Miroslav Klose (l.) hat 114 Länderspiele auf dem Konto, Marco Reus vier © getty

Während der Torjäger Nummer eins sich pflegt und Gomez noch in München ist, testet Löw Reus als Alternative im Sturm. Cacau kämpft.

Vom DFB-Trainingslager berichtet Thorsten Mesch

Tourrettes - Miroslav Klose fehlte am Dienstag auf dem Trainingsplatz in Tourrettes.

Wie schon am Montag blieb der Torjäger der deutschen Nationalmannschaft im Mannschaftshotel und absolvierte ein individuelles Programm.

Klose habe kleine muskuläre Probleme im Rücken, verriet Hansi Flick am Mittag.

Man verfahre mit dem Routinier ganz sensibel, erklärte der Assistenztrainer des DFB, gab aber schnell Entwarnung: "Es ist ganz normal, dass er ab und zu mal regeneriert. Er hat intensiv und gut trainiert. Er ist voll im Soll."

Noch nicht bei 100 Prozent

Wenn er die leichten Beschwerden nicht mehr habe, werde Klose im Test in der Schweiz am Samstag mit Sicherheit auch spielen (DATENCENTER: Der EM-Spielplan).

"Ich fühle mich sehr fit, aber natürlich bin ich noch nicht bei 100 Prozent, das kann ich auch noch nicht sein", hatte Klose im ersten Teil der EM-Vorbereitung auf Sardinien erklärt: "Insgesamt bin ich aber schon sehr weit und damit bin ich zufrieden."

In Abwesenheit von Klose und Mario Gomez, der wie die anderen Spieler des FC Bayern erst am Samstagabend zur Mannschaft stoßen wird, absolvierte Cacau am Dienstag als einziger nomineller Stürmer die von Mannschaftstaktik geprägte Übungseinheit.

Reus "ganz, ganz vorne"

Der Stuttgarter agierte im Trainingsspiel als zentraler Angreifer, im Wechsel mit Marco Reus. Joachim Löw hatte bereits auf Sardinien angedeutet, er könne sich Reus gut als Mittelstürmer vorstellen.

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Der Gladbacher sei "wendig, beweglich und abschlussstark. Ich würde ihn gerne ganz, ganz vorne sehen", hatte Löw in der vergangenen Woche gesagt:

"Er hat das zwar noch nicht gespielt, aber bei mir ist das eine Überlegung wert. Ich bin sicher, dass er das gut spielen könnte. Wir müssen das mal im Training probieren." (BERICHT: Noch viel Arbeit an der Baustelle).

Cacau wird genau beobachtet

Am Dienstag setzte er seine Worte in die Tat um, und beobachtete Cacau und auch Reus hoch konzentriert.

Dass der Bundestrainer Cacau in seinen erweiterten Kader für die Europameisterschaft berufen hatte, war von vielen Außenstehenden mit Überraschung und Unverständnis aufgenommen worden ( 555843 DIASHOW: Der vorläufige EM-Kader ).

Schließlich konnte der gebürtige Brasilianer nicht gerade auf eine besonders gute Saison im Verein auf sich aufmerksam machen. Doch der WM-Teilnehmer von 2010 bekam noch einmal Löws Vertrauen.

[kaltura id="0_9k9yte48" class="full_size" title="Mit guter Laune zum Titel"]

"Es war für mich eine Lehre"

"Es war für mich auch eine Lehre, dass man belohnt wird, wenn man geduldig ist", sagte Cacau am Dienstagmittag. Nun wolle er sich konzentrieren und den nächsten Schritt machen: "Ich versuche dabei zu sein."

Der 31-Jährige blickte zurück auf seine schwierige Phase in der Bundesliga und erklärte, wie er den Weg aus seiner Krise gefunden habe:

"Ich musste mich entscheiden, ob ich sauer werde und auf den Tisch haue, oder ob ich auf meine Spielweise vertraue und das mache, was ich kann."

Cacau will alles geben

Er sei "positiv an die Sache gegangen, und das hat sich für mich ausgezahlt."

Nun will er "alles geben", um im DFB-Team zum Einsatz zu kommen, denn ihm ist auch bewusst, dass er bei der Nominierung des endgültigen EM-Kaders hinter den gesetzten Klose und Gomez durch das Sieb fallen kann.

Er müsse sich "jeden Tag anbieten", denn er möchte sich "keinen Vorwurf machen, dass ich nicht alles getan habe".

Cacau als Musiker

Wer am Samstag in Basel in der Startelf stehen wird, verriet Flick am Dienstag noch nicht. Wenn alle fit sind, werden aber wohl Klose, Cacau und auch Reus zum Einsatz kommen.

"Ich freue mich auf jeden Fall, dass wir ein Spiel haben. Es hilft, damit die Anspannung für das Turnier steigt. So etwas tut immer gut", meinte Cacau.

Doch nicht nur auf dem Fußballplatz will er sich voll reinhängen. Eine Runde Golf werde er wohl spielen und auf jeden Fall will er seine Qualitäten am Cavaquinho, eine Art brasilianische Okulele, verbessern.

"Ich spiele der Mannschaft immer vor dem Essen etwas vor", meinte er lachend. Cacau weiß, dass es wichtiger sein wird, am Ball zu überzeugen.

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