Ulf Kirsten spielte von 1982 bis 1990 für Dynamo Dresden © getty

Klub-Legende Ulf Kirsten sieht in dem Abstieg von Dynamo Dresden in die Dritte Liga auch eine Chance für einen Neubeginn des Vereins.

"Der Klub ist zuletzt im zweiten Jahr in Folge im Tabellenkeller der Zweiten Liga versumpft und hat viele Baustellen", sagte der 48-Jährige der "Sport Bild": "Das ist jetzt die Chance, die Versäumnisse der letzten Jahre anzupacken."

Kirsten kritisierte die Personalpolitik der letzten Jahre beim achtmaligen DDR-Meister, dessen direkter Abstieg am Sonntag durch eine 2:3-Heimniederlage gegen Arminia Bielefeld besiegelt worden war.

"Da wurden in der Vergangenheit viele Fehler gemacht. Kein Wunder, wenn jedes Jahr eine Vielzahl neuer Spieler kommt, von denen die Hälfte dann gar nicht stattfindet", sagte Kirsten.

Mit dem Weggang von Sportdirektor Ralf Minge vor vier Jahren sei der Absturz des Vereins eingeleitet worden.

"Als er weg war, ging die Kontinuität verloren. Seitdem hatten wir sechs verschiedene Trainer - da kann etwas nicht stimmen", sagte der frühere Torjäger von Dynamo Dresden und Bayer Leverkusen, der insgesamt 100-mal für die Auswahl der DDR und die deutsche Nationalmannschaft spielte.

Die Rückkehr von Minge als Sportdirektor im Februar sei der richtige Schritt gewesen.

"Endlich ein Mann mit Fachwissen und völliger Identifikation zum Verein. Manche hauen ab, bevor alles zusammenbricht. Minge ist anders. Er liebt den Verein, ist mit Herzblut dabei. Leider kam seine Rückkehr zu spät."

Kirsten forderte den Klub auf, bei der Neugestaltung des Kaders aufzuräumen. Überteuerte Gehälter sollten reduziert werden.

"Wir müssen bei einigen Spielern einen Schlussstrich ziehen", sagte der Ex-Profi.

Fraglich indes sei die Zukunft seines Sohnes Benny Kirsten, Torwart beim Traditionsklub. "Wir müssen sehen, was jetzt nach der Saison wird", sagte der "Schwatte".

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