Ralph Gunesch vom FC Ingolstadt ist von der Resonanz auf seine Rassismusvorwürfe sehr angetan.

"Ich konnte mir schon vorstellen, dass mein Posting einen gewissen Anklang finden würde. Aber dass das Thema so groß wird - damit hatte ich nicht gerechnet. Die Rückmeldungen waren zu 99 Prozent positiv. Es freut mich, dass so viele Menschen bei einem wichtigen Thema einer Meinung sind", sagte der 29-Jährige bei "Spiegel online".

Gunesch hatte sich nach dem 0:1 bei 1860 München in einem Facebook-Eintrag sehr emotional über Beschimpfungen gegen seinen dunkelhäutigen Mitspieler Danny da Costa beklagt.

Die Beleidigungen, sagte der frühere Profi des FC St. Pauli, stammten nicht von "stiernackigen Glatzen, die mit erhobenem rechten Arm durch das Stadion marschieren".

Es seien ganz normale Zuschauer gewesen, "die sich möglicherweise nichts bei ihren Rufen gedacht haben. Sie waren wohl der Meinung, dass solche Beschimpfungen im Rahmen der sportlichen Rivalität in Ordnung seien. Aber das sind sie nicht! Rassismus ist in keinem Zusammenhang zu tolerieren."

Ein Facebook-User habe, wie Gunesch der Tageszeitung "Die Welt" sagte, von einer "phänomenalen Wirkungskette" geschrieben.

Da Costa habe auf die Beschimpfungen aufmerksam gemacht, Gunesch durch sein Statement Zivilcourage gezeigt und schließlich habe die Öffentlichkeit darauf reagiert.

"Er hat das ganz gut beschrieben", sagte Gunesch.

Er selbst habe nach dem Vorfall nicht gezögert zu handeln.

"Danny ist ein ziemlich gefestigter Junge. Aber so was? Wenn einer 25 Minuten lang derart beleidigt wird, musst du klar Stellung beziehen. Irgendwann reicht es dann. Das geht so nicht."

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