Joachim Löw vertraut bei der Nominierung seines vorläufigen EM-Kaders auf bewährte Kräfte, auf die er auch in Zukunft setzen wird.

Mit seinem vorläufigen EM-Kader hat Bundestrainer Joachim Löw in den meisten Fällen die Spieler berufen, die sich durch konstant gute Leistungen ihre Chance verdient haben - und auf die er zum Großteil auch in Zukunft setzen kann. (Bericht)

Dass er im Sturm auf den lange Zeit formschwachen Cacau setzt und einen anderen WM-Teilnehmer wie Stefan Kießling oder Patrick Helmes sowie Mike Hanke nicht berücksichtigt, kann zwar durchaus diskutiert werden, kommt aber keinesfalls überraschend.

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An Marc-Andre ter Stegen kam Löw einfach nicht vorbei. Der Mönchengladbacher hat eine fehlerfreie, laut Löw sogar "überragende" Saison hinter sich.

Logisch, dass der Bundestrainer ihn im Vergleich mit Tim Wiese oder Ron-Robert Zieler sehen will.

Während ter Stegen sich sogar Chancen auf die EM-Teilnahme ausrechnen kann, dürfte Julian Draxlers Berufung in erster Linie als Zeichen an die nachrückenden Spielergenerationen zu werten sein.

Nach dem Motto: Wir haben ein starkes Mittelfeld, aber die aktuell gesetzten Spieler werden auch nicht jünger.

Auf lange Sicht könnte Draxler zum Beispiel den Platz eines Lukas Podolski einnehmen, es fehlt ihm allerdings noch an Durchschlagskraft.

Löw ist von Draxlers Potenzial ebenso überzeugt wie von Ilkay Gündogan oder Lars und Sven Bender. Vor allem die Zwillinge dürften langfristig eine tragende Rolle in Löws Planungen spielen.

Gündogan muss dagegen seine starke Rückrunde in Dortmund erst noch bestätigen.

Im Sturm geht kein Weg an Miroslav Klose und Mario Gomez vorbei. Dass Löw neben den beiden Torjägern auf Cacau baut, ist ein Beweis dafür, wie sehr er den Stuttgarter schätzt und an ihn glaubt.

Bitter ist die Nicht-Nominierung für Patrick Helmes, der schon vor der EM 2008 zum vorläufigen Kader gehörte, dann aber durchs Sieb fiel.

Auch Stefan Kießling hätte nach seiner starken Rückrunde eine Berufung verdient gehabt, der Leverkusener hatte aber schon während der WM den Kürzeren gegenüber Cacau gezogen.

Für den gebürtigen Brasilianer dürfte die EM, so er denn dabei sein wird, das letzte große Turnier sein.

Für Simon Rolfes hingegen dürfte die Nationalmannschaftskarriere nach dem EM-Aus vorbei sein.

Mit dieser und den anderen Entscheidungen hat Löw vorgesorgt, dass die endgültige Nominierung der 23 EM-Fahrer nicht zum individuellen Drama werden wird.

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