2011 erhielt Wolfgang Niersbach (l.) das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik © getty

Nach seiner Wahl feiert Wolfgang Niersbach mit Weggefährten. Darunter ist die Fußball-Prominenz, die den neuen Präsidenten lobt.

Vom DFB-Bundestag berichtet Martin Volkmar

Frankfurt/Main - Am Ende ging alles ganz schnell.

Erst die einstimmige Wahl zum neuen DFB-Präsidenten, dann zahlreiche Gratulationen, ein Fotoshooting vor dem Verbandslogo sowie ein kurzes Telefonat mit UEFA-Boss Michel Platini und schließlich die erste Pressekonferenz in der neuen Funktion.

Dort stellte Wolfgang Niersbach den Schwerpunkt seiner vorerst bis Oktober 2013 laufenden Amtszeit vor. "Zurück zum Kerngeschäft", lautet seine Devise. "Der Fußball ist das Wichtigste."

Der bisherige Generalsekretär, der seit 1988 für den DFB tätig ist, sieht die vorrangige Aufgabe "als Dienstleister".

Hoffen auf EM-Titel

Deshalb hofft der erklärte Fan der Nationalmannschaft auf den Titel bei der EM-Endrunde in Polen und der Ukraine.

"Dazu gehört am Ende immer auch ein Schuss Glück. Aber ich wage zu behaupten: Wenn wir im Halbfinale wie bei der WM 1990 und der EM 1996 England im Elfmeterschießen schlagen, dann werden wir auch Europameister", meinte Niersbach.

Als dann alle Fragen der zahlreichen Medienvertreter in einem Frankfurter Flughafen-Hotel beantwortete waren, atmete der 61-Jährige auf: "Jetzt freue ich mich, wenn ich ein Bier trinken kann."

Feier mit Altbier, Frikadellen und Würstchen

Das tat der gebürtige Rheinländer, der als Nachfolger von Theo Zwanziger der elfte DFB-Präsident ist, mit Düsseldorfer Altbier, Frikadellen und Würstchen gemeinsam mit zahlreichen Weggefährten.

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Dazu gehörten und gehören viele Sportjournalisten, von denen die meisten mit Niersbach seit Jahren per Du sind und ihm auf der Pressekonferenz mit Handschlag gratulierten.

Der andere bedeutende Kreis seiner Freunde und Unterstützer ist weit prominenter: Der langjährige DFB-Mediendirektor wird von einem Großteil der früheren Nationalspieler hoch geschätzt.

Geballte Fußball-Prominenz als Unterstützer

Deshalb kamen auf Niersbachs persönliche Einladung hin Welt- und Europameister aus allen Generationen wie Horst Eckel, Hans Schäfer, Uwe Seeler, Wolfgang Overath oder Lothar Matthäus zu seiner Kür an die Verbandsspitze.

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SPORT1 hat sich nach der Wahl bei der deutschen Fußball-Prominenz umgehört und Reaktionen gesammelt.

Rudi Völler (Weltmeister 1990, Ex-Teamchef, Sportdirektor Bayer Leverkusen):

"Ich freue mich riesig für ihn, weil er die Fähigkeiten und die Qualität hat, diese schwierige Aufgabe zu bewältigen. Er wird das genauso gut machen wie Dr. Zwanziger.

Es ist sehr, sehr wichtig in so einem großen Verband, dass du Verständnis für die Sorgen und Nöte der Profivereine haben musst, aber auch immer ein offenes Ohr für die Amateurvereine. Das kann er, da bin ich mir sicher."

Oliver Bierhoff (Europameister 1996, DFB-Teammanager):

"Für uns als Nationalmannschaft ist es eine gute Wahl. Er war schon bisher neben dem Präsidenten unser erster Ansprechpartner, deshalb weiß er einfach Bescheid.

Ich hoffe, dass die Zusammenarbeit weiter so gut ist wie bisher. Er hat immer ein offenes Ohr für unsere Interessen, weil ihm die Nationalelf aufgrund seiner Vergangenheit sehr am Herzen liegt."

Matthias Sammer (Europameister1990, DFB-Sportdirektor):

"Es gibt überhaupt keine Frage: Wolfgang Niersbach ist der richtige Mann in diesem Amt. Er ist national und international top vernetzt und ein Mann des Ausgleiches.

Entsprechend weiß er aber auch, welche strukturellen Notwendigkeiten er voran treiben muss. Er ist in der Lage, Führung zu übernehmen. Wenn für ihn klar ist, was er will, setzt er es auch um und das ist gut."

Klaus Allofs (Europameister 1980, Sportchef Werder Bremen):

"Natürlich freut mich die Wahl auch vor dem Hintergrund, dass Wolfgang Niersbach wie ich aus Düsseldorf kommt. Ich kenne ihn seit über 40 Jahren und bin überzeugt, dass er der richtige Mann als Präsident ist.

Diejenigen, die ihn kennen, wissen auch, dass er alle ihm übertragenen Aufgaben mit Bravour gemeistert hat. Und ich glaube, dass er das auch jetzt schaffen wird."

Gerhard Mayer-Vorfelder (DFB-Ehrenpräsident):

"Es ist gut, dass der Übergang so naht- und problemlos erfolgt ist. Mit Wolfgang Niersbach kommt einer, der sich im Fußball auskennt wie in seiner Wohnstube. Er hat den DFB über seit Jahrzehnte mit entwickelt, insofern ist er in der neuen Funktion zu Hause.

Jetzt muss er sich nicht mehr mit kleinen Dingen beschäftigen, sondern als Präsident geht es nur noch um die großen Linien. Ich finde, der DFB ist mit ihm als neuem Präsidenten gut aufgestellt."

Joachim Löw (Bundestrainer):

"Niemand ist in dieser Situation so gut für den DFB wie Wolfgang Niersbach. Niemand lebt den Fußball so wie er. Ich freue mich wahnsinnig auf die Zusammenarbeit."

Franz Beckenbauer (DFB-Ehrenspielführer, Weltmeister 1974 und 1990, Europameister 1972, Ex-Teamchef):

"Ich halte Wolfgang Niersbach für die absolut richtige Wahl. Ich wünsche ihm für das schönste Amt in Deutschland viel Glück."

Günter Netzer (Weltmeister 1974, Europameister 1972):

"Er ist der Richtige. Wir sind seit 35 Jahren befreundet, er ist ein unerhört toller Charakter. Er wird sein Amt mit Klasse ausfüllen. Deutschland kann stolz sein, so einen DFB-Präsidenten zu bekommen."

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