Der TSV 1860 München hat die Konsequenzen aus der bisher durchwachsenen Saison gezogen und Trainer Alexander Schmidt gefeuert. Die Löwen bestätigten damit am Samstagmittag einen SPORT1-Bericht.

Die Münchner reagierten auf die 0:2-Heimniederlage gegen den bislang sieglosen SV Sandhausen.

Nach sechs Spieltagen haben die "Löwen" bereits drei Niederlagen kassiert.

Geschäftsführer Robert Schäfer erklärt die Entlassung: "Alex hat fachlich sehr gute Arbeit geleistet und war absolut bestrebt, unsere Ziele zu erreichen. Die Entwicklung der Mannschaft verlief zuletzt allerdings nicht wie gewünscht. Wir haben frühzeitig reagiert, um unsere Ziele für die Saison nicht zu gefährden."

Schmidt stand bereits mehrfach in der Schusslinie. Ein Nachfolger ist noch nicht gefunden:

"Wir werden ganz in Ruhe einen Nachfolger aussuchen. Bis dahin wird Co-Trainer Markus von Ahlen zusammen mit seinen Kollegen Denis Bushuev und Kurt Kowarz das Training leiten", erklärte Sportchef Florian Hinterberger.

Ex-"Löwen"-Trainer Karsten Wettberg kritisierte das Team im Gespräch mit SPORT1 stark.

"Die Lage ist brisant, es gärt im ganzen Verein. Zuletzt wurde doch alles nur schön geredet." Auch die Siege gegen Düsseldorf und Frankfurt (jeweils 2:1, Anm. d. Red.) seien nicht aufgrund der eigenen Stärke zustande gekommen.

Außerdem meinte Wettberg: "Man ist in keinster Weise zufrieden und der Trainer machte zuletzt auch keine gute Figur. Man hat nur ein paar Tore geschossen", kritisierte er die mageren fünf Saisontore in den ersten sechs Spieltagen. "Sandhausen war keine Übermannschaft, dennoch waren sie uns spielerisch überlegen."

Wettberg bestätigte SPORT1 außerdem, dass Schmidt mittlerweile das Trainingsgelände verlassen habe.

Der ehemalige 1860-Torwart Michael Hofmann ging noch weiter: "Das war gegen Sandhausen Arbeitsverweigerung. Wenn man nach dem Spiel die Körpersprache von Schmidt gesehen hat, dann kann man sich seinen Teil denken. Es ist schlimm, was da ablief", kritisierte Hofmann und verriet SPORT1:

"Schmidt ist nun weg, Co-Trainer van Ahlen wird übernehmen. Ich denke die werden sich einen externen Trainer holen. Ich würde mir Holger Stanislawski wünschen, er kann pushen und hat schon alles erlebt. Der Investor (Hasan Ismaik, Anm. d. Red.) hat vor einigen Wochen auch mit Felix Magath gesprochen. Man wollte die ganz große Nummer. Es gibt aber in der Bundesliga auch Trainer, die haben nicht so die große Karriere gehabt, haben aber eine ganz andere Aura.?

Wettberg wünscht sich hingegen eher einen "Trainer vom Schlag eines Benno Möhlmann", der seit mehreren Jahren erfolgreich beim FSV Frankfurt arbeitet.

Eine eigene Tätigkeit bei den Münchner "Löwen" schließt Hofmann derzeit aus. "Ich würde gerne mithelfen, dass der Verein wieder hoch kommt, aber noch sind Personen da, unter denen das nicht möglich ist."

Die Stimmung in der Mannschaft habe sich in letzter Zeit zunehmend verschlechtert. Nach SPORT1-Informationen wollte Stürmer Rob Friend den Verein kürzlich verlassen, auch der Weggang Daniel Halfars zum 1. FC Köln hänge mit der schlechten Atmosphäre zusammen.

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