SPORT1-Redakteur Thorsten Mesch erlebt das "Finale dahoam" in Südfrankreich. Die Partie erinnert an Filme mit Louis de Funes.

Nicht nur in München, sondern auch in Südfrankreich war das Champions-League-Endspiel zwischen dem FC Bayern und dem FC Chelsea das Thema schlechthin.

Im noblen Mannschaftsquartier des DFB-Teams sahen sich die Nationalspieler das Finale gemeinsam an, und auch die deutschen Journalisten versammelten sich zum Fußballgucken.

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Im "Resort und Spa Chateau de Camiole" in Callian ist der Raum, in dem der DFB seine Pressekonferenzen abhält, zum Kino umfunktioniert, für Bild und deutschen Ton haben die Kollegen von Sat 1 gesorgt.

Hotelangestellte bringen Freibier, alles ist perfekt. Der Saal wird abgedunkelt, die knapp 100 Medienvertreter lehnen sich in ihren Stühlen zurück.

Ein Bayern-Sieg soll es bitteschön werden, schließlich wäre ein Erfolg der Münchner Nationalspieler auch ein gutes Omen für die EM und gut für die Stimmung im Trainingslager in Tourrettes.

Lahm, Neuer, Gomez, Müller, Schweinsteiger, Kroos und Boateng sind auch fest entschlossen, nur wil der Ball einfach nicht ins Chelsea-Tor.

Vor der Großbildleinwand wechseln sich ungläubiges Kopfschütteln, Hochschnellen bei einer Bayern-Chance und enttäuschtes Zurücksacken in den Sitz ab: "Nein! Doch! Oh!"

Es ist ein bisschen so wie damals in den Filmen mit Louis des Funes. Doch in München ist es keine Komödie, sondern ein Drama, und bekanntermaßen ohne Happy End.

Die Stimmung im "Kinosaal" ist, um es mit Thomas Müller zu sagen, medium. Nach endlosen Werbespots, der Siegerehrung und wortleeren Interviews mit deprimierten Bayern geht das Licht an.

Im Raum sind nur noch fünf Leute. Ohne große Worte geht jeder auf sein Zimmer. Draußen quaken die Frösche.

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