Lukas Podolski hat mit 26 Jahren bereits 95 Länderspiele auf dem Buckel © getty

Vor dem Test gegen die Schweiz hegt Podolski keine Ambitionen auf das Kapitänsamt. An Portugal richtet er eine Kampfansage.

Von Thorsten Mesch und Hardy Heuer

Tourrettes - Obwohl Lukas Podolski vor seinem 96. Länderspiel steht, will der 26-Jährige im Vorfeld der EM-Endrunde (8. Juni bis 1. Juli) keine zusätzliche Verantwortung bei der Nationalmannschaft übernehmen.

"Ich habe noch nie einen Führungsanspruch gestellt und werde ihn auch in Zukunft nicht stellen", sagte Podolski vor der Partie am Samstag in Basel gegen die Schweiz (ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER).

Dabei sollte doch ein Nationalspieler, der 95 Länderspiele auf dem Buckel hat, den Anspruch auf eine Führungsrolle haben.

Nicht der 26-jährige Podolski: "Ich stelle nicht die Forderung, dass ich Kapitän sein will oder so etwas." (SERVICE: Der EM-Rechner)

"Ein Abstieg ist viel schlimmer"

Die bittere Niederlage von Rekordmeister Bayern München im Finale der Champions League gegen den FC Chelsea sieht der Offensivspieler vom 1. FC Köln, der in der kommenden Saison für den FC Arsenal in der englischen Premier League spielen wird, weniger dramatisch als den Bundesliga-Abstieg der Kölner.

"Ein Abstieg ist für einen Verein viel schlimmer. Da geht es um Arbeitsplätze, der Klub steht vielleicht vor dem Ruin", äußerte Podolski:

"Die Bayern-Spieler müssen das verarbeiten und nach vorne schauen. Im Sport gibt es Niederlagen. Ich bin abgestiegen und muss damit leben." (GAMES: Das EM-Tippspiel)

Vorfreude auf Arsenal

Allerdings wird Podolski nach seinem Wechsel zu den "Gunners" den Gang in die Zweite Liga nicht mitgehen. Seine Gedanken kreisen bereits um den neuen Verein.

"Ich habe mich dafür entschieden, ins Ausland zu einem Top-Klub zu wechseln. Ich freue mich sehr auf Arsenal, den Trainer und das Stadion. Auch die Vorfreude auf die Champions League ist riesig", erklärte Podolski, der sich bereits beim zukünftigen Teamkollegen Per Mertesacker über sein neues Team erkundigt hat.

"Ich habe mit Per bereits darüber gesprochen, wie die Stadt und die Mannschaft sind."

[kaltura id="0_7kngvcl6" class="full_size" title="Podolski Wir wollen den Titel "]

Kampfansage an Portugal

Doch zuerst richtet sich der Blick komplett auf die EM. "Wir haben uns die letzten Jahre sehr gut entwickelt und können auch sagen, dass wir um den Titel mitspielen wollen. Das kann auch Kräfte freisetzen", betonte Podolski und untermauerte die Favoritenrolle des DFB-Teams:

"Wenn man in den letzten Turnieren immer im Halbfinale war, dann kann man auch vom Titel sprechen. Wir haben die Qualität dazu."

Auftaktgegner Portugal um Superstar Cristiano Ronaldo können sich schon mal warm anziehen (DATENCENTER: Der EM-Spielplan).

"Wenn wir gut ins Turnier gegen Portugal starten, dann ist das sehr positiv. Im ersten Spiel müssen der Baum und der Rasen brennen. Da müssen wir bereit sein", forderte Podolski.

"Jeder bekommt seine Chance"

Dem Test in Basel blickt er optimistisch entgegen: "Gegen die Schweiz wird jeder seine Chance bekommen. Ich gehe davon aus, dass ich meine Einsatzzeit habe."

Spätestens mit diesem Spiel wird der Konkurrenzkampf eröffnet, für Podolski kein Grund zur Sorge ( 555843 DIASHOW: Der vorläufige EM-Kader ).

"Ich weiß nicht, ob es gegen die Schweiz schon um die Stammplätze geht. Ich denke, dass jeder seine Chance bekommt und dass wir rotieren werden. Der Bundestrainer wird seine Erkenntnis daraus gewinnen, wer sich in welcher Form befindet. Jeder will dieses Spiel gewinnen", betonte er.

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