Bochums Trainer Peter Neururer ist nach drei Niederlagen in neun Tagen der Kragen geplatz.

"Keine Frage, die Mannschaft hat krass versagt", sagte Neururer mit Blick auf das 0:1 am vergangenen Sonntag beim SV Sandhausen. Was folgte, war am Montag eine denkwürdige Standpauke im Beisein des Sportvorstands Christian Hochstätter.

Schließlich habe seine Mannschaft "die gesamte Entwicklung seit April durch die katastrophale Leistung in Sandhausen aufs Spiel gesetzt", sagte Neururer. Das Spiel gegen den FC Ingolstadt am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) erklärte er kurzerhand zum "Endspiel um die Stimmungslage".

Zwei Wochen zuvor hatte sich der Trainer noch ganz anders angehört. Durch den 2:0-Sieg beim jetzigen Spitzenreiter SpVgg Greuther Fürth schnupperte der VfL nach einem durchwachsenen Saisonstart plötzlich an den Aufstiegsrängen.

"So macht Fußball Spaß", sagte Neururer und prophezeite: "Köln wird sich bald absetzen. Aber dahinter sehe ich kein Team, das besser besetzt oder stärker ist als wir."

Es folgten die Niederlagen gegen den VfR Aalen (1:2) und Eintracht Frankfurt im Pokal (0:2). Das Fass zum Überlaufen brachte die Last-Minute-Niederlage in Sandhausen, nach der sich der VfL plötzlich auf Rang 14 wiederfand.

Neururer sprach von "Altherren-Fußball, bei dem ich hätte mitspielen können - aber ich hätte mich dafür ausgepfiffen". Mit Ausnahme von Andreas Luthe, der nach einer Notbremse die Rote Karte sah, Slawo Freier und Marcel Maltritz seien alle "unwürdig" gewesen, das VfL-Trikot zu tragen. Neururer wollte "Selbstüberschätzung" bemerkt haben.

Eine Aktion zum Fremdschämen führte gar dazu, dass er Namen nannte: "Es kann nicht sein, dass Tasaka und Cwielong beim Stand von 0:0 in der dritten Spielminute Schnick-Schnack-Schnuck spielen, um zu entscheiden, wer den Freistoß ausführen soll. Das ist respektlos gegenüber dem Gegner. Das habe ich mir einmal anschauen müssen, das gibt es nicht noch einmal."

Nun soll es nach dem Willen des Coaches "die Wohlfühlstube VfL" nicht mehr geben. "Wir werden nicht aufgrund dieser katastrophalen Leistung das Team komplett umstellen. Aber Fakt ist auch: Jedem droht die Bank", sagte Neururer. Keine Frage: Ein halbes Jahr nach seiner Amtsübernahme als "Feuerwehrmann" brennt es mal wieder beim VfL.

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