Danny da Costa ist in Neuss am Rhein geboren, er ist in Deutschland aufgewachsen und spielt für die deutsche U21-Nationalmannschaft.

Doch am Samstag in München zählte das für einige Zuschauer, die der Profi des Zweitligisten FC Ingolstadt "Vollidioten" nennt, nicht. Denn da Costa (20) ist dunkelhäutig - und deswegen wurde er während des Punktspiels bei 1860 München (0:1) auf das Übelste rassistisch beleidigt.

Mehrere Leute meinten, bei Einwürfen oder Ballkontakten Sachen wie "Nigger" oder "Schwarzes Schwein" in meine Richtung rufen zu müssen. Immer, wenn der Ball in meine Nähe kam, gab es auch Affenlaute", sagte der 20-Jährige.

Als es ihm zu viel geworden war, ging Danny da Costa zu Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) und machte ihn darauf aufmerksam.

"Ich habe Herrn Meyer gesagt, dass ich da aufs Übelste beschimpft werde, dass das nicht mehr tragbar für mich ist", sagte er. Meyer veranlasste eine Stadiondurchsage, danach wurde es laut da Costa "etwas besser".

Für ihn seien diese sogenannten Fans "einfach nur Vollidioten", sagte da Costa. Ein generelles Rassismusproblem im deutschen Fußball wie in den dunklen 80er Jahren sieht er jedoch nicht.

"Ich glaube, das war ein Einzelfall, das ist so noch nie vorgekommen. Ich kannte so etwas nicht, ich bin ja hier geboren und aufgewachsen. Das ist auch kein spezielles Problem von 1860-Fans. Ich glaube, dass man das in Deutschland eigentlich gut im Griff hat, aber wenn einige Vollidioten aus der Reihe tanzen, kann man nichts machen. Wenn man die richtigen Fans mit hineinzieht, wäre das nicht fair."

Danny da Costa hatte am vergangenen Dienstag beim 0:0 gegen Frankreich sein Debüt in der deutschen U21 gegeben. Zuvor hatte er von der U17 bis zur U20 alle Junioren-Auswahlen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) durchlaufen.

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