Zusammen 28 A-Länderspiele: Mario Götze, Marco Reus und Andre Schürrle (v.l.) © getty

Im Klub sind sie gesetzt. Bei der EM werden Mario Götze, Marco Reus und Andre Schürrle wohl nur auf der Bank sitzen.

Porto Cervo - Sie sind die Shootingstars des deutschen Fußballs.

Sie sind zusammen 64 Millionen Euro wert.

Sie würden in nahezu jeder Elf der Welt gemeinsam wirbeln - aber in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft werden Mario Götze, Marco Reus und Andre Schürrle bei der EM in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) wohl als "zweiter Sturm" auf der Bank sitzen. (DATENCENTER: Der EM-Spielplan).

Die Platzhalter in der offensiven Dreierreihe hinter einem Mittelstürmer sind derzeit Real Madrids Spielmacher Mesut Özil, WM-Torschützenkönig Thomas Müller und der 95-malige Nationalspieler Lukas Podolski. Noch.

Denn zumindest geringe Chancen darf sich das Trio auf einen Platz in der Startelf ausrechnen.

Reus "einer der Spieler der Saison"

"Ich glaube, dass beide bei dieser EM mehr als eine Jokerrolle spielen können", sagte Bundestrainer Joachim Löw kürzlich über Reus und Götze. Und unabhängig davon, wie viel sie bei dieser EM schon spielen werden, hält der Bundestrainer große Stücke auf die jungen Wilden. ( 555843 DIASHOW: Der vorläufige EM-Kader )

Götze (19 Jahre/12 Länderspiele/ Marktwert ca. 30 Millionen Euro) spiele nach nur einem Jahr, "als wäre er schon immer Teil der Nationalelf". Dessen künftiger Dortmunder Teamkollege Reus (22/4/20) sei "in der Bundesliga sicher einer der Spieler der Saison".

(EXKLUSIV: Marco Reus im SPORT1-Interview)

Löw lässt sich im Fall des Leverkuseners Schürrle (21/12/14) auch von dessen lange Zeit durchwachsener Saison nicht beirren, "denn ich weiß genau, woran es liegt, und kenne die Ansatzpunkte."

Götze als "neuer Messi"

Der vielleicht kompletteste Fußballer seit Jahren in Deutschland ist Götze. Sein Zaubertor gegen Brasilien ist unvergessen, Franz Beckenbauer adelte ihn als "neuen Messi". Eine Schambein-Entzündung setzte ihn jedoch für vier Monate außer Gefecht und warf ihn zurück.

"Es wird noch ein paar Tage dauern, bis ich bei 100 Prozent sein werde", sagte Götze und zeigte sich im Trainingslager angesichts der Verletzung "froh, überhaupt hier zu sein".

Forderungen stellt er deshalb auch keine. "Eine Prognose ist schwierig, wir stehen noch ganz am Anfang der Vorbereitung", sagte er: "Aber jeder möchte natürlich so viel Einsatzzeit wie möglich."

[kaltura id="0_e2zf4rxk" class="full_size" title="Vorbereitung mit Hindernissen"]

Reus zeigt sich ganz locker

Reus, der in Mönchengladbach ein kurzes Leistungstief hatte, aber vor Löws Augen beim Saisonfinale in Mainz mit zwei Toren und einer Vorlage glänzte, zeigte sich "ganz locker. Ich mache mir wenig Gedanken. Ich versuche einfach, meine Leistung zu bringen."

Löw brachte ihn sogar als zusätzliche Option für den Sturm ins Spiel. "Wenn er das testen will, bin ich für alles offen. Wir können es gerne ausprobieren", sagte Reus.

Klubkollege Marc-Andre ter Stegen bricht eine Lanze für den Wirbelwind mit dem Hahnenkamm auf dem Kopf: "Ich kenne es nur so, dass er spielt. Wenn man Marco in der Mannschaft hat, bekommt man sehr hohe Qualität."

Schürrle auf der Überholspur

Schürrle, mit dem Reus an einem freien Mittag auf Sardinien mit dem Auto die Insel erkundete, schien Podolski im vergangenen Herbst fast schon überholt zu haben.

Derzeit glaubt er selbst, dass der Kölner "die Nase etwas vorne hat". Unter dem inzwischen entlassenen Trainer Robin Dutt tat sich der frühere Mainzer so schwer, dass er dessen Entlassung nun sogar als "unumgänglich" bezeichnete.

Schürrle gesteht "schwierige Phase"

Im Saisonfinale drehte der 21-Jährige aber noch mal richtig auf. "Ich hatte eine Phase, die vom Kopf her sehr schwierig war, aber die hat mich weitergebracht, auch menschlich", sagte Schürrle: "Ich habe mich selbst aus dem Formtief rausgezogen und bin noch stärker herausgekommen.

Und in der Nationalelf habe ich auch meine Leistung gebracht und meine Tore gemacht, als es in Leverkusen teilweise drunter und drüber gegangen ist".

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