Joachim Löw (2.v.l.) ist seit Juli 2004 für die deutsche Nationalmannschaft tätig © getty

Der Bundestrainer ist mit der ersten Trainingsphase der Nationalmannschaft für die EM in Polen und der Ukraine sehr zufrieden.

Porto Cervo - Arrivederci Sardinien, bonjour Frankreich: Die deutsche Nationalmannschaft hat die erste Trainingsetappe auf dem Weg zur EURO auf der italienischen Ferieninsel hinter sich gebracht und startet am Freitagnachmittag an der Cote d'Azur mit dem Feinschliff für die Mission Titelgewinn 2012 in Polen und der Ukraine (DATENCENTER: Der EM-Spielplan).

Joachim Löw zog nach der knappen Woche an der Costa Smeralda schon mal ein positives Fazit und hält trotz aller Widrigkeiten am Ziel Titelgewinn fest.

Abschied von den Ehefrauen

"Ich bin sehr zufrieden mit der ersten Woche. Spieler wie Per Mertesacker oder Miroslav Klose und einige andere, die angeschlagen waren, haben wahnsinnige Fortschritte gemacht", sagte der Bundestrainer.

Löw musste sich am Freitagmorgen ebenso von seiner Ehefrau Daniela verabschieden wie die Spieler von ihrem Anhang, der beim sogenannten Regenerationstrainingslager an der Costa Smeralda dabei war.

Auch Lukas Podolski musste sich schweren Herzens von Ehefrau Monika und Sohnemann Louis trennen, die dem künftigen England-Legionär über den Bundesliga-Abstieg mit dem 1. FC Köln hinweggetröstet hatte.

Poldi lacht wieder

"So langsam sehe ich seinen Seelenzustand wieder etwas zufriedener, er taut auf, er lacht wieder mehr, er ist auf dem Weg, der alte Lukas zu sein", beschrieb Löw den Zustand des Offensivspielers, der ebenso wie der zu Wochenbeginn ebenfalls angeschlagene Miroslav Klose wieder am Mannschaftstraining teilnehmen kann.

Am Donnerstag konnte Löw sogar erstmals auf der Ferieninsel alle 17 anwesenden Profis beim Training begrüßen, was die ohnehin demonstrativ zur Schau gestellte gute Laune des Bundestrainer noch einmal steigerte.

"Ich bin völlig tiefenentspannt und werde meine Erwartungen nicht täglich verändern. Ich korrigiere sie weder nach oben noch nach unten", sagte der 52-Jährige angesichts der in vielen Teilen problematischen Vorbereitung.

[kaltura id="0_e2zf4rxk" class="full_size" title="Vorbereitung mit Hindernissen"]

BVB-Stars trainieren individuell

Der Chefcoach ist froh, dass auch die Profis von Doublegewinner Borussia Dortmund endlich bei der DFB-Auswahl im Training sind.

"Sie haben gemerkt, dass Feierlichkeiten sehr anstrengend sein können. Sie freuen sich jetzt, dass sie nach den Feten in Berlin und Dortmund langsam wieder einsteigen können", berichtete der Bundestrainer.

Die BVB-Stars werden in den kommenden Tagen in weiten Teilen ebenso individuell trainieren wie auch Klose, Podolski oder Mertesacker, die Löw allesamt "im Plan" sieht.

Für Götze und Bender wird es härter

Die Dortmunder Mats Hummels und Marcel Schmelzer, die zuletzt viel gespielt hätten, würden noch nicht so sehr belastet. Mario Götze und Sven Bender, die auch aufgrund von Verletzungen in den vergangenen Wochen und Monaten nicht so viel im Einsatz waren, müssen sich dagegen auf intensive Einheiten gefasst machen.

Individualität ist deshalb auch ab Freitag das Zauberwort in Südfrankreich, wo in der zweiten Phase "fußballerische Elemente" in den Vordergrund der Trainingsarbeit rücken werden.

Zwei Tage später werden auch die Real-Stars Mesut Özil und Sami Khedira zur Mannschaft stoßen, die ebenfalls zunächst mal ein maßgeschneidertes Programm absolvieren werden.

"Der Konkurrenzkampf baut sich langsam auf"

Bis zum 29. Mai muss Löw bei der UEFA noch vier Spieler aus seinem vorläufigen Aufgebot streichen ( 555843 DIASHOW: Der vorläufige EM-Kader ).

"Der Konkurrenzkampf baut sich langsam auf. Prognosen darüber, wer gesetzt sein wird und wer die Mannschaft möglicherweise verlassen könnte, sind jetzt aber viel zu früh.

Es stehen ja noch etliche Trainingseinheiten und Spiele an. Es gibt jetzt noch keine Notwendigkeit, zu irgendwelchen Spekulationen", sagte der Bundestrainer zu dieser Problematik. Zurzeit denkt er schon einen Schritt weiter.

"Gut präpariert ins Turnier"

"Wir werden sehr gut präpariert in das Turnier gehen", sagte der Bundestrainer voller Optimismus. Dass die acht Bayern-Profis, die erst am 25. Mai an der Cote d'Azur erwartet werden, am Samstag noch das Champions-League-Finale gegen den FC Chelsea bestreiten, bereitet Löw keine Kopfschmerzen.

"Ich hoffe natürlich, dass sie sich keine Verletzungen zuziehen", sagte der Bundestrainer, der den Bayern nach deren Enttäuschungen in Meisterschaft und DFB-Pokal den Titel in der Königsklasse zutraut: "Gefühlsmäßig sage ich, dass sie das schaffen."

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