Die deutsche Nationalmannschaft spielt im Sommer beim Confed Cup in Russland
Zwischen 1996 und 2002 absolvierte Oliver Bierhoff 70 Länderspiele und schoss 37 Tore © getty

Die Bayern-Pleite gegen Chelsea löst im DFB-Quartier zwar Betroffenheit, aber keine Besorgnis aus, erklärt der DFB-Teammanager.

Vom DFB-Trainingslager berichtet Thorsten Mesch

Tourrettes - Als Joachim Löw am Sonntagvormittag seine Nationalspieler auf dem Rasen versammelte, hingen dunkle Wolken über der Sportanlage in Tourrettes, ein frischer Wind wehte und es regnete leicht.

Doch das überraschend schlechte Wetter in Südfrankreich beeindruckte den Bundestrainer nicht, er zog sich eine rote Jacke über und eröffnete die Einheit.

16 Spieler standen auf dem Platz, Lars Bender absolvierte Übungen im Fitness-Zelt. Löw trabte in Richtung der Journalisten hinter der Bande und rief Pressesprecher Harald Stenger noch einen scherzhaften Spruch zu.

Keineswegs lustig dürfte der Bundestrainer aber die bittere Niederlage des FC Bayern im Champions-League-Finale gegen den FC Chelsea gefunden haben.

Löw gratuliert trotz Niederlage

Schließlich standen in München sieben Nationalspieler auf dem Platz, und auch der im Endspiel gesperrte Holger Badstuber wäre lieber mit einem Erfolgserlebnis zum DFB-Team gestoßen.

"Fußball ist manchmal brutal. Natürlich sind wir jetzt erst mal alle enttäuscht und traurig", ließ Löw ausrichten und gratulierte dem FC Bayern "trotz der Niederlage zu einer klasse Champions-League-Saison."

Löw und die Nationalmannschaftskollegen hatten von der Frankreich aus mitgefiebert - ohne Erfolg.

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DFB-Tross fiebert gemeinsam mit

"Wir haben das Spiel im Mannschaftskreis und mit dem kompletten Trainer- und Betreuerstab auf einer großen Leinwand im Team-Meetingraum gesehen", berichtete Teammanager Oliver Bierhoff vom TV-Abend im DFB-Quartier.

Nach Thomas Müllers Tor zum 1:0 sei man "erleichtert" gewesen, aber nach dem Ausgleich sei eine "große Stille" dagewesen und nach dem verlorenen Elfmeterschießen hätten "Ruhe und Betroffenheit" geherrscht, verriet Bierhoff.

Der Misserfolg sei für die Bayern-Profis zwar "tragisch und ärgerlich", doch so etwas passiere nun einmal im Sport, erklärte der ehemalige DFB-Kapitän.

[kaltura id="0_zpvz20y8" class="full_size" title=" Wir haben keinen Zaubertrank f r die Bayern "]

Bierhoff lobt Bayerns Nationalspieler

Trotz der Niederlage könnten die Münchner Nationalspieler "mit breiter Brust" in die Zukunft blicken. Philipp Lahm habe sehr gut gespielt, Thomas Müller ein Tor erzielt und Mario Gomez im Elfmeterschießen Verantwortung übernommen,

Zwar müsse jeder die Situation "auf seine Art bewältigen" und man müsse den enttäuschten Bayern "ein paar Tage Luft gönnen", meinte Bierhoff: "Ich bin aber davon überzeugt, dass wir sie auffangen werden. Sie können ja noch einen Titel gewinnen."

"Kompensationsspiel" ohne sportlichen Wert

Nach vorne schauen, so lautet die Devise, auch wenn der DFB-Tross "keinen Zaubertrank" für die geknickten Münchner habe.

Doch bevor die Bayern-Spieler zur Nationalmannschaft stoßen und in die heiße Phase der EM-Vorbereitung einsteigen, müssen sie noch am 22. Mai das so genannte Kompensationsspiel für Arjen Robben gegen die Auswahl der Niederlande in München bestreiten.

Der sportliche Stellenwert dieser Partie sei gleich Null, meinte Bierhoff, "aber natürlich wäre es toll gewesen, aus diesem Spiel eine große Feier zu machen."

Keine Planänderung vorgesehen

Nach dem dritten Vize-Titel in dieser Saison könnte die Party jedoch etwas verhaltener ausfallen. An den Plänen des DFB ändert die Final-Niederlage aber zunächst nichts. (DATENCENTER: Der EM-Spielplan).

Am 25. Mai sollen die Münchner Spieler zur Nationalmannschaft stoßen, aber das sei "noch nicht final diskutiert", erklärte Bierhoff: "Wir werden uns heute sicherlich noch zusammensetzen."

Er gehe nicht davon aus, dass allzu viele Bayern-Spieler mit zum Länderspiel in der Schweiz am 26. Mai reisen werden. Im Einzelfall müsse man noch schauen, wie beim gegen Chelsea gesperrten Holger Badstuber.

Spanien-Legionäre reisen an

Während die Bayern ihre Wunden lecken, stoßen am Sonntag zwei Spieler mit bester Laune zum DFB-Tross. ( 555843 DIASHOW: Der vorläufige EM-Kader )

Sami Khedira und Mesut Özil feierten mit Real Madrid die spanische Meisterschaft ? und bringen auch hoffentlich besseres Wetter mit.

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