizer Coach trifft auf sein Heimatland ? und das auch noch fast zu Hause. Bei SPORT1 schildert er seine Vorfreude.

Von Thorsten Mesch und Martin Volkmar

Tourrettes/Basel - Für Ottmar Hitzfeld ist es nur ein Katzensprung.

Von seinem Wohnort Lörrach über den Rhein nach Basel sind es nur zehn Kilometer, elf sind es bis zum Stadion St. Jakob-Park.

Dort erwartet ihn ein ganz besonderes Erlebnis (ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER) .

"Natürlich ist es für mich ein besonderes Spiel, als deutscher Trainer der Schweizer Nationalmannschaft gegen Deutschland anzutreten" sagt Hitzfeld zu SPORT1.

Dann noch in Basel zu spielen, "das ist sicherlich ein Highlight, das ich hoffentlich genießen werde."

Seit 2008 bei der "Nati"

Ein mögliches Engagement als Bundestrainer lehnte der ehemalige Dortmunder und Münchner Erfolgscoach im Jahr 2004 ab, am 1. Juli 2008 übernahm die Verantwortung bei den Eidgenossen.

Der 63-Jährige führte die "Nati", wie die Schweizer Auswahl im Nachbarland genannt wird, zur WM 2010 in Südafrika. Nach einem Aufsehen erregenden Auftaktsieg gegen den späteren Weltmeister Spanien kam jedoch in der Vorrunde das Aus.

Nachdem die Schweizer in der Qualifikation für die bevorstehende Europameisterschaft in Polen und der Ukraine gescheitert war, hatte es Gerüchte über einen vorzeitigen Abschied gegeben.

Brasilien als Fernziel

Doch Hitzfeld machte schnell deutlich, dass er seinen im März 2011 vorzeitig verlängerten und bis zur WM 2014 laufenden Vertrag definitiv erfüllen will.

"Wir werden uns in den nächsten Monaten akribisch vorbereiten, um uns für Brasilien zu qualifizieren", gibt Hitzfeld sein langfristiges Ziel aus.

Die Chancen auf das Erreichen der Endrunde stehen gut. Gegner in der WM-Qualifikation sind ab Herbst Norwegen, Slowenien, Zypern und Albanien.

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Personalprobleme bei der Schweiz

Doch zunächst tritt er mit der Schweizer Nationalmannschaft gegen sein Heimatland an.

Ein Problem ist dabei für den Coach, dass die Ligaspiele in der Schweiz schon länger vorbei sind und er nicht auf seine beste Formation zurückgreifen kann.

Er musste Spieler nominieren, die in ihren Klubs nicht regelmäßig spielen, "aber trotzdem bin ich guter Dinge, dass wir Paroli bieten können?, meint Hitzfeld: "Wir werden alles versuchen, den Deutschen ein Bein zu stellen."

Xhaka und Shaqiri zeigen sich

Im Aufgebot der Schweizer stehen in Diego Benaglio (Wolfsburg), Eren Derdiyok (Leverkusen, künftig Hoffenheim), Francois Affolter (Bremen) und Tranquillo Barnetta (noch Leverkusen) vier Bundesliga-Profis.

Dazu kommen der künftige Münchner Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka, der nach Gladbach wechselt. Wolfsburgs Ricardo Rodriguez fehlt verletzt.

Dass bei der DFB-Auswahl die Bayern-Profis fehlen werden, sieht der ehemalige FCB-Startrainer keineswegs als Vorteil für sein Team: "Die Europameisterschaft steht kurz bevor, und da steht jeder Spieler unter Beobachtung. Vor allem die zweite Garde wird hochmotiviert sein, sie wollen sich für die EM aufdrängen."

Hitzfeld setzt auf DFB-Team

Bei der Europameisterschaft gehöre das deutsche Team "zu den absoluten Favoriten", sagt er zu SPORT1.

"Ich kann mir sehr gut ein Endspiel zwischen den beiden besten Mannschaften vorstellen, nämlich Spanien und Deutschland."

Auch wenn Joachim Löw mit der Nationalmannschaft am Samstag aus Südfrankreich nach Basel jettet, ist der Test in Basel auch für den Trainer der deutschen Auswahl beinahe ein Heimspiel.

Von Löws Geburtsort Schönau im Schwarzwald bis nach Basel sind es nicht einmal 50 Kilometer.

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