Marc-Andre ter Stegen spielt seit 1996 bei Borussia Mönchengladbach © imago

Beim Sieg der U 21 gegen Griechenland bekommt ter Stegen den Vorzug. Adrion will sich noch nicht auf seine Nummer eins festlegen.

Halle/Saale - Kaum hatte Trainer Rainer Adrion seine "Unbesiegbaren" für den glatten Durchmarsch in die Playoffs mit einigen lobenden Sätzen gewürdigt, da löcherten ihn die Journalisten auch schon mit der T-Frage.

Nicht der vorzeitige Gruppensieg in der EM-Qualifikation, nicht der achte Sieg im achten Spiel.

Der brutale Konkurrenzkampf im Tor der deutschen U-21-Nationalmannschaft war das beherrschende Thema nach dem 1:0 (1:0) in Halle/Saale gegen Griechenland (Spielbericht).

"Es stehen vier starke Torhüter in Konkurrenz um die Nummer eins, das ist ein Luxusproblem", sagte Adrion.

Gegen die Griechen stand der weitgehend beschäftigungslose Gladbacher Marc-Andre ter Stegen zwischen den Pfosten und feierte sein Länderspiel-Debüt.

Trapp und Baumann außen vor

Auf der Bank saß der nicht minder begabte Leverkusener Bernd Leno. Gar nicht erst nominiert wurden Kevin Trapp (1. FC Kaiserslautern) und Oliver Baumann (SC Freiburg), die zuvor in der U 21 tadellos gehalten hatten.

"Auch sie haben zuletzt hervorragende Leistungen gebracht. Aber sie leben ja auch nicht hinter dem Mond und wissen, dass da zwei Konkurrenten heranwachsen", sagte Adrion.

Dass ter Stegen gegen Griechenland den Vorzug erhalten hatte, wollte Adrion jedoch nicht als Fingerzeig für die Zukunft verstanden wissen. "Diese Entscheidung galt für jetzt", betonte der 58-Jährige.

Für den nächsten Kurzlehrgang im Mai werden alle vier Torhüter eingeladen. Erst danach wird entschieden, welche zwei Hintermänner für das Testspiel am 14. August in Offenbach gegen Argentinien im Kader stehen.

[kaltura id="0_tl150r3b" class="full_size" title="U 21 f r Playoffs qualifiziert "]

Ter Stegen optimistisch

Marc-Andre ter Stegen geht jedenfalls davon aus, dass der Trainer nicht an ihm vorbeikommt, "wenn ich weiter meine Leistungen bringe".

Sein Ziel dürfte mittelfristig ohnehin die A-Nationalmannschaft sein, auch wenn es nach seiner "relativ ruhigen" U-21-Premiere von ihm keine Kampfansage gab.

Eine Absprache mit Bundestrainer Joachim Löw habe es vor der Benennung der Nummer eins nicht gegeben, versicherte Adrion: "Aber natürlich stehen wir im ständigen Austausch über Spieler, die den Sprung schaffen können."

U 21 in bestechender Form

Den DFB-Junioren ist derweil in beeindruckender Manier der Sprung in die Playoffs zur EM 2013 gelungen.

Bereits zwei Runden vor Schluss ist das Team nicht mehr von der Spitze der Gruppe 1 zu verdrängen.

Gegen Griechenland sorgte vor 6200 Zuschauern in der ausverkauften neuen Arena in Halle/Saale Patrick Funk (45.+1) vom FC St. Pauli für den Siegtreffer.

In den verbleibenden Gruppenspielen im September gegen Weißrussland und in Bosnien-Herzegowina will Adrion die "weiße Weste" aber "nicht durch unsinnige Experimente aufs Spiel setzen". Das Ziel bleibt, genau wie die A-Nationalmannschaft ohne Punktverlust durch die EM-Qualifikation zu marschieren.

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