Die Fans von Dynamo wurden in der Vergangenheit auswärts immer wieder auffällig © getty

Arminia Bielefelds Geschäftsführer Marcus Uhlig hat bei SPORT1.fm seine umstrittenen Äußerungen über Dynamo Dresden erläutert. Er sieht eine Diskussion über einen Ausschluss des Vereins aus der Zweiten Liga lediglich als letzten Ausweg.

"Keiner möchte Dynamo Dresden vom Spielbetrieb ausschließen - auch ich nicht. Aber wir müssen den Fußball wieder sicherer kriegen. Und dafür müssen wir die Leute, die den Fußball als Bühne für die Straftaten benutzen aus den Stadien, aber auch aus den Städten ausschließen."

Dresdner Hooligans hatten nach Angaben der Polizei beim Auswärtsspiel in Bielefeld am Freitag "eine Spur der Gewalt vom Bahnhof bis zum Stadion" hinterlassen.

"Wir haben das Spiel im Vorfeld zusammen mit allen Behörden und auch Vertretern von Dynamo Dresden sehr professionell vorbereitet", versichert Uhlig. "Ich möchte auch der Polizei kein Verschulden unterstellen, sondern einfach nur sagen: So eine niedrige Hemmschwelle, so eine Aggressionswut und Geilheit auf Gewalt haben wir bis jetzt noch nicht erlebt."

Uhlig fordert deshalb härtere Konsequenzen: "Leute, die sich bereits in der Vergangenheit schuldig gemacht haben, dürfen bei Auswärtsspielen nicht mehr in die Städte reisen. Wir müssen solche Leute schneller, konsequenter und härter bestrafen."

Dazu ist für ihn eine Gesetzesänderung nötig: "Ich glaube, dass man im Bereich der Gesetze nachjustieren muss. Es kann nicht darum gehen, jedem Einzelnen jede Straftat konkret bis zum letzten Teil nachzuweisen. Ich muss auch in Tumulte reingehen können, um auf Gruppen schneller und besser reagieren können."

"Die Zeit des Kuschelkurses muss vorbei sein. Das ist keine Diskussion mehr über Fankultur. Wir sind hier hart im Strafrecht und müssen den Fußball von Straftätern befreien", nimmt Uhlig alle Beteiligten - Klubs, Politik, Behörden und den DFB - in die Pflicht.

"Das ist sicher nur eine Minderheit der Dresdner Fans. Aber es kann nicht sein, dass diese Leute alle zwei Wochen Spuren der Verwüstung in den Stadien und Städten hinterlassen. Diese Leute müssen von Dynamo Dresden - aber auch allen anderen Klubs ? dingfest gemacht werden und die Guten von den Schlechten getrennt werden."

Dynamo-Verantwortliche hatten gegenüber dem Sport-Informations-Dienst (SID) irritiert auf die Aussagen des Arminia-Geschäftsführers reagiert.

"Herr Uhlig, den ich sehr schätze, hat sich im Vorfeld des Spiels noch sehr lobend über die Zusammenarbeit mit uns wegen der Fanproblematik geäußert. Ich kann mir vorstellen, dass er diese Aussage aus einem Schockzustand getätigt hat und sie heute bereut", sagte Dynamo-Geschäftsführer Christian Müller: "Es würde die falschen Leute treffen und an der Problematik rein gar nichts ändern."

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