Marco Reus (r.) wechselt im Sommer von Borussia Mönchengladbach zu Borussia Dortmund © getty

Bundestrainer Löw sieht beim Pokalfinale unterschiedliche Leistungen der DFB-Spieler. Besonders die Bayern-Profis machen Sorgen.

Porto Cervo - Große Sorgen um Miroslav Klose, Vorfreude auf die Double-Gewinner von Borussia Dortmund:

Bundestrainer Joachim Löw wusste bei seiner ersten Trainingseinheit mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Montagvormittag im EM-Trainingslager auf Sardinien nicht, ob er lachen oder weinen sollte.

Der 52-Jährige machte angesichts der Verletzung seines Torjägers Klose zunächst mal gute Miene zum bösen Spiel und winkte in seiner grünen Trainingsjacke den Zaungästen zu.

Während Löw, der am Wochenende noch von seinem Assistenten Hansi Flick vertreten worden war, mit gerade mal neun Spielern die Arbeit aufnahm, traf der angeschlagene Miroslav Klose im abgedunkelten Mini-Van im noblen Mannschaftshotel Ramozzino ein.

Löw gibt Entwarnung

Der WM-Torschützenkönig von 2006 hatte Löw bereits frühzeitig darüber informiert, dass er wegen einer Knöchelverletzung das Saisonfinale in der italienischen Serie A mit seinem Klub Lazio Rom gegen Inter Mailand verpasst.

"Die Verletzung ist nicht so ernst. Er muss jetzt erst mal ins Aufbautraining", sagte Löw dem "Express".

"Zwei Tage Pause"

Auch Klose gab Entwarnung: "Ich habe am Freitag im Trainingsspiel einen Tritt gegen den Knöchel bekommen. Ich denke, dass ich zwei Tage mit dem Training pausieren muss", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Klose begab sich gleich nach seiner Ankunft auf der Ferieninsel in die Hände der medizinischen Abteilung.

Müller-Wohlfahrt reist nach

Bayern- und DFB-Arzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, der den früheren Münchner zuletzt wegen dessen Oberschenkelverletzung intensiv behandelt hatte, befindet sich allerdings wegen der Teilnahme der Bayern am Champions-League-Finale noch nicht an der Costa Smeralda.

[kaltura id="0_ry1zyhs5" class="full_size" title="DFB Vorbereitung ohne Team"]

Medien wittern falsches Spiel

Italien-Legionär Klose, der in 113 Spielen 63-mal für Deutschland getroffen hat, war nach fünfwöchiger Pause erst am 4. Mai ins Training zurückgekehrt und hatte anschließend einen Kurzeinsatz für Lazio bestritten.

Im Training erwischte es Klose dann am Knöchel, was von den italienischen Gazetten aber stark in Zweifel gezogen wird. Blätter wie die "Gazzetta dello Sport" und der "Corriere dello Sport" unterstellten, Klose habe sich für die DFB-Auswahl schonen wollen und deshalb die Verletzung vorgeschoben.

"Man muss glauben, dass sich der Deutsche ohne eine EM vor der Tür anders entschieden hätte", mutmaßte die "Gazzetta", und der "Corriere" schrieb: "Einen Verdacht muss man haben."

Weder die sportliche Leitung der DFB-Auswahl noch Klose selbst, dessen Team trotz eines 3:1 gegen Inter die Teilnahme an der Königsklasse verpasst hatte, äußerten sich zu diesen Spekulationen.

Ärzte werden entscheiden

Die Ärzte werden entscheiden, ob Klose, der am 22. März einen Riss im Beugemuskel des linken Oberschenkels erlitten hatte, am Dienstag erstmals auf Sardinien mitwirken kann - oder ob er eine Pause einlegen muss.

Duo angeschlagen

Löw selbst konnte am Montag auf dem Trainingsplatz lediglich neun Spieler begrüßen, darunter drei Torhüter ( 555843 DIASHOW: Der vorläufige EM-Kader ).

Benedikt Höwedes und Lukas Podolski fehlten erneut wegen muskulärer Probleme, absolvierten eine Fitnesseinheit im DFB-Quartier (HINTERGRUND: Löws Streichsquartett).

Unterdessen begannen Tim Wiese, Ron-Robert Zieler und Neuling Marc-Andre ter Stegen erstmals mit einem spezifischen Torwarttraining.

Einer aus diesem Trio wird am Ende noch gestrichen, da neben Stammtorwart Manuel Neuer nur zwei Keeper am 4. Juni mit nach Polen aufbrechen werden.

"Haben alle ein großes Ziel"

Auch bei der noch sehr kleinen Gruppe der Feldspieler, die am Dienstag durch fünf BVB-Spieler und Double-Gewinner (Bericht) aufgestockt wird, ist der Konkurrenzkampf voll entbrannt. ( 558237 DIASHOW: Einzelkritik Pokalfinale )

"Wir arbeiten sehr hart, und Konkurrenz fördert die Leistung. Das ist gut so. Denn wir haben alle ein großes Ziel", sagte Marco Reus.

Weiterlesen