Marco Reus (l.) wechselt im Sommer von Borussia Mönchengladbach zu Borussia Dortmund © getty

Nur zehn deutsche Nationalspieler haben die erste Einheit im Trainingslager vor der EM in Polen und der Ukraine absolviert.

Porto Cervo - Die Familien der Spieler sind beim Regenerations-Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft auf Sardinien ausdrücklich eingeladen (Bericht).

Kinder mitgebracht haben indes nur Lukas Podolski und Cacau.

Der Nachwuchs stand bei der ersten Einheit der Mission vierter EM-Titel eher auf dem Platz. (SERVICE: Alles zur EM 2012)

"Ich musste lachen, als ich beim Spiel im Kreis festgestellt habe, dass Marco Reus schon zu den Älteren gehört", sagt Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff. ( 555843 DIASHOW: Der vorläufige EM-Kader )

Der Mönchengladbacher und künftige Dortmunder Reus ist 22 Jahre und hat gerade einmal vier Länderspiele absolviert.

Leichte Eingewöhnung für Draxler und ter Stegen

Den Überraschungsgästen Julian Draxler (18/Schalke 04) und Marc-Andre ter Stegen (20/Borussia Mönchengladbach) fiel die Eingewöhnung bei ihrer ersten Einheit im Kreise der Nationalelf daher ausgesprochen leicht. (HINTERGRUND: Löws Streichsquartett)

"Sie bewegen sich noch sehr vorsichtig und beobachten alles erst einmal", sagt Bierhoff:

"Sie haben aber den Vorteil, dass sie fast nur noch junge Spieler um sich herum haben, die sie unter ihre Fittiche nehmen."

Nur zehn Spieler beim ersten Training

Bundestrainer Joachim Löw stößt erst am Sonntag zum dezimierten Tross. Gerade einmal zehn Spieler absolvierten am Samstagmorgen das erste Training, davon drei Torhüter.

Der Schalker Benedikt Höwedes wurde wegen seiner vor gut einer Woche erlittenen Wadenprellung geschont und stattdessen im Hotel gepflegt.

"Natürlich haben wir uns Gedanken gemacht, ob dieses Trainingslager überhaupt noch sinnvoll ist. Am Ende fanden wir es wichtiger, die Spieler hier zu haben, als nicht zu wissen, wie sie trainieren", erklärte Bierhoff:

"Bei der ersten Planung sind wir davon ausgegangen, dass wir 25 oder 27 Spieler dabei haben. Glücklicherweise haben uns die Bayern und die Dortmunder einen Strich durch die Rechnung gemacht."

[kaltura id="0_bm65i690" class="full_size" title="L ws Liste Draxler ist dabei"]

"Den Kopf frei bekommen"

Das DFB-Pokalfinale der beiden besten deutschen Mannschaften am Abend verfolgt die Mannschaft im 5-Sterne-Hotel Romazzino in Porto Cervo gemeinsam.

Es sind auch solche Teambuilding-Prozesse, die auf Sardinien im Mittelpunkt stehen. "Den Kopf frei bekommen", steht ganz oben auf der Prioritätenliste.

Nicht zuletzt für Podolski.

Der künftige England-Legionär vom FC Arsenal ist nach dem Bundesliga-Abstieg zum Abschied von "seinem" 1. FC Köln noch deprimiert.

"Er ist noch nicht ganz befreit", sagt Bierhoff: "Er läuft nicht todtraurig durch das Hotel, aber er ist auch noch nicht wieder der Spaßvogel, den man kennt. Aber ich hoffe und bin überzeugt davon, dass wir ihn hinbekommen."

Positive Signale bei Mertesacker

Das gilt in gesundheitlicher Hinsicht auch für Podolskis künftigen Klubkollegen Per Mertesacker, der nach einer Knöchel-OP seit dem 11. Februar nicht gespielt hat.

"Es sieht gut aus", erklärt Bierhoff: "Per ist unglaublich heiß, er hat unglaublich viel gearbeitet und sich die EM in den Kopf gebrannt."

Trainiert wird auf Sardinien durchaus. Nach einer Fitness-Einheit am Freitagabend im Hotel standen die Spieler am nächsten Morgen auf dem Platz.

"Gleich mit höherer Intensität, damit sie mich brechen und ich nicht mehr mitmache", sagt der 44 Jahre alte Bierhoff, der die 70-minütige Einheit bei 31 Grad auf dem Sportplatz Andrea Corda in Abbiadori aber komplett absolvierte.

Ausgezeichnete Bedingungen

Die Bedingungen für körperliche und geistige Erholung sind ausgezeichnet:

Eine herrliche Hotelanlage, ein kompletter Stab, bestehend aus 27 Personen, vom Koch bis zum Physiotherapeuten und ein idealer Trainingsplatz.

"Wir haben es ganz toll angetroffen", meint Bierhoff. So gesehen ist es auf jeden Fall ein würdiger Start in die Mission EM-Titel. ( 447891 DIASHOW: Die deutschen EM-Trikots )

Und wenn nach der Ankunft von Miroslav Klose am Montag sowie den fünf Dortmundern am Dienstag 17 Spieler auf dem Platz stehen, dann, so Bierhoff, "können wir auch gut arbeiten".

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