DFB-Direktorin Steffi Jones hat die schon zu Beginn der Frauenfußball-EM aufgekommene Kritik an Bundestrainerin Silvia Neid verurteilt.

"Ich finde es einfach unsachlich, wenn man schon vor oder während eines Turniers die Trainerposition infrage stellt. Dass man die Arbeit nachher analysiert, ist normal. Aber schon vorab - das geht gar nicht. Das habe ich den entsprechenden Leuten auch gesagt", sagte Jones im Interview mit der "Bild"-Zeitung.

In verschiedenen Medien war bereits vor der EM in Schweden über etwaige Nachfolger von Neid diskutiert worden. Dank des sechsten EM-Triumphs in Folge aber hatte die DFB-Trainerin ihren Kritikern den Wind aus den Segeln genommen.

Ex-Nationalspielerin Jones, als DFB-Direktorin für Frauen- und Mädchenfußball zuständig, nervt zudem die Unterstellung, dass der Frauen-Fußball und speziell die Bundesliga stärker von der WM 2011 im eigenen Land hätten profitieren müssen.

Sie habe "einfach keine Lust mehr", sich immer rechtfertigen zu müssen, meinte die 40-Jährige. "Es kann nicht sein, dass uns Untätigkeit vorgeworfen wird. Das ärgert mich, weil ich sehe, was hier alles passiert."

Als Beispiele nannte Jones die Ausbildung von Grundschullehrerinnen ("Damit im Sport-Unterricht auch Fußball gespielt werden kann"), die Einführung der B-Juniorinnen-Bundesliga, das Zweitspielrecht und eine "Fülle von Maßnahmen zur Talent-Förderung".

Bei einigen Bundesliga-Vereinen allerdings sieht Jones noch Nachholbedarf in Sachen "Marketing und Pressearbeit". Auch ein "Lizenzierungsverfahren light" soll nach der Insolvenz des SC Bad Neuenahr und den finanziellen Problemen des FCR Duisburg auf den Weg gebracht werden.

"Wir erarbeiten seit zwei Jahren ein mit den Vereinen abgestimmtes Ligastatut. Auf dem DFB-Bundestag im Oktober soll der Antrag eingereicht werden, damit es ab der Saison 2015/16 greift", kündigte die 111-malige Nationalspielerin Jones an.

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