Präsident Dirk Zingler von Union Berlin hat Trainer Uwe Neuhaus nach dem verpatzten Saisonstart in der Zweiten Bundesliga den Rücken gestärkt.

"Mein Vertrauen zu Uwe Neuhaus ist riesengroß. Je länger wir zusammenarbeiten, desto besser versteht man, was der andere tut. Ich sehe jeden Tag, wie in der sportlichen Leitung gearbeitet wird. Nur weil Spiele nicht gewonnen werden, sinkt das Vertrauen nicht", sagte Zingler dem "kicker".

Union steckt in der größten Krise seit der Rückkehr in die Zweite Liga im Jahr 2009. Die Eisernen kassierten am Wochenende durch das 1:2 beim FC Ingolstadt bereits die vierte Pleite in Serie.

Nur beim 3:3 zum Liga-Start gegen den 1. FC Kaiserslautern verhinderte man eine Niederlage. Die Enttäuschung ist groß, zumal das Saisonziel nach Platz sieben im Vorjahr optimistisch mit einer Platzierung zwischen Rang fünf und sieben angegeben worden war.

Kritik an den hohen Ansprüchen in Köpenick übte der dreimalige Bundesliga-Torschützenkönig Ulf Kirsten.

"Von den hochgesteckten Zielen aber sollte sich Union erst mal verabschieden", sagte der ehemalige Torjäger von Bayer Leverkusen und Dynamo Dresden. Wichtig sei, dass die Klubführung die Nerven behalte:

"Uwe Neuhaus ist ein sehr erfahrener Trainer, er kriegt die Wende hin und führt die Mannschaft da unten wieder raus."

Neuhaus selbst ist die Brisanz der Situation bewusst. "Ich glaube, dass die Tabelle eindeutig ist. Ich wäre schlecht beraten zu sagen, dass wir mit fünf Siegen in Folge wieder im Mittelfeld sind.", sagte Neuhaus. Nächster Gegner der Hauptstädter ist am Freitag Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln.

Die Gründe für den Fehlstart sind vielschichtig. Der Pokalfinalist von 2001, der auch das prestigeträchtige Berlin-Derby gegen Hertha (1:2) auf eigenem Platz verlor, beklagt eine lange Verletztenliste, auch die Neuzugänge schlugen bislang nicht wie gewünscht ein.

Doch vor allem die schwache Offensivabteilung stellt den Trainer vor große Probleme. Neuhaus: "Wir haben auf dem Weg nach vorne unser größtes Defizit."

Weiterlesen