Wer springt bei Bundestrainer Löw noch auf den EM-Zug auf? © getty

Schon zwei Monate vor der Nominierung stehen 18 der 23 deutschen EM-Fahrer fest. SPORT1 nennt die Namen der letzten Kandidaten.

Vom DFB-Team berichtenMartin Volkmar und Thorsten Mesch

Bremen - Die Frage sparten sich die Journalisten diesmal.

Zu klar hatte Joachim Löw zuletzt mehrfach die Frage bejaht, dass der Großteil der Plätze in seinem Aufgebot schon vergeben ist.

"Es wird schwierig, noch auf den EM-Zug aufzuspringen. Da müsste einer in den nächsten Wochen schon fantastisch spielen", erklärt der Bundestrainer seit Monaten.

Denn sollten alle Kandidaten fit bleiben, sind schon zwei Monate vor der Nominierung am 8. Mai 18 der 23 Plätze im Kader für die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine vergeben ( 525009 DIASHOW: Bilder des Länderspiels ).

Noch dürfen die Nachrücker hoffen

Verbleiben fünf offene Plätze, für die auch ein Überraschungskandidat in Frage kommt, der beim 1:2 gegen Frankreich nicht dabei war (Nachbericht).

Deshalb lässt Löw den Nachrückern noch eine kleine Hoffnung:

"Es kann immer wieder Verletzungen geben, deshalb kann man das jetzt noch nicht mit aller Bestimmtheit sagen. Die Tür ist weiterhin offen."

SPORT1 gibt einen Überblick über die sicheren EM-Fahrer und den Kampf um die restlichen Plätze.

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Sichere EM-Fahrer:

Tor (2): Manuel Neuer, Tim Wiese

Abwehr (6): Per Mertesacker, Mats Hummels, Philipp Lahm, Jerome Boateng, Holger Badstuber, Benedikt Höwedes

Mittelfeld (8): Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos, Thomas Müller, Sami Khedira, Mesut Özil, Mario Götze, Marco Reus, Lukas Podolski

Sturm (2): Miroslav Klose, Mario Gomez

Der Kampf um die fünf offenen Plätze

Tor (1 Platz offen):

Hannovers Ron Robert Zieler müsste schon einen massiven Leistungseinbruch bekommen, um sich die Nominierung als dritter Keeper noch nehmen zu lassen.

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Hartnäckigster Konkurrent ist Marc Andre ter Stegen, der in Gladbach die bessere Saison spielt.

Linker Außenverteidiger (1):

Gesucht wird ein Backup für Lahm. Dennis Aogo bewies gegen Frankreich nicht nur wegen seiner Patzer vor beiden Gegentoren, dass er gehobenen internationalen Ansprüchen nicht genügt.

Daher spricht sehr viel für Marcel Schmelzer, der mit Dortmund auf dem Weg zur zweiten Meisterschaft in Folge ist. Doch Löw hält große Stücke auf Aogo, der auch im defensiven Mittelfeld spielen könnte.

Nur Außenseiterchancen hat der im DFB-Team lange fehlende Marcell Jansen, der beim HSV eine gute Rückrunde spielt, aber sich im Mittelfeld wohler fühlt ? und dort herrscht Überangebot.

Defensiver Mittelfeldspieler (1):

Wolfsburgs Christian Träsch war zwar gegen Frankreich nominiert, nach seiner schwachen Saison in Wolfsburg sind seine EM-Chancen aber stark gesunken.

Denn rechts in der Viererkette hat Löw Boateng, Höwedes und zur Not Lahm und im defensiven Mittelfeld gibt es ebenfalls bessere Alternativen.

Momentan läuft alles auf einen der Bender-Zwillinge Lars und Sven hinaus, die in Leverkusen und Dortmund beide eine hervorragende Saison spielen. Allerdings dürfte nur Platz für einen sein, da auf der Doppel-Sechs schon Schweinsteiger, Khedira und Kroos spielen können.

Routinier Simon Rolfes wird hingegen aufgrund seines verlorenen Stammplatzes in Leverkusen nach der WM 2010 wohl auch die EM verpassen.

Offensiver Mittelfeldspieler (1):

Da Kroos defensiv und offensiv spielen kann, sind die drei Positionen hinter der Sturmspitze bereits doppelt besetzt. Dennoch ist es möglich, dass Löw aufgrund seiner offensiven Philosophie noch einen weiteren Mann nominiert.

Zumal Andre Schürrle Ende letzten Jahres nach seinen starken Vorstellungen im DFB-Trikot als gesetzt galt. Doch in der Rückrunde steckt der Leverkusener in der Krise und dürfte mit der Form wie gegen Frankreich noch aus dem Kader fliegen.

Dann könnte der seit der Winterpause ganz starke Dortmunder Kevin Großkreutz doch noch zum Zug kommen. Außenseiterchancen haben Hannovers Jan Schlaudraff, Bremens Marko Marin sowie die Schalker Youngster Julian Draxler und Lewis Holtby.

Unwahrscheinlich ist dagegen ein Comeback des Leverkuseners Gonzalo Castro, obwohl er sich in blendender Verfassung befindet und auch im defensiven Mittelfeld und außen in der Viererkette einsetzbar wäre.

Sturm (1):

Obwohl der Anschlusstreffer gegen Frankreich in der Schlussminute zu spät kam, war Torschütze Cacau die Freude deutlich anzusehen.

Schließlich war das Erfolgserlebnis für den Stuttgarter wichtig, nachdem er im Verein meist nur noch Ersatz ist.

Trotzdem hat er unter anderem wegen der WM in Südafrika bei Löw einen Stein im Brett, so dass es für die eigentlich zwangsläufige Alternative Mike Hanke schwer werden dürfte, noch auf den EM-Zug aufzuspringen.

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