Die DFB-Frauen haben das Kapitel EM-Qualifikation mit einem weiteren Torfestival geschlossen und fahren als ungeschlagener Titelverteidiger zur Endrunde in Schweden (10. bis 28. Juli).

Das letzte Gruppenspiel gegen die Türkei gewann die Auswahl von Bundestrainerin Silvia Neid 10:0 (3:0) und feierte damit den neunten Sieg im zehnten Qualifikationsspiel bei einer Gesamtbilanz von 64:3 Toren.

Vor der wenig stimmungsvollen Kulisse von 6467 Zuschauern in der MSV-Arena war Martina Müller, die ihr 100. Länderspiel absolvierte, mit drei Treffern (72./86./90.+2) die auffälligste Spielerin - dabei wurde sie erst in der 65. Minute eingewechselt.

Die vor Spielbeginn als Fußballerin des Jahres geehrte Torjägerin Celia Okoyino da Mbabi (17./74.) und Melanie Behringer (52./60., Foulelfmeter) steuerten jeweils einen Doppelpack bei.

Die weiteren Tore erzielten Anja Mittag (24.), Simone Laudehr (45.+1, Handelfmeter) und Fatmire Bajramaj (85.).

Nachdem die Ende Juli zurückgetretene Ex-Duisburgerin Inka Grings offiziell aus der Nationalmannschaft verabschiedet worden war, übernahmen die deutschen Frauen das Kommando über die spielerisch und physisch hoffnungslos unterlegenen Gäste.

Nach der ersten Hälfte hätte sich der Weltranglisten-64. bereits über einen 0:6-Rückstand nicht beklagen dürfen, doch die Torschützinnen Okoyino da Mbabi (7./28.) und Mittag (9.) ließen weitere hochkarätige Chancen ungenutzt.

Neid, die zunächst die Erfolgsformation vom 7:0 am Samstag in Kasachstan aufgeboten hatte, gab nach der Pause Kim Kulig eine weitere Bewährungchance. Die 22-Jährige hatte als Einwechselspielerin in Kasachstan ihr Comeback nach 14-monatiger Verletzungspause (Kreuzbandriss) gefeiert.

Auf ihrem Stammplatz im defensiven Mittelfeld fügte sich die Frankfurterin, die in der Schlussphase einen Foulelfmeter verschoss (79.), nahtlos in die Mannschaft ein. Die Türkinnen spielten nach einer Notbremse von Seval Kirac (60.) die letzte halbe Stunde in Unterzahl.

Die deutsche Defensive blieb im gesamten Spiel wenig gefordert. Torfrau und Spielführerin Nadine Angerer verlebte einen ruhigen Abend, eine Torchance ließ der zweimalige Welt- und siebenmalige Europameister nicht zu und sorgte bis zum Schluss für Torgefahr.

Ein weitaus härterer Prüfstein wartet, wenn die DFB-Frauen am 20. und 23. Oktober einen Länderspiel-Doppelpack in den USA bestreiten. Gegen den Olympiasieger und Weltranglistenersten will Neid überprüfen, "wo wir wirklich stehen".

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